Mittwoch, 18. September 2019

Die blaue Maus hat Katzenjammer



An manchen Tagen zieht Kaninchen die Tür am besten gleich wieder zu. Das Schlappohr wohnt seit dieser Woche in Burg Schwabbelhausen. Solange die kleine Bärin das Kleine nicht braucht.

 Jetzt ist Kaninchen bei Lisa, wenn Streifen-Katz und Punkt-Maus mit den Schlackerarmen miteinander spielen. Das Langohr soll gut aufpassen, damit es lernt, wie die Schlaumaus sich von der Grinsekatz keinen Bären aufbinden lässt. Die kleine Bärin steckt ja schon in ihrem Po.

Anna gibt sich Mühe, dass nur die Katze auf ihrer Pfote breit grinst. Die kleine Bärin ist immer sehr gewissenhaft bei der Sache und ist schnell eingemuckelt, wenn ihre blaue Maus dabei nicht ernst genommen wird.

Die blaue Maus würde der Katze gern Burg Schwabbelhausen zeigen. Aber wenn sie sich beide durch den Eingang zwängen, würden sie kaum bis zur nächsten Ecke kommen, ohne dass Anna und ein kleine Bärin dabei furchtbar ins Schwitzen kommen würden. Beide Arme passen kaum durch das enge Tor.

"Ich glaube, wir müssen schummeln," erklärt die Maus sehr ernsthaft der wartenden Katze. "Erst gehe ich durch, danach warte ich schlaff am Tor, bis mein Arm von innen kommen kann. Dann musst du es mir nachmachen." Die Katze nickt eifrig, es kann losgehen.

Doch bevor die beiden in der Burg ankommen – "es ist so ein prächtiger Innenhof!“ – wird das Tor aufgestoßen und eine zweite gelbe Ringelkatz stürmt hindurch.

Erschreckt weicht die blaue Maus zurück. "Das ist meine Burg!" ruft entrüstet die Nagerin. "Sie ist schließlich Mauseblau, wie ich!"

Doch nun versperren zwei geringelte Grinsetiger der Burgherrin den Weg. Die Miezen scheinen gar Zwillinge zu sein, sie gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Dabei schlüpfen Katzen doch gar nicht aus Eiern, oder?

Lisa braucht Hilfe. Eine Maus gegen zwei Katzen ist doch unfair. Auch sie braucht einen Zwilling.

Kaninchen muss helfen. Schnell soll es eine zweite Maus übernehmen und so die beiden Katzen verwirren.

Die Pfoten vom Schlappohr sind viel zu schlank und der Kopf viel zu groß, um ganz hinein zu schlüpfen. So sehr sich Kaninchen auch müht, die blaue Maus kommt nicht auf die Beine, um Lisa beizustehen.

Also übernimmt Anna auch die zweite Maus und muss jetzt aufpassen, mit welcher Stimme sie gerade spricht. Damit die Lisa-Maus nicht glaubt, dass die Zweitmaus nur eine weitere Katze mit Tarnkappe ist. "Kaninchen, behalt die Maus mal lieber im Auge," flüstert die kleine Bärin ihrem Kuscheltier zu. 

Doch plötzlich wird alles ganz ganz unübersichtlich. Von hinten drängelt die Marie. Ihre Grinsekatz ist doch eigentlich die Hauptfigur, die im Mittelpunkt stehen sollte. Aufgeregt klackern die Schlackerarme. Gleichzeitig drängelt sich eine Raff-Raff dazwischen und will wissen, was Katz und Maus so zu verhandeln haben.
 
Dann poltert die rote Giraffe über Kaninchen, weil es offensichtlich doch nicht so spannend ist, wenn bei jeder Figur nur eine Pfote im Po steckt. Die sind doch ganz schön befangen, während sie einfach lospesen kann. Nur das kleine Schlappohr verliert dabei die Mäuse aus den Augen.

Wenig später haben sich alle sortiert und auch das kleine Schlappohr sitzt wieder gut und sicher bei Lisa. Die erklärt der Marie-Katze, dass die Schwabbelburg doch eine Mausehochburg ist. Katzen können noch so freundlich tun. "Wenn es dunkel wird, müssen sie wieder nach Hause."

"Pah, ich kann auch gleich gehen." Marie stapft empört davon. Was ist das für ein blödes Spiel, wenn Lisa immer alles bestimmen will! Da ist ihr egal, dass es angeblich nur eine blaue Maus flötet. Sie weiß genau, wer dahinter dran hängt.

"Komm Raff-Raff, wir machen eine Ausfahrt in den Garten." Begeistert läuft die Giraffe mit. "Und da bestimmen wir, wohin der Weg führt."

Lisa ist es nur recht. Sie kann mit Maus ganz gut allein das Schloss behausen. Kaninchen kommt zu Besuch. Und diese stressigen Hohlkatzen liegen platt wie die Bettvorleger vor dem Tor. "Komm Kaninchen, wir machen einen Kaffeeplatsch." Denn weder ihr Kuscheltier noch die Schlackerarm-Maus können eine volle Tasse gut halten. Anna seufzt nur ganz leise – Das Schloss und seine Bewohner sind ja zum Glück waschbar.


Fotos: W.Hein

Die Bilder zur Geschichte sind fast schon 10 Jahre alt. Damals im September waren es plötzlich so viele Bilder, dass die Auswahl viel zu lange dauerte und dann war die Zeit für die Veröfentlichung plötzlich vorbei und andere Geschichten drängelten sich nach vorn. Vielleicht gab es such Bedenken, ob jedes Mal so viele schöne neue Namen wie in dieser alten Geschichte auftauchen würden.

Die bunten Stoffteile sind fast alle von 'Haba'. Ob das deswegen jetzt schon Werbung ist, mag ich nicht sagen. Denn schon vor über 10 Jahren haben wir sie günstig Second Hand besorgt – keine Ahnung wie das aktuelle Produktprogramm aussieht. Lisa und Nelleke sind Rica-Bären, die es in dieser Form schon lange nicht mehr gibt. Kathleen Wallace, die Schöpferin von Anna, ist schon lange verstorben und Kanninchen und RafRaff kommen aus den Babyabteilungen von C&A, die ihre Kollektionen mindestens viermal im Jahr wechseln. Kann man für etwas werben, das schon längst vergriffen ist?