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Mittwoch, 1. Mai 2024

Anbandeln im Mai

 

Die drei Blumenelfen Pummel, Prumel und Purzel lieben alle Worte mit "P". Und 'punte Pänder in Pirkenzweigen'. Denn die haben sie gerade in ihrem Garten entdeckt.

Prummel vergisst sogar das patzige, pausbäckige, pingelige Piesacken der pinseligen Partnerelfen. Was machen Glitzerbänder im Birkengezweig?

Purzel liebt die Flatterbänder. Das ist doch etwas anderes als Paintball, Partybus, Pilsbike und Panzer fahren oder was so gemacht wird, um in den Mai zu kommen. Wenn sie das jetzt mal nicht mit dem Vatertag durcheinander bringt.

Pummel schwebt längst auf Wolke 'Pfünpf'. Sie hat ihr Band gefunden: "Genau meine Pfarbe: Pflieder!"

Die 'Plumenelfen' – mit der leichten P-Schwäche – sind 'pegeistert'. Endlich hat ihr Garten auch etwas "Puntes" Statt immer nur diesen langweiligen weißen 'Plüten'. Jetzt müssen sie die 'Pänder' nur noch im ganzen Garten verteilen.

Idee: SchneiderHein

Da haben sich die drei Blumenelfen zu früh gefreut: Die bunten Bänder gehören zum Videodreh für das nächste Entspannungsvideo. Und das braucht noch ein paar Tage, bis es hoch geladen werden kann.

Freitag, 7. Mai 2021

Gefahr kommt von gefahren


Der alte Dachs kann es nicht glauben… besser gesagt, er will es nicht… muss es aber…


Mit Höchstgeschwindigkeit saust ein schwarz-rotes Krabbeltier auf vier Rädern über die Piste.

Am Steuer ein ziemlich… welche Untertreibung… ein sehr… ein wirklich sehr, sehr begeisterungsfähiger Lurch.

Diesmal ist Herr Fuchs auf einem guten Weg, auch wenn der vielleicht etwas zu schnell ist.

Dafür hat der schlaue Verführer Herrn Kröt in ein echtes Auto mit glänzender Zweifarben-Lackierung gesetzt.
 
Der alte Dachs würde die ganze Zeit nur den Kopf schütteln, wenn er dabei nicht den wildgewordenen Lurch aus dem Auge verlieren würde. So klebt er die ganze Zeit am Okular.

Oja, das ist doch etwas ganz Anderes als dieses graue Dieselross, aus dem aus jeder Pore die schwere Feldarbeit schwitzte. So bewegt sich ein wahrer Landlurch.

"Grobes Tagewerk, geh weg – ich komme!" juchzt der grüne Herr. "Und wenn es sich sperrt – dann bin ich schon wieder weg."

Er setzt dann schnell den Winker und schlägt einen scharfen Haken. Mit quietschenden Reifen zwingt er den Wagen in eine enge Kurve.

Herr Dachs stockt der Atem: "Dieser eitle Geck!"

"Ich kann es sogar freihändig," jubelt der stolze Herr der Straße. Da schaut sein Beifahrer lieber diskret zur Seite.

Die drei Blumenelfen sind so in ihr Gespräch vertieft – sind pinselige, pausbäckige Primeln pflegeleichte Pottblumen oder doch nur pingelige Pedanten? – sie merken nicht, was sich hinter ihrem Rücken zusammenbraut.

Herr Kröt führt gerade vor, wie der Wagen keinem seiner Finger folgt…

Das wird knapp. Die Elfen purzeln wild übereinander, als sie schnell – im letzen Moment – zur Seite springen.

Der Wagen rauscht vorbei, während drei kleine Mauseelfen nur noch Staub fressen.

Das ist schon ein riskantes Geschäft, auf das sich Herr Fuchs eingelassen hat.

Herr Fuchs seufzt erleichtert auf, als die drei Flügelmädchen wieder aufstehen und sich den Staub abklopfen. Das sind doch Elfen … warum fliegen die denn nicht?

Zum Glück greift der furchtlose Herrenfahrer jetzt wieder ins Lenkrad. "Das ist schon sehr schön," kräht er. "Nur es könnte alles noch etwas sportlicher sein."

Der Fuchs ist froh, dass ein früher Käfer noch nicht übermäßig motorisiert ist. "Herr Kröt, Sie sollten über weitere Fahrstunden nachdenken." Der nächste Satz ist schon gefährlicher fürs Geschäft: "Habt Ihr überhaupt eine Fahrerlaubnis?"

Doch Herr Kröt murmelt nur: "Brumm-brumm…"

Fotos: W.Hein

Herr Kröt und Herr Fuchs sind Charakterköpfe von Julia Nazarenko. Der alte Dachs ist eine gefilzte Gestalt von TenderMouse. Und die drei Blumenelfen von Deb Canham sind seit 2010 in unserem Garten.
 

Mittwoch, 5. Mai 2021

Flug in den Mai

 

Purzel, die Blumenelfe schwebt etwas ratlos über die Walderdbeeren. Von ihren Mit-Elfinnen ist nichts so sehen. Die Flügelmäuse wollten doch gemeinsam in den Mai fliegen.
 
Die Blumenfliegerin steigt hoch bis zu diesem weißen Was-weiß-ich-denn-was-das-ist-blüh-strauch. Von oben müsste sie die anderen doch erspähen können. Gut, die Blüten stören, denn davor haben die Blumenelfen natürlich eine Tarnfarbe.

Pummel zum Beispiel hat fast die Farbe der lila Veilchen. So dauert es noch einige Zeit, bis Purzel erleichtert die anderen Mauseelfen im Blühdickicht entdeckt.
 
Prummel hat lange genug gewartet. Sie wollte schon längst hinten im Garten angekommen sein. Immer noch fährt Tief Eugen mit Sturmböen durch die Blätter und schüttelt die Zweige. Wenn sie in so einen Windstoß kommen, landen sie sicher drei Gärten weiter…

Die Lenzrosen lässt sie beim Fliegen links liegen. Die lassen ihre hübschen Blüten so sehr nach unten hängen, dass man schon einen Spannerspiegel auf dem Gartenstiefel braucht, um ihnen in die Staubgefäße blicken zu können.

Purzel wundert sich, warum so winzige Blüten Elfenblumen heißen. Dazwischen könnte sie sich doch nie verstecken. Die Farbe passt, aber in den Büscheln findet sie keinen Halt. "Es sind auch Sockenblumen," ruft ihr eine vorbeischwirrende Prummel zu. Und was haben jetzt Socken mit Elfen zu tun?

Zur Sockenblume passt doch der Beinwell, durch den gerade Pummel im Tiefflug pflügt. "Das ist Lungenkraut," rufen ihr die anderen zu. Egal, dann kommt der Beinwell eben als nächstes dran. Hier jedenfalls könnte sie untertauchen, wenn die nächste Bö kommt.

"Das ist jetzt aber dieser Beinwell!" Pummel saust zum nächsten Blütenteppich. Ja doch Pummel.

Aber auch diese Staude hat so filigrane Blütenstände, die keine Elfe tragen können, als Pummel versucht zu landen.

Schnell rutscht die Blumenelfe zwischen den Blütenständen des Beinwells durch und landet auf dem Rücken. Zum Glück hält das borstig beharrte, dichte Laub.

Prummel schüttelt nur den Kopf. Wozu kann eine Elfe fliegen, wenn sie so wie Pummel abstürzt. Sie selbst saust gerade am Schneeball vorbei, als Eugen wieder ein neues Sturmsignal sendet.

Schnell hakt sie sich mit dem Mauseschwanz ein, als der Windstoß sich ankündigt und wartet, bis die Wolken aufreißen und die Sonne wieder durchkommt. Nun bleibt von Eugen nur ein laues Maienlüftchen, das die Blumenelfe sanft zur nächsten Blüte trägt.

Die Schachbrettblume zittert, als die schwere Elfe viel zu dicht vorbeidonnert. Pummel macht es Spaß, wenn sie die Blüten ins Schwanken bringt. Als wenn die nicht schon genug vom Wind gezaust werden. Wahrscheinlich hat die Blume deswegen auch ihr Brett in einen eng umschlossenen Kelch verwandelt. "Nun fallen die Figuren doch immer runter," überlegt die Mauseelfe. "Wer kann damit noch Schach spielen und einen Rösselsprung wagen?"

Purzel hat inzwischen eine Weinbergschnecke entdeckt. Die trägt ihren Windschutz gleich auf dem Rücken. Wenn der Eugen zu frech wird, klebt sich die Schnecke am Boden fest und geht in den eigenen Schutzraum.

"Oh, Veilchen." Pummel ist stolz, wenn sie eine Blüte erkennt. Die meisten sind merkwürdigerweise immer lila. "… oder violett," fügt sie hinzu. Ihre Mitelfen sind genervt. Bei den Veilchen sind sie zu ihrem Gartenflug gestartet. Das ist doch keine Kunst, die hier zu erkennen.

Die Bärenelfen blicken neidisch auf die Flugkünste der Mauseelfen, die federleicht von Blüte zu Blüte hüpfen. Ihre Flügel sind mehr Dekoration wie auch das Kostüm als Biene, Marienkäfer und Schmetterling. Vielleicht sollten sie mal eine der vorfliegenden Hummeln fragen, wie die das mit dem Fliegen macht. Die ist doch eigentlich auch viel zu dick für die kleinen Flügel…

Prummel schwebt über Purzel. Sie haben den Blühkram jetzt genügend im Garten geprüft. Nun können sie sich wieder zu Home-Office ins Haus verkriechen, bevor sie das Sturmtief doch noch verweht.

Die Verweh-Gefahr gilt auch für Pummel, die bräsig über dem Spierstrauch hängt. Beim nächsten größeren Windhauch müsste sie aufpassen, dass sie noch schnell im umgestürzten Zinktopf unterkommt. Prummel winkt ihr zu: "Wir fliegen heim zu Pollenkuchen und Nektartee."


Idee: SchneiderHein         Fotos: W.Hein


Der heutige Wildwuchsgarten ist schon ein großer Unterschied zu dem weiß-blauen Staudengarten, den wir vor ca. 25 Jahren angelegt haben. Einige Frühlingsblüher haben sich zwar bis jetzt durchgeschlagen. Aber die kleinen Blütenelfen müssen schon weite Strecken fliegen, um von Blüte zu Blüte zu hüpfen. Und nicht nur Pummel und Purzel haben nach all den Jahren so ihre Schwierigkeiten, jede einzelne Pflanze beim Namen zu nennen. Was machen Blumenelfen eigentlich im Home-Office? Die Zimmerpflanzen abstauben?

Dienstag, 16. Februar 2021

Rosenmontag 2021 #3: Kamelle – kurz und kontaktlos

So fängt es an

Das ist Teil 2 des Zuges

Die Narren atmen auf: Endlich gibt es etwas abzugreifen. Hier werden Kamelle verteilt. Aber nur abgepackt, frisch desinfiziert und nur mit geprüftem Sicherheitskonzept.

Jetzt warten die kleinen Hungerleider - naürlich auf Abstand - bis sie vorgelassen werden. Der einzige Vorteil sind mehrere Outlets. Sonst könnte der Zug hier einfach Pause machen, bis die Sonne untergeht.

Die Haarmonster vermissen den Friseur. Wenn der Rest geschlossen ist – ist doch egal – wenn man dort nur mit einer Skimaske überm Kopf auftauchen kann.

Doch auch andere leiden Not...

Sie müssen dringend in die Sonne, mit Impfpass als Freiflugschein. Dafür verteilen sie Flaschen mit Sonnenöl. Hoffentlich kommt die Impfung nicht zu spät für den Sommerurlaub. Sie hätten die einarmigen Banditen nicht vorbeilassen sollen.

In lockerer Formation folgt dem Wagen die Laufgruppe „Hüftgold e.V.“. Sie würden auch gern im Sommer in den Süden. Dann hoffentlich wieder Arm in Arm.

Bevor der Zug zu seinem Höhepunkt kommt, wird schnell noch Süßes verteilt. Der Karnevalsprinz hatte im letzten Jahr gesehen, wie sich die „Beutelratten“ schon gelangweilt abwendeten, als er durchfuhr. So hat er schnell seine Prinzengarde als Süßigkeitenspender eingeteilt.

Die Garde verteilt ihre Gaben mit langen Stecken. Das geht schneller als die offizielle Übergabestelle mit Security. Dafür werden sie am Abend sicherlich lahme Arme haben.

Den Abschluss des Zuges macht immer der Prinzenwagen. Rattikus der 1.5 ist in seiner erweiterten Amtszeit und grüßt wieder huldvoll mit seinem Gefolge die wartenden Narren. Die sind in diesem Jahr nur locker hingetüpfelt. Das wird sein Nachfolger hoffentlich beim nächsten Umzug in 2022 wieder anders sehen.

Dafür hat Rattikus in diesem Jahr einen ganz besonderen Gast an seiner Seite: das Corona-Virus COVID 19 - natürlich aber unter Sicherheitsglas!

„Es ist vorbei. Euer Gnaden.“ Der Kammerherr hatte dem Moschnarchen für die Betrachtung des Zuges eine Glassuite besorgt. Leonidas ohne Land nickt zufrieden. In diesem Jahr hat er nichts verpasst. Das war doch kümmerlich und nicht so prächtig wie der Zug im Jahr zuvor. Für seine Kandidatur als gekröntes Haupt des Zuges hätte er da schon ein paar Ideen.

Die Ausputzer kommen. In diesem Jahr liegt viel weniger herum. Das ist auch problemlos in Kurzarbeit zu schaffen.

„Und wo waren die Bienen?“ Die Blumenelfen sind muffig. Kaum ist Pandemie, fallen die Insekten hinten über, bis sie wirklich auf dem Rücken liegen. Das werden sie im nächsten Jahr ändern. Ob sie dafür echte Bienenstöcke in den Zug schmuggeln sollten? Wer weiß..


Idee: SchneiderHein     Fotos: W.Hein