Montag, 31. Oktober 2022

Schrecklich lange Ringelsocken

 
Das ist die 'Ofentüre', die kleine weiße Maus ist überzeugt: Nach so einer langen Pause "kann man nicht mit der Tür gleich ins Haus fallen." Da braucht maus eine Ofentüre. Wobei sie sich fragt, warum das jetzt besser ist, wenn sie erst am Heizgerät herum rackelt.

„Zu spät, zu spät, viel zu spät,“ murmelt die Fledermausmaus. Sie hätte eher los fliegen sollen. Denn wenn die anderen schon weg sind, wird sie mit knurrenden Magen wieder nach Hause fliegen müssen. Wobei, ihr Reittier hätte nichts dagegen, bringt doch jeder Schokoriegel, jeder Karamellbollen und jeder Kuchenbatzen zusätzliches Fluggewicht, das es danach durch die Luft schleppen muss.


„Zu spät,“ grummelt auch die kleine weiße Maus, die kleinen Schrecker haben wieder die ganz ganz langen Ringelsocken an. Denn noch ist sie allein am Treffpunkt für die große Schlickersammelaktion in der Nachbarschaft. Zwei Jahre Pandemie haben die Naschmäuse komplett aus dem Tritt gebracht. Dabei ist doch in diesem Jahr so wichtig, rechtzeitig anzufangen!



Das ist doch unfair! „Ich bin schon da,“ ruft die Kürbismaus. Aber sie bleibt halt auch da und macht die Homebase für die ganzen Außenteams, die gruselnd durch die Nachbarschaft ziehen und „Süßes oder Süßes!“ rufen. Sie haben sich nämlich überlegt, dass dieses ganze saure Zeug, das einem den Mund zusammenzieht nur Ballast ist, den sie sowieso nicht wegschnabulieren wollen.

Idee: SchneiderHein / Fotos & Text Hein

Nach langer Zeit sind sie wieder unterwegs: Die kleinen Schrecker von Deb Canham. Wobei unterwegs ist hier noch ein großes Wort. Aber auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt … oder bei einer Kürbismaus mit einer sanften Neigung. Alles weitere werden wir sehen.

Wenn Schokolade am falschen Ort ist

 So fängt es an

Endlich kommen die kleinen Schrecker zur großen Nachbarschaftshilfe. Sie wollen die umliegenden Häuser von all dem lästigen Süßkram befreien, mit dem sich die Leute belastet haben. Es ist ja auch viel gesünder, wenn sich die Nachbarn nicht einem Zuckerschock aussetzen würden. Das schwere Los würden sie ihnen ja gern abnehmen - nicht zu schweren Herzens. Aber im Augenblick hängt die schwarze Katze in der Lichterkette. Sie werden sich wohl einen anderen Weg suchen müssen.


Langsam füllt sich der Sammelplatz. Aufgeregt eilen die hungrigen Mäuler von allen Seiten herbei. Im letzten Jahr war es ganz schön schwer, nur auf Abstand zu schrecken. Vor allen Dingen, weil sie doch nur die kleinen Schrecker sind. Da hätten sie gut ein Vergrößerungsglas und Megafon gebrauchen können. Doch dieses Jahr rücken sie den Nachbarn wieder auf die Pelle, bis die den kalten Hauch des Minztäfelchens spüren.


"Die Kürbisse müssen raus!" Die kleine weiße Maus muss hier Prioritäten setzen. Sie holen nur ab und sind doch kein Bringdienst! Da nimmt dieses Dekogemüse viel zu viel wertvollen Platz weg. Mit den leeren Bollerwagen müssen sie losziehen, wenn sie heute reiche Beute machen wollen. Und diese nicht auf dem Gehweg zurücklassen wollen, weil es so weite Wege werden. „Es ist schließlich Inflation,“ ruft die Chefsammlerin.

'Inflation', davon haben die Jungs auch schon gehört. Verwundert müssen sie nun feststellen, dass das nicht mehr Schokoriegel pro Haus bedeutet. Es heißt, dass die Schokoriegel teurer werden, dafür dass die Hersteller auch noch kleinere Riegel in die selben Tüten stecken. Und dann können die Leute auch nicht mehr heizen, wenn sie das Haus voller Schokolade haben. Na, da können sie ihnen helfen: Die Schrecker holen den Süßkram ab, bevor der beim vielen Heizen noch schmilzt.

Über die Jungs kann die naseweise Maus nur den Kopf schütteln. Natürlich nur so, dass der hohe Hexenhut dabei nicht vom Kopf rutscht. Der Wagen muss jetzt endlich frei werden, damit das große Sammeln beginnen kann. Sie werden sich aufteilen und mehr Schreckertrupps aussenden. Damit sie mehr Häuser schaffen und den Schokoschwund ausgleichen. Sie üben auch noch mal den schnellen Wechsel von 'abgründig blicken' … zu 'notleidend heischen', damit sie auch in kleinen Teams erfolgreich sind.

Auch Sackkarren sind gut für die weiten Wege. Nur sollte man sie im Schatten auf der Straße stehen lassen. Wenn maus damit bis vor die Haustür rollert, sieht es wohl doch nach dem großen Abräumen aus. Dabei ist es doch nur ein Notprogramm, da sich auch kleine Schleckermäuler mit den neuen 3Ks der Hausfrau beschäftigen müssen: Krieg, Korona und Klimawandel. Wenigstens ihr Abtransport ist doch schon nachhaltig.

Einige Sammlerinnen haben doch wegen des virulenten Virus‘ ein mulmiges Gefühl. Die kleine weiße Maus wischt die Bedenken beiseite. Maske ist o.k., solange kein lachendes Einhorn darauf ist. Beim Schlickerkram nehmen sie nur den gut verpackten und die Maus bekommt noch ein Desinfektionsspray, mit dem sie alles vorm Einsacken einsprühen kann. Und dann sind sie ja auch schnell wieder weg, weil die nächste Schaumwaffel schon hinter der nächsten Tür wartet.

Jetzt wird noch schnell die Mitternachtssuppe gecheckt, die schon munter vor sich hin köchelt, während die kleinen Schrecker sammeln gehen. ‚Mitternacht’, na hoffentlich dauert das Einsacken heute nicht so lange. Und die letzten Tage waren so spätsommerlich, dass sie vielleicht besser eine Kaltschale aufgesetzt hätten.

Jetzt geht‘s los, die Fledermausmaus startet durch und dreht eine erste Runde durch das Viertel. Sie wird die Sammeltrupps im Blick behalten und die kleine weiße Maus informieren. Damit auch kein Haus vergessen wird, auch wenn die Lichter nur nach hinten raus leuchten…

Idee: SchneiderHein / Fotos & Text Hein


Ein Nachtrag – ohne deshalb gleich nachtragend zu sein:

Ach ja, der Klimawandel, der Trippel-Fußabdruck einer Maus und das ewige Energiesparen, das alles müssen auch kleine Schreckerinnen im Blick behalten. Das macht die schönsten Gruseleffekte ganz schön schwierig…

Zum Beispiel Grusellicht von unten - sieht natürlich besser aus - wenn es richtig dunkel ist. Das lässt die Schokolinsen nur so sprudeln. Kostet aber wahnsinnig viel Energie und darf deshalb nur ganz gezielt angewendet werden. Also werden sie im Dunkeln mit Funzellicht zu den Häusern ziehen und warten bis jemand aufmacht. Aber dann … Schockschokoladennot!

Im Dunkeln schockt das Grusellicht viel besser. 

Das sieht ein kleiner Kater auch so und verzichtet auf seinen Halloweensnack.


So geht es weiter

Wann schläft das Auge des Gesetzes?

So fängt es an

Das geschah davor 

Ein paar Stunden später tanzen nicht nur Geister um den selbstleuchtenden Blubberkessel. Auch die kleinen Schrecker sind glücklich heimgekehrt. Sie halten sich bei der Mitternachtssuppe an den köchelnden Kessel über dem Feuer oder noch besser an ihre reiche Beute.

Eine reiche Beute haben die kleinen Schrecker in der Tat. Die kleine weiße Maus ist stolz auf ihre Schlickersammler. Alle haben volle Taschen mitgebracht und den Schokoschwund an der Tür durch mehr Häuser ausgeglichen.

Eigentlich könnten sie alles gleich verteilen, um sich den Magen sofort zu verrenken. Aber es ist nicht genauso toll, in einem Süßwarenladen zu sitzen, statt in einem Haufen Verpackungsmüll ohne gelben Sack.

Wenn es jetzt nichts zu schlickern gibt, können sie ja auch Party machen und abhotten. Mit hungrigem Magen springt sich leichter. Obwohl, einige Mäuse würden lieber ein wenig flacher hüpfen.

Am Wildesten treibt es die Geisterspinne. Sie wirft alle acht Beine in die Luft als tanze sie auf einer heißen Herdplatte.

Die Party dauerte noch die ganze Nacht. Denn kleine Schrecker sind große Langschläfer. Und wenn die kleine weiße Maus als Chefaufpasserin endlich einnickt, bekommen alle doch noch eine Mundvoll Betthupferl.

Idee: SchneiderHein / Fotos & Text Hein


Sonntag, 9. Januar 2022

Ein Lebenszeichen




 Neugierig wie ein junger Hund – nur etwas größer und eckiger. Jack hätte jetzt gern einen Schraubenschlüssel oder einen anderen Metallknochen, um den Roboter mit Apportieren ablenken zu können…


Ich habe mir heute selber zum Geburtstag ein Geschenk gemacht. Das Foto kommt zwar aus der Retorte, aber in den letzten Monaten hat es einfach nicht gepasst. Deshalb ist auch nichts Neues entstanden und die guten Ideen in der Schublade geblieben. Viele Helden sind dafür im Karton gelandet und die Ausstattungsflut ist – zum Glück – etwas abgeebbt. Aber einige Geschichten waren schon längst fotografiert, die Bilder schlummerten schon bearbeitet auf dem Server, nur der Text fehlte zur Veröffentlichung. Das habe ich gestern und heute nachgeholt. Vielleicht ist da auch einiges etwas eingerostet, trotzdem bin ich froh, dass die Bilder endlich sichtbar werden. Hier sind die Links zu den einzelnen Geschichten:

Weihnachtshelfer-Auszeit vom 31.01.2017 

Die blaue Maus hat Katzenjammer vom 18.09.2019

Tüdderkram aus aller Welt vom 15.08.2015

Der schnellste Weg zum Sonntagsbrötchen vom 30.08.2020

Die Windbeutel vom 26.10.2019


Nach fünf guten Nachrichten folgt leider ein Nachruf. All diejenigen, die einen Bärenkalender für das Jahr 2022 vermissen, muss ich leider sagen, dass es in diesem Jahr keinen neuen Kalender gibt. Nach 10 Jahren hat der Kawohl-Verlag die Serie eingestellt. Es liegt also nicht nur an dem schwarzen Loch der letzten Monate, dass hier kein neuer Kalender aufgetaucht ist.


Liebe Grüße Wolfgang

 

Samstag, 15. Mai 2021

Do the Hopsalot-Hop (again)

 

Eine Zeitmaschine bräuchte man. Die kleine weiße Maus steht inmitten von Hits, Hits, Hits. Sie hat als aktiver"Plagegeist" natürlich auch eine Gitarre und könnte vieles davon nachspielen. Aber als Nachspielerin bekommt man viel weniger Geld. Mit einer Zeitmaschine könnte sie die Erste sein, die diese Hits spielt und damit als Erste das große Geld machen...

Wo sind sie da bloß reingeraten? Angelina und Sir Hopsalot haben die Schuppentür aufgezogen und sind mit dem Sonnenlicht in das unbekannte Lager hineingeschlüpft.

Hier stehen lauter bunte Kisten rum. "Musikkisten sind das," die graue Maus hat so etwas in alten Filmen gesehen. "Mit viel Chrom und Plastik stehen die in den Filmen immer in den Imbissen oder Bars herum." Der Hase staunt nicht schlecht. So viele Musiktruhen auf einem Haufen. Wer die hier wohl eingelagert hat?

Ob die ollen Kästen noch Musik machen können? Auch eine kleine weiße Maus stromert immer noch zwischen den bunten Plastikschränken umher. Das lässt sich doch herausfinden. Der weiße Nager klettert schnell zu Knöpfen und Schaltern herauf. Die flinken Pfoten tanzen über die Tasten und – oh Wunder – die erste Musiktruhe erwacht zum Leben: Bop bopa-a-lu a whop bam boo. Tutti frutti, oh Rudy. Schnell springt die Maus zur nächsten Tastatur.

O-o-only you can make all this change in me. Tutti frutti, oh Rudy. "Duu-wapp-alu-wapp-dann-duu," summt der Hase und – ob er will oder nicht – er beginnt im Takt zu wippen. Got a girl named Sue, she knows just what to do. Schon tänzelt er im Takt.

Momma, pappa told me: 'Son, you better watch your step.' Wenn er nur wüsste in welchen, denn schon spielen immer mehr von diesen Tontruhen:
Oh yes, I'm the great pretender. Pretending that I'm doing well. Und jede dudelt etwas anderes: Tutti frutti, oh Rudy. A whop bop-a-lu a whop bam boo.

Good golly Miss Molly, sure like to ball. Die kleine weiße Maus will wissen, ob wirklich alle Dinger 'funsionieren'. Well, it's one for the money. Two for the show. Und das so schnell wie möglich: Let's rock, everybody, let's rock. Everybody in the whole cell block was dancing to the jailhouse rock.

Step on my blue suede shoes. Die kleine Nagerin ist begeistert. O-o-only you can make all this change in me. Aus jeder dieser Riesenkisten kommt nicht nur ein satter Klang. Sie blinken und leuchten in allen Farben dazu im Takt. See you later alligator. After 'while crocodile.

You shake my nerves and you rattle my brain. Too much love drives a man insane.
Der arme Hase kann gar nicht anders. Weeeeh, kiss me baby! Ooooooh, feels good! Er muss tanzen, springen, sich drehen und hüpfen. You can burn my house. Steal my car. Die Musik treibt ihn an und immer weiter. I'm gonna wait till the midnight hour. That's when my love comes tumbling down.

Goodness gracious, great balls of fire! "Kannst-duu-wapp-nicht-malapp-Pause machen," schnauft der Hase. "Da-uund-alles-duwapp-nacheinader-spielen?" Night and day. You are the one.

Volare, oh, oh, cantare, oh, oh, oh, oh. Nel blu dipinto di blu. Noch ein Lied stimmt in das Durcheinander ein.
I'm gonna wait till the midnight hour. Der Hase weiß schon jetzt nicht mehr, welchem Takt er folgen soll. Let's rock, everybody, let's rock. Everybody in the whole cell block was dancing to the jailhouse rock.

Though we're apart. You're part of me still. Angelina staunt, dass sie in diesem ganzen Lärm doch noch immer wieder einzelne Musikstücke wieder erkennt. For you were my thrill on Blueberry Hill. Doch bevor ihr der Titel einfällt – es liegt ihr schon auf der Zunge – drängelt sich schon der nächste bekannte Hit dazwischen. What a wonderful world, yes, I think to myself.

Hoffentlich ist es bald vorbei. I'm so young and you're so old. This, my darling, I've been told. Sir Hopsalot springt und schüttelt sich. So eine Single hat doch nie mehr als drei Minuten? Oh, please stay by me, Diana. Sonst wäre es doch nie ein Hit geworden? I love you with my heart Oh-oh, oh-oh, oh-oh Oder was treibt die kleine weiße Maus da noch? Goodness gracious, great balls of fire! Wenn Sir Hopsalot Pech hat, findet sie für alle Stücke eine Endlosschleife.

Tu vuo' fa' ll'americano mericano, mericano... ma si' nato in Italy!
Was will die graue Maus? Sir Hopsalot kann nur hilflos die Löffel schütteln. Candy Man, hey Candy Man… Bei all dem Musikdurcheinander versteht er überhaupt nichts. Come on let's twist again like we did last summer. Das ist schon schwierig, wenn ihn nur ein einziges Musikstück ablenkt, weil er immer überall dem Takt folgen will. That's amore. Aber nun ist es eine ganze Top-20-Hitparade … gleichzeitig! Que sera, sera, whatever will be, will be; the future's not ours to see.

Angelina nähert sich erst vorsichtig, als der Radius des Hasen für unerwartete Ausfallschritte wieder kleiner wird. You didn't have to love me like you did. Sir Hopsalot tänzelt wieder von einem Bein aufs andere,… But you did, but you did um ein wenig zu verschnaufen. And now the end is near. Er versucht den Takt einer ruhigeren Nummern in dem Vielklang zu erwischen. And so I face the final curtain. And I thank you.

Da ist er wieder: Der Ausdruckstänzer! Volare, oh, oh… Der Schattenboxer! Cantare, oh, oh, oh, oh... Der Raumgreifer,… Nel blu dipinto di blu… dem eine Maus besser nicht in die Quere kommt. Felice di stare lassu.

Der Hase stapft im Takt auf den Dielenboden. Er hat schon Seitenstechen von der wilden Hopserei. I think of you. Day and night. Das ist jetzt ein ruhiger Mittelteil. Don't you step on my blue suede shoes. Doch schon wippen die Löffel wieder abwechselnd nach rechts und nach links. Who can take the rainbow? Dann ein stetes Kopfnicken,…  Wrap it in a sigh …bevor die Bewegung die Schultern erfasst…  Soak it in the sun and make a groovy lemon pie …und die Pfoten passend zum Schlagzeug Löcher in Luft hauen. The Candy Man! Als auch noch die Hüfte nur noch schwingt,…  The Candy Man can! ist es um die Ruhe geschehen. The Candy Man can cause… Mit einer wirbelnden Drehung springt das Langohr wieder mitten auf die Tanzfläche …he mixes it with love and makes the world taste good.

Doch kaum setzt die nächste Strophe eines Rock'n'Roll Klassiker mit dem furiosen Ohrwurm ein,…  She rock to the east, she rock to the west …treibt es den armen Hasen zu immer neuen Riesensprüngen und großen Gesten. But she's the girl that I know best. Plötzlich ist der Hase verschwunden, doch die Mäuse hören ihn im nächsten Gang japsen und die Pfoten patschen auf die Fliesen. Night and day. You are the one. Only you beneath the moon and under the sun. "Musstest du wirklich alle Boxen in Gang setzen?" fragt Angelina die weiße Maus. And I think to myself what a wonderful world. Die zuckt nur mit den Schultern: So ist ihre Natur. Der Hase muss tanzen und sie muss alles ausprobieren – und hat nie genug Zeit dafür! And more, much more than this I did it my way.

Tutti frutti, oh Rudy. Das muss doch ein Ende haben! Tutti frutti, oh Rudy. Entnervt hämmert Sir Hopsalot auf der blinkenden Tastatur der lautesten Musikbox ein. Tutti frutti, oh Rudy. Doch die einzige Reaktion, die er dabei erreicht, ist … das Stück fängt wieder von vorn an. Bop bopa-a-lu a whop bam boo.

Die graue Maus sieht sich verwundert um. Like the beat beat beat of the tom-tom. Plötzlich ist der wilde Rammler verschwunden. Inzwischen ist er in dem lärmenden Chaos nicht mehr so leicht zu orten. I'm gonna wait till the stars come out. Viele Stücke nähern sich ihrem Höhepunkt und…  And see that twinkle in your eyes …ziehen noch einmal Lautstärke und Tempo an. I'm gonna wait till the midnight hour. Doch dann hört sie das Japsen und gleichzeitig hurtiges Pfotengetrappel. Yeah, let's twist again, like we did last year. Und mit einem Sprung ist er wieder da, landet im Ausfallschritt und schwingt die Fäuste im Takt: All you want to do is ride around Sally, Huh! 

That's amore. Wenig später steht Sir Hopsalot endlich vollkommen ausgepumpt… With a happy refrain… neben den beiden Mäusen: "Ich kann-na-napp du-wapp nicht mehr…“ …just singin', singin' in the rain.

Vorher muss er doch nur diese wilden Lärmkisten stoppen. When I bit off more than I could chew. Hektisch hämmert auf die Tasten ein,… But with it all, when there was doubt …wenn es ihn hüpfend mal wieder… i ate it up than spite it out …an einer blinkenden Hit-Maschine vorbei treibt. When the stars make you drool just like a pasta e fasul. …my way.

"Komm endlich mit!" Bells will ring ting-a-ling-a-ling, ting-a-ling-a-ling… Die Mäuse winken ihm zu und halten sich danach die Ohren zu. And you'll sing 'Vita bella' "Wir gehen. Es ist doch unerträglich laut." Hearts will play tippy-tippy-tay, tippy-tippy-tay…

"Ja-wappulapp-gleich!" stößt das Langohr hervor. "Ich-bebop-komme-duwapp-gleich!" Kiss me baby, Ooooooh! feels good! Er würde gern gehen, aber noch treibt ihn der Takt. I'm really nervous, but it sure is fun. Die Mäuse drehen sich noch ein letztes Mal um, bevor sie aufbrechen. Come on, baby, you drive me crazy! Sir Hopsalat winkt zurück und dann reißt ihn die Musik wieder mit. Goodness gracious, great balls of fire! 


Fotos: W.Hein

Diese Geschichte gab es schon einmal. Das ist also ein Remake in neuer Kulisse und einigen wenigen Änderungen. Die meisten ergeben sich aus den etwas anderen Blickwinkeln und aus dem Wissen späterer Jahre (Hier liegt inzwischen der Start für die Zeitreisen). Warum es hier jetzt veröffentlicht wird? Nun, es wäre eine Möglichkeit, die alten Geschichten wieder ins Rampenlicht zu zerren, da ein Archiv für viele Blogbesucher weniger eine Schatzsuche denn ein Staubfänger mit Altlasten ist. Aber eigentlich geht es nur darum, dass Sir Hopsalot als Ausdruckstänzer auch einen zweiten Auftritt mit Bravour meistert.

Schon damals 2017 gibt es wohl zu wenige Leser für eine echte 'Challenge': 
Wie viele Hits werden hier gespielt und vor allem welche?

Donnerstag, 13. Mai 2021

Schöner Wohnen im Mai

 

„Das sieht doch alles schon sehr schön aus!“ Schwungvoll öffnet Herr Fuchs die Tür zur Küche.

Herr Kröt war gerade noch voller Begeisterung, als Herr Fuchs ihm ein stilvolles Refugium auf dem Lande versprochen hat. Er sah sich schon als prächtigen Landlurch inmitten sanft geschwungener Felder, Wiesen und Auen residieren. Und die dringendste Frage schien zu sein, woher er so schnell das Personal nehmen sollte. . . Doch nun ist seine Begeisterung schlagartig verflogen.

„Einmal durchfegen, feudeln, etwas Farbe, dann ist die Küche wie neu,“ Herr Fuchs tänzelt durch den Raum, den er dabei in den schönsten Farben ausmalt. „Da kann noch viel individuell gestaltet werden: Offene Küche mit Tresen und Kochblock in der Mitte, Kühlschrank mit Eiswürfel-Maschine oder französische Landhausküche mit bodenlangen Fenstertüren und Fußbodenheizung unter Terrazzo-Fliesen. Sie haben alle Möglichkeiten, weil Sie hier ja nichts einschränkt.“ Herr Fuchs zieht sich am Kragen, der inzwischen doch etwas eng geworden ist. Er nimmt sich fest vor, beim nächsten Termin das Exposé vorher zu lesen.

Herr Kröt tappt unschlüssig zwischen den umgestürzten Möbeln umher. Seinen Landsitz hatte er sich durchaus 'wildromantisch' vorstellen können. Aber so wildromantisch? Nun gut, das ist nur die Küche und da wollte er sich sowieso nicht so oft aufhalten.

Der Landlurch in spe muss sich erst einmal setzen. Schnell richtet Herr Fuchs einen Stuhl auf und ärgert sich, dass er den Champagner vergessen hat. Ob es hier noch etwas zu feiern gibt, weiß er nicht. Aber ein Stimmungsaufheller wäre langsam angebracht.

„Wir sollten uns jetzt die anderen Räume ansehen,“ Herr Fuchs kann hier in der Küche nicht viel gewinnen. „So eine Hausbesichtigung muss sich ja auch steigern können.“ Hoffentlich, denn Herr Fuchs hat leider auch keine Ahnung, wie die ‚anderen Räume‘ überhaupt aussehen.

„Kommt nur,“ leutselig winkt der schlaue Makler den zögerlichen Kunden heran. Es bleibt schwierig, denn die angekündigten ‚anderen Räume‘ sind nur ein Raum, der auch schon bessere Tage gesehen hat. „Klein und fein ist doch immer das Beste. Lässt sich viel besser sauber halten. Man braucht nicht so viele Möbel und es wird gleich schon wohnlich, wenn ein Sessel am Ofen steht.“

Hier wollte Herr Kröt gleich mit Sack und Pack einziehen. Er hat sein Kofferset schon dabei. Aber wenn das hier eine Zimmerflucht sein soll, hatte er sich eigentlich etwas anderes darunter vorgestellt. Hier sind ja höchstens schon die anderen Zimmer geflohen.

Im Sessel vor dem bullernden Ofen. . . Herr Kröt soll sich schon mal setzen, die Augen schließen und seine Phantasie fliegen lassen. Der Lurch folgt vorsichtig den Anweisungen. Hoffentlich bricht das Sitzmöbel nicht gleich unter ihm zusammen. Und was raschelt da in der Ecke?

Herr Fuchs hofft, dass niemand den Strom abgestellt hat und das alte Radio noch einen Sender halten kann. Er hätte jetzt gern einen flotten Walzer, einen schmissigen Fuchstritt oder wenigstens ein Wiegenlied. Das wird ein viel schwierigeres Verkaufsgespräch als gedacht: „Ihr kennt doch Betongold? Die Immobilienpreise steigen und steigen. Morgen kostet das hier sicher schon das Doppelte. Domizile im Grünen sind ja so gesucht. Die Stadtflucht treibt die Preise! Ihr habt sicher davon gehört?“

Der grüne Kunde schluckt und schweigt. Das ist viel komplizierter als gedacht. Er wollte doch nur schöner Wohnen. Vielleicht ist das hier ja wirklich eine gute Gelegenheit - aber es fühlt sich einfach nicht so an. 

Herr Kröt wünscht sich, Herr Fuchs hätte ihm vorher den schnittigen Sportwagen besorgt. Dann wüsste er, was er jetzt tun würde: Davonbrausen so schnell die Pferdestärken galoppieren. Vor der nächsten Hausbesichtigung wird erst ein fahrbarer Untersatz besorgt! „Nun, Herr Kröt, können wir unterschreiben“ drängt der Makler. „Herr Kröt, was denken Sie?“ „Brumm-brumm…“


Idee: SchneiderHein       Fotos: W.Hein

Lost Places vor unserer Haustür: Herr Fuchs wird Herrn Kröt aber sicher noch ein paar Immobilien vorstellen müssen. Beide Figuren kommen von Juli Nazarenko (Junaart).