Sonntag, 2. September 2018

Leider nur ein Pool



Im Exil der Hotelsuite seiner Majestät 'Leonidas der Erste ohne Land' ist es nach dem Ostertrubel schon seit Wochen ruhig geblieben. So ruhig, dass sogar der Staub sich träge um die Glasränder legt. Ein Umstand, den die Hoheit mit einem überaus übersichtlichen Terminkalender durchaus geniesst.

Der Kammerherr legt die Dreieck-Schablone auf den Tisch und ordnet die Kugeln für ein neues Spiel. Schon seit einigen Tage füllen der König und er die sonst so öden Stunden spielend am Billardtisch.

Seine Majestät wartet, dass der Tisch bereitet ist, bevor er den ersten Anstoß macht. "Woher kommt eigentlich das Billard, Eure Majestät?" Der Kammerherr wundert sich schon länger. Eigentlich als plötzlich einige maulfaule Möbelpacker das schwere Möbel an einem Morgen in die Suite gewuchtet haben. "Ach das ist nur eine Leihgabe." Leonidas winkt etwas gelangweilt ab: "Die Inhaber von diesem Billardgeschäft wollen, dass ich ihren Tisch königlich empfehle."

Der Kammerherr ist froh, dass der König für das Billard sein letztes Hobby aufgegeben hat. Mit dem Teleskop blickte er davor stundenlang in die Nachbarfenster der umliegenden Häuser. Ob dort das Leben auch so langweilig sei? Seit dieser Zeit sind bei einigen Fenstern ständig die Vorhänge zugezogen und der Kammerherr musste ihrer Majestät erklären, was ein 'Stinkefinger' ist.

Der Kammerherr bemerkt mal wieder die abgegessenen Teller, die auf dem Esstisch vor sich hintrocknen. Keiner räumt hier ab – dabei wieseln gerade drei Pagen durch das Nachbarzimmer.

Der König schüttelt träge das Haupt. Der Kammerherr liegt vollkommen falsch: "Das sind keine Pagen, Das ist meine 'Leih-Security', die ich auch testen soll." Dem Angebot eines Wachdienstes konnte der König nicht widerstehen. Schließlich hat er die Sicherheitsfirma selbst auf die Idee gebracht. Ein König ohne Leibwache ist undenkbar und die Empfehlung als königliche Leibstandarte ist doch pures Gold für jedes Geschäft. Dafür müssen die schwarz gekleideten Herren aber erst mal ein paar Wochen ihre Eignung beweisen. Sie sollen unauffällig im Hintergrund bleiben und sich als Hotelbedienstete tarnen. Aber als solche arbeiten müssen sie deshalb noch lange nicht.

Allein es fehlt dem König etwas Taschengeld. Der Monarch betrachtet die Silberwaren in der Vitrine. Das wären doch ideale Leihgaben an den Pfandleiher. Wie schon einiges anderes aus der Vitrine oder von den Wänden. Das Hotelzimmer war beim Einzug schon etwas vollgestopft und hier würde es doch nur staubig, wenn kein Schwarzrock putzt. Leonidas ist sicher, dass das Hotel bei seiner Abreise alles gern wieder auslösen wird.

Der Kammerherr schluckt schweigend seine Bedenken. Lieber möchte er wissen, wie Leonidas all diese Sachen bekommt. "Ihr seid ein großer Influenzer?" Der König wehrt ab: "Influenzer? Ich habe doch keine Grippe!" Seine Majestät will nicht verstehen: "Nicht Influenzia. Ihr seid ein Beeinflusser!" Leonidas nickt: "Oja, ich bin ein großer Beeinflusser. Deshalb kommt ja das ganze Zeug zu mir. Damit ich diese Geschäfte alle zu königlichen Hoflieferanten ernennen kann."

Das bietet doch ungeahnte Möglichkeiten für den Umsatz einer jeden Art von Geschäft. Das müssen natürlich alle wissen. Besonders die Firmen, die noch etwas loswerden wollen. Der König drängt seinen Kammerherrn sich an den Laptop des königlichen Hoflieferanten zu setzen. Seine Majestät hat ein eigenes Profil auf Facebook und Instagram, aber als Promi lässt er natürlich schreiben: "Los, ihr müsst meine Begeisterung für die Leibwache auf meine Seite im Zwischennetz stellen. Schreibt etwas Nettes darüber. Aber nicht so nett, dass sie gleich abgezogen werden."

Seine Majestät hat gewartet, dass der Tisch bereitet ist, bevor er nun den ersten Anstoß geben kann. Ob er will oder nicht, ein König muss immer beginnen: 'Prima impulsaris' – das ist sein Geburtsrecht als Hochwohlgeborener.

Der König überlegt nicht lange. Er ist ein impulsiver Spieler, der die weiße Kugel in das bunte Dreieck jagt, damit die Bälle in alle Richtungen davonspritzen.

Er hat Glück, schon ist die erste Kugel in einer Tasche versenkt. Auch der nächste Stoß sitzt. So ein Monarch ist eben ein Naturtalent, der locker den Spielstock tanzen lässt. Übung ist doch etwas für niedere Stände.

Doch dann verlässt den lässigen Spieler das Glück. Der rosa Ball verhungert vor dem Loch.

Der Kammerherr ist dran und muss sich wirklich Mühe geben. Er hat sich in seiner Jugend sein Studium am Billiardtisch verdient. Und muss nun so kunstvoll stoßen, dass alle Kugeln im Spiel bleiben.

Siegesgewiss greift der König wieder zu Spielstock. Da wird er ein leichtes Spiel haben. Hätte er, wenn er tatsächlich dabei einen Ball versenken würde.

So muss der Kammerherr wieder seine ganze Kunstfertigkeit aufbringen…

Leonidas ist sofort wieder auf die Siegerstraße. Es ist schon betrüblich, wie leicht er seinen Gegner vor sich her treibt. Der Kammerherr ist eigentlich zu ungeschickt, um auf Augenhöhe Paroli zu bieten. Aber mit den drei schwarzen Sicherheitsleuten kann er nicht spielen, da die ja praktisch gar nicht in der Suite sind.

Die Situation auf dem Grün bleibt etwas unübersichtlich. Keine der bunten Kugeln will nach dem hochherrschaftlichen Stoß in eine der sechs Taschen fallen. Selbst als Leonidas auf dem Recht des königlichen Zweitstoßes besteht. Wieder flippen die farbigen Kugel kreuz und quer über den Tisch und keine verschwindet. Es wird Zeit, den Kammernherrn nach seinen anderen Aufgaben zu befragen.

Der Kammerherr sollte ein königliches Wappen besorgen. Möglichst eindrucksvoll soll es sein – mit Löwen und Einhörnern und einer Krone auf dem Schild. Sein Diener hat gleich mehrere Entwürfe mitgebracht, da er immer noch nicht weiß, wozu der König diese ganze Heraldik benötigt.

"Das macht doch was her." Der Monarch hat schon einen Favoriten. Das prächtige Wappen steht doch sicher hervorragend auf dem weißem Lack einer Nobelkarosse. Er braucht dringend einen fahrbaren Untersatz und einen künftigen Hoflieferanten, der dafür gleich – weithin sichtbar – die königlichen Insignien aufbringt. So jemand sollte doch leicht zu finden sein.

"Dero Gnaden sollte das mir überlassen," Der Kammerherr fürchtet, dass da bald nicht nur muntere Pferdchen unter der Haube galoppieren – sonder auch neue Kosten. "Ich werde für eine angemessene Beförderung sorgen."

Es sind einfach zu viele Kugeln. Aber einem geliehenen Billiardtisch kann man nicht in die Taschen schauen. Es gibt leider nur einen löcherigen Pool und keinen noblen Karambolagenfilz. So stopfen sie beim nächsten Spiel die überzähligen Bälle in die Taschen und spielen nur noch mit drei klassischen Farben: Schwarz - Weiß- Rot.

Der König hat natürlich auch hier den Anstoß. Aber weniger Kugeln bedeuten nicht mehr Treffer. Die weiße Kugel saust über den Filz, wird von den Banden immer wieder zurückgeworfen, allein die beiden anderen Kugel bleiben unberührt.

So muss sich nun der Kammerherr bemühen, nicht zu viele Punkte zu machen. Er schickt die weiße Kugel ziellos über den Tisch. Doch berührt sie am Ende die Rote, die unglücklich die Schwarze trifft.

Er muss weiterspielen. Er könnte versuchen in den Filz zu stechen, um sich zu disqualifizieren. Der König achtet immer nur nachlässig auf des Spiel, wenn er warten muss. Aber der Kammerherr sollte sehen, dass der Tisch keinen Schaden nimmt. Schließlich müssen sie ihn unversehrt zurückgeben können. Wovon sollten sie ihn auch bezahlen, wenn auch dieser königliche Test endet?



Fotos: W.Hein

Die Geschichte hat einen langen Vorlauf. So läuft schon im Juli eine Katze durch die Räume – zum Glück ohne die 'Leihgaben' zu schädigen.

Montag, 27. August 2018

Das Ende des Sommers



Die großen Ferien sind vorbei. Die Mäuse haben den Wagen für die Rückfahrt bis übers Dach voll gepackt und müssen wieder heim.

Alice teilt sich die Rückbank mit drei weiteren Mäusen und einem kleinen. kuscheligen Blechmann, der sich zwischen die zappeligen Kleinen gepresst hat. Hinter ihnen türmen sich die Koffer, Taschen und Tüten bis in den letzten Winkel.

Victoria wundert sich immer, wie Albert immer alles in den Wagen bekommt. Dafür klemmt sie sich die ganze Rückfahrt hinter das Steuer und Albert muss dafür auf dem Beifahrersitz die Strecke klären. Wenn er sich nicht beim Falten und Drehen der Karte verheddert. Da hilft bisweilen nur ein Manöverschluck aus der letzten Flasche Johannisbeerwein.

Jack hat sich den Kescher gegriffen, um die letzten Sonnenstrahlen einzufangen. Die letzten Tagen sind schon empfindlich feuchter und kühler geworden.

Der endlose Sommer gleichförmiger Tage der prallen Sonne und trockenen Hitze ist jetzt wirklich vorbei.

Victoria ist froh, dass sie demnächst nur noch in der Küche schwitzen wird.


Fotos: W.Hein

Es war eine Zeit zwischen hitzefrei und globaler Erwärmung. Nicht nur die Bauern haben unter den staubtrockenen Tagen gestöhnt und gleichzeitig konnten kleine Mäuse gar nicht so viel buntes Eis schlecken, wie es notwendig gewesen wäre. Weil sich vor den Eisdielen lange Schlangen zum Tresen von einem Schattenplatz zum nächsten wanden und das Taschengeld leider nicht mit der Zahl der Sonnenstunden und heißen Tagen Schritt halten konnte. Auch hier sollte es auch für dreikäsehohe Nager eine 'Dürreausgleich' geben.



Sonntag, 12. August 2018

Zurück auf Anfang



Das ist ein Sommerloch, das endlich nach über 10 Jahren geschlossen wird. Die Piratenente wartete damals am Ende des Steges, dass ihr Frederik vom großen Abenteuer zurückkehrt. Als großes Abenteuer passte es auch nur in zwei Teile. Das schlummerte all die Jahre auf der Festplatte und wird nun endlich gezeigt. Aber eben zum richtigen Zeitpunkt – dem Jahr 2007. Denn der Garten und der Steg haben längst ihr Angesicht geändert. Heute könnten die beiden dies nicht mehr erleben und auch ein namenloser Hase würde sich die Augen reiben, wenn er durch den Garten wandern würde.

Hier ist der Link zum ersten Teil:

Das ist der zweite Teil:

Foto: W.Hein


Dienstag, 31. Juli 2018

Die Aussprache


Die Schüler müssen draußen warten, wenn drinnen die Meister verhandeln. Der Kohei hatte sich schon gewundert, warum sein  Sensei nach Tagen der Untätigkeit plötzlich aufgesprungen ist und mit federnden Gang durch die engen Gassen zu diesem Haus gelaufen ist. Unterwegs hat er nur diese Kiste Äpfel gekauft, die sein Schüler ächzend bis zur Veranda tragen durfte. Dort hat sein Meister schnell zwei Stück Obst genommen und ist mit ihnen hinter der Schiebetür verschwunden. Wenig später wird der hiesige Schüler rausgeschickt und gesellte sich zum wartenden Kohei. Aufgeregt tuscheln nun beide, was hier wohl hinter verschlossenen Türen geschieht.

Drinnen hat sich der alte Sensei im abgetragenen Kimono knapp – aber nicht unhöflich – verneigt und beide Äpfel auf den Tisch gestellt, bevor er die Beine untergeschlagen und sich dabei auf das Kissen gesetzt hat.

Der Affe nickt nur und verliert kein Wort darüber, dass er offensichtlich Besuch erwartet hat. Nach einer Weile grunzt er tiefgründig,  dass auf der Gegenseite mit einem dunklen Knurren beantwortet wird. Nach der Begrüßung warten beide, dass der andere den Gesprächsfaden aufnimmt.

Endlich nimmt der alte Japanwolf seinen Apfel und beißt herzhaft rein.

Das ist das Zeichen, dass auch der Affe seinen Apfel in die Hand nimmt. Es folgt ein anerkennendes Brummen, während er ihn langsam von allen Seiten betrachtet.

 Schweigend beißen beide abwechselnd in ihre Äpfel, den anderen dabei genau fixierend.

Der alte Meister achtet genau darauf, wie er seine Bisse setzt. Er möchte sich nicht die Blöße geben, zu früh mit einem abgenagten Kerngehäuse auf seinen Gastgeber warten zu müssen.

Schweigend beißen die Meister in die Äpfel … bis beide nur noch die kernige Mitte stehen gelassen haben. Nicht mal einen Blick lassen sie dabei auf die noch dampfende Miso-Suppe, den schon wieder erkaltenden grünen Tee oder die Sushiplatten auf der Anrichte schweifen. Die Augen sind fest auf das Gegenüber gerichtet oder auf den Apfel in der eigenen Hand.

Ein letzter Blick, ein schneller Vergleich im Augenwinkel. Das Apfelessen endet mit einem Gleichstand, bei dem jeder sein Gesicht wahren konnte.

Wieder eine knappe Verbeugung, ein tiefes Knurren der Befriedigung, dass mit einem leichten Schnalzen beantwortet wird. Die Mission ist erfüllt, der Sensei kann wieder aufbrechen.

"Komm Kohei, wir können gehen," der Sensei winkt seinem Schüler zu, als er wieder aufbrechen will. "Der Affe hat verstanden." Unschlüssig blickt der Schüler zur Apfelkiste. Darf er sich da einen nehmen, wenn er schon alle hierher schleppen musste? "Natürlich, ich brauchte nur die zwei."

Fotos: W.Hein

Der Sensei ist Honshu, ein Japanwolf von Victoria Kukalo. Er musste endlich mit dem hochwohlgeborenen Affen von Eleonore Unkel-Schäufelin sich aussprechen, wieso er die Übungshalle für den Fechtsport so plötzlich ausleihen musste, obwohl der Affenmeister dort längst eine Buchung hatte, um seinen Schwertkampf zur Vollkommenheit zu führen. Und dann war noch die Kiste Äpfel zerschnitzelt, auf das seine plappernden Langnasen-Schüler gerade Pause auf dem heiligen Boden mit Obstsalat machen. Aber das ist nun geklärt.

Drinnen kann der Schüler endlich abdecken. Nach so schwierigen Verhandlungen mag der Meister auch keine kalte Suppe oder abgestandenen Tee. Zum Glück warten kalte Platten auf einen hungrigen Magen, der sich auch auf eine doppelte Portion freut.

Samstag, 21. Juli 2018

Sei's getrommelt



Es ist schon fast nach Mitternacht …

"Los jetzt!" Junior ist ganz aufgeregt. "Wir üben noch schnell und wenn die anderen wach werden, überraschen wir sie mit fetziger Morgenmucke."

Die kleine Ente in der Schießbude lässt die Stöcke fliegen. Was soll da schon schiefgehen? Die beiden Klampfenschwingerinnen haben da doch noch einige Fragen.

Eben ist alles ruhig. Die Häsin zögert: "Aber wir können doch nicht still üben." Junior verdreht die Augen. "Natürlich nicht." Fetzige Hits schocken doch nur, wenn sie lärmend in alle Glieder fahren. Jeder Trommelwirbel muss zu einem Schlag in die Magengrube werden.

"Aber dann wachen doch alle auf," jammert die Katze. Mist! Dann ist ja die Überraschung hin. Doch Junior weiß einen Ausweg. Wenn sie alles schneller spielen, sind sie eher fertig. Und sie sind dann durch, bevor es jemand merkt.

Der Langhals hat ganz andere Probleme. Wer hat ihr bloß das Tastenbrett verpasst? Wie soll sie mit ihren Hufen die einzelnen Tasten drücken können?

Es hilft nichts, die Ente will ein Star werden. Also greifen die Mädels beherzt in die Saiten. Doch wie soll daraus ein Stück zum Mitwippen werden? Muss man dafür nicht eine Melodie haben und einen Refrain, der sich im Ohr festbeißt?

Wenn hier etwas sofort ins Ohr geht, dann ist es das Getrommel von Junior. Das wird schnell und schneller. Aber auch noch etwas unregelmäßig. "Ich habe doch gesagt, wir müssen üben!"

"Üben ist ja gut!" die Katze zupft immer wieder die selben Saiten, in der Hoffnung, dass die anderen einsteigen. "Aber muss man nicht einen gemeinsamen Song spielen."

Schiraff fummelt an den kleinen Stellknöpfen über den Tasten. Vielleicht hat ja jemand schon eine fertige Melodie eingespeichert. Sonst bleibt ihr nur ein intensives Solo im Mittelteil, wenn sie mit den Hufen immer wieder von rechts nach links und zurück über die Tasten fährt. Oh yeah!

Fotos: W.Hein

Junior, Katze und Häsin kamen aus der Bärenhöhle Mahnke – ihre ursprüngliche Herkunft wird hier nachgetragen.. Schiraff kommt von Julia Nazarenko, Estland, Wolfgang ist ein Wolf von Teddyana, dem französisch-russischen Schwesternprojekt und die drei Olly-Sisters sind Susanne Heimels Susibären in Pink.


Die Schweine und der Wolf reiben sich verschlafen die Augen, als sie sich aus den Kissen schälen. Die Formel für den perfekten Popsong mag ja ganz einfach sein. Doch hier im Haus kennt sie offensichtlich niemand.



Montag, 9. Juli 2018

Eine Mausefantasie


Das hatte sich Jack ganz anders vorgestellt …

In was für eine Gegend ist hier bloß geraten?


Solche Pflanzen hat er noch nie gesehen.


Dafür haben die hiesigen Einwohner offensichtlich schon bessere Tage gesehen.


Vorsichtig kommt Jack näher. Doch der Kosmonaut rührt keinen knochigen Finger mehr.


Dennoch sieht der Mäusejunge zu, dass er das Weite sucht und findet … als es hinter ihm plötzlich im Gebüsch knackt.


Wenig später knirscht der blaue Kies unter schweren Stahltritten.


Es ist ein Bö-botz, der eifrig mit dem roten Lichtauge die Umgebung absucht.


Dabei beschreibt der Lauf seiner Wumme einen großen Kreis. Das sieht nicht nach einem Laubsauger aus und Jack bleibt lieber in Deckung.


Schon poltern zwei weitere schwere Maschinen durch das bunte Gehölz. Sie scheinen etwas zu suchen, so wie sie ständig die Köpfe in alle Richtungen drehen.


Auch der erste Botz sucht eifrig das Gelände ab. Verfluchter Nebel, da sieht er kaum, wohin er seine Schritte setzt. Er könnte seinen Infrarot-Sucher verwenden, wenn der nicht erst in den Nachfolgemodellen verbaut worden wäre.


So müssen sie jeden Stein noch einzeln umdrehen, den Kies durchkämmen und mit langen Knarrenläufen die Äste beiseite schieben. Das nächste Mal bringen sie besser eine Harke mit, die sie sich dann zeigen können.


Offensichtlich suchen die Botze jemanden. Jack bringt sich lieber in Sicherheit. Er will gar nicht wissen, ob er dieser jemand sein soll.


Denn eigentlich ist sich der Mausejunge sicher, dass er gemeint ist. Da möchte er gar nicht ins Blickfeld geraten.


"Ich sehe keine Erdlinge," schnarrt der schwarze Bot.


"Wahrscheinlich haben sie unsere Bleispritzen gesehen," siniert der Weiße. "die huschen ja sofort ins Erdinnere."


Eigentlich sollten ja lieber Schlickrutscher oder andere Bodenkriechlinge die flinken Nager jagen. "Wir sind zu Höherem berufen."


Das sehen die Chefs ganz anders. Sie sollen mal reinhauen. Oder diese Erdlinge anders aufschrecken.

Es kann doch nicht sein, dass sie hier mit einer großen Truppe anrücken, und mit leeren Stahlklauen wieder abziehen müssen.

Die beiden Einaugen streifen immer noch die Büsche. Da taucht Jack schnell unter und krabbelt unter den nächsten Stein oder ein besseres Versteck.


Mit großen Augen hockt Jack hinterm Busch. "Wach auf!" murmelt der kleine Matrose "Wach auf!" Das ist doch sicher nur ein Traum … hoffentlich …


Fotos: W.Hein

 Vielleicht ist es nur ein Traum. Auf jeden Fall ist es ein Test, der eigentlich noch mal fotografiert werden sollte. Doch jetzt rennt Jack schon mal durch diese Bilder. Die zeigen die Mausewelt der Zukunft. Denn wenn es eine Zeitmaschine gibt, können Jack und die weiße maus natürlich in die Zukunft reisen. Und die muss schließlich anders aussehen. Die wütenden Botze kennen Jack offensichtlich auch und würden ihn gern einfangen. Woher sie ihn kennen? Nun, wo hat Jack wohl den riesigen grünen Roboter gefunden? Das wird alles noch ein Riesendurcheinander. Ein Wesen mit einem langen Schweif findet einen toten Weltraumfahrer zwischen lauter Felsen. Die ersten Bilder erinnern an das "Blackstar" Video von David Bowie. Mich tun sie es jedenfalls ;-)