Donnerstag, 30. April 2020

Disco Distance



Wer braucht für die Walpurgisnacht schon einen sperrigen Brocken? Die kleine Schreckerin hottet diese Nacht dann eben im eigenen Hexenplatz zu heißen Rhythmen.

Auch die anderen Schrecker mussten vom Flugplatz abziehen. Ihre Besenflüge wurden gestrichen. Dann zünden sie das Feuer eben digital an und machen ihren eigenen Tanzplatz auf.

Natürlich achten sie auch hier auf den richtigen Abstand. Social Distance Dancing heißt das Gebot der Stunde. Alle sind mindestens eine Besenlänge voneinander entfernt und zappeln mit Maske auf der Stelle. Es darf eben keiner dem anderen Schrecker zu Nahe kommen.

Die Besen haben sie längst in der Ecke gestellt, die stören nur beim Tanzen. Zum Buffet dürfen die kleinen Unholde natürlich nur einzeln gehen und ernten die wütende Blicke der anderen, wenn sie sich nicht schnell genug entscheiden können. Oder wenn sie sich ein Riesenstück Pizza rausnehmen. Dabei könnten sie doch jeder Zeit den Bringdienst rufen, der – um den Abstand zu halten – den Nachschub dann wie ein Frisbee rüberwirft. Dann hilft natürlich eine Extraportion Käse, damit in der schnellen Drehung dabei nicht die Salami davon segelt.

Treat muss mal – zum Glück gibt es keine kilometerlange Schlange, bei der alle so locker stehen, dass man sich fragen muss, wo eigentlich das Ende ist.

Oh! Der Ort ist schon besetzt. Da hat jemand das Social Distancing aber ziemlich übertrieben. 

Sie will gerade über ihre Entdeckung berichten, da wird sie erst einmal zurecht gestutzt: "Treat, deine Maske rutscht. Dann fliegen die Viren doch doppelt so weit!" 

So tanzen sie wohl noch die ganze Nacht um ihr digitales Lagerfeuer ... 

wenn nicht die Corona-Polizei aufgetaucht wäre und die Abstände verdoppelt hätte. Da wird die Musikbeschallung in den Außenbereichen schon ganz schön leise.


Idee: SchneiderHein       Fotos: W.Hein

Eigentlich sollte die Bändigung der Zeitmaschine das Ende der diesjährigen Walpurgisnacht werden. Aber Silke fehlte ein Happy End. Also gibt es diese Instantparty für die kleinen Schrecker mit einer sehr gnädigen Corona-Polizei. Sie hat nur noch die Personalien aufgenommen, um die Ketten verfolgen zu können. Dabei hat eine Hexe doch gar keine Klunker am Hals.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Nicht zu fassen, da sind die kleinen Schrecker doch noch zu ihrem Tanz um das Feuer und in den Mai gekommen ! Beneidenswert, bloß mit Treat hätte ich auf keinen Fall tauschen wollen !!! (Täglich mindestens einmal herzhaft lachen soll ja gesund sein, das hab ich jetzt grad gemacht ; -)

Guten Morgen, ihr zwei Helden, und ein dickes DANKE für die großartigen Geschichten ! Gott sei Dank sind auch die Mäuse in diesen Zeiten gut ausgestattet mit Smartphone, Tablet und Notebook ... die Polizei hat wohl noch mehr Absperrband als Klopapier ... und eine ganz neue Pizzasorte - FrisbeePizza ; -)) Ich kann mich mal wieder gar nicht sattsehen an den vielen Details und sattlesen an den witzigen Ideen und Texten ........ es ist so schön, was euch da immer wieder einfällt und welche Requisiten ihr herbeizaubert.

Das Wetter ist gerade richtig, um es sich nachher auf dem Sofa gemütlich zu machen und die Geschichten, auch die verlinkten älteren Abenteuer, nochmal in Ruhe zu genießen. Ich wünsch euch einen guten Start in den Mai , einen gemütlichen Feiertag ohne Arbeit und dass es euch so gut geht wie den kleinen Helden ! Viele liebe Grüße, Manu

heinwerken hat gesagt…

@ Manu
Eigentlich kommen die kleinen Helden ziemlich gut durch die Corona-Zeit. Sie hinterlässt zwar ihre Spuren und die Geschichten dieser Zeit wird man immer der aktuellen Situation zuordnen können. Aber so lange es dabei etwas zu lachen gibt, ist es immer noch nicht (wie für die meisten) wirklich bedrohlich. Wer auch jetzt positiv zum Leben steht, kann mit dieser Situation auch umgehen. Ich verstehe zwar, dass einige des Virus' überdrüssig sind und deshalb einen großen Bogen darum machen wollen. Aber ich finde, Covid-19 gehört zum Leben einfach dazu und es ist auch spannend, was es mit den Selbstverständlichkeiten macht.

Ich habe aktuell meine medialen Helden, wie man sich vernünftig und sozial verhalten kann. Da gehören die Zwillinge Braun vom MiWuLa in Hamburg dazu oder Torsten Sträter mit seiner Bundespräsidenten-Ersatzrede in seiner Sendung vom 02.05.2020. Hier finde ich Vernunft, Augenmaß, Toleranz, Verständnis und das Eingeständnis, dass es aktuell keine Allwissenheit geben kann.

Im Moment gelten Rücksicht auf Andere und Solidarität beim Verzicht noch erstaunlich viel. Das dies die ungehemmte Selbstverwirklichung und gewissenlose Kapitalisierung aller Ressourcen wenigstens zweitweise bremsen konnten, ist schon erstaunlich genug. So kommt mir der Wunsch nach einem "Weiter so wie vor Corona" oder einem "ich will wieder bedenkenlos Sein" wie ein trotziges Kind vor, dass sich die Augen zuhält, um sich vor der Umwelt verstecken zu können. Ich bin mir zum Beispiel nicht sicher, ob ich jetzt lieber am schwedischen Experiment teilnehmen möchte. Auch wenn ich im Moment noch keine Idee habe, was wir in Zukunft machen werden und woher das Geld kommen soll. Und wenn der Shutdown aktuell unsere Firma auch existenziell bedroht, so habe ich die Utopie, dass einige Auswirkungen der Corona-Krise uns erhalten bleiben. Dass die Leute systemrelevant sind, die unsere tägliche Versorgung aufrecht erhalten und nicht die, die mit Luftnummern u. a. aus dem Verscherbeln unserer Grundversorgung dafür das große Geld kassieren. Dass wir nicht über das Klima diskutieren brauchen, wenn wir dafür keine Verhaltensänderung machen wollen und glauben wollen, dass Kreuzfahrten, Discountflüge und dicke Diesel damit nichts zu tun haben sollten. Dass Einzelhandel, Kaufhäuser und viele andere Unternehmungen auch ohne Krise hätten klären müssen, wie ihre Zukunft aussehen soll. Dass es immer schon eine Frage war, wie so viele Menschen von Dienstleistungen, Beratungen und Services leben können, wenn die Zahl der effektiven Basisarbeit schrumpft, ins Ausland verlagert wird oder sowieso gleich von Maschinen erledigt wird. Welche Tätigkeit ist wirklich wertvoll? Haben wir immer die richtigen Werte im Blick? Wenn es für jeden auch immer etwas anderes bedeutet.
Wieso gefährdet eine Corona-App unsere Freiheit, wenn die Klage darüber in den Big Data-Sammelstellen der Sozialen Medien und Internetkonzerne läuft, deren Auswertungen mehr wissen als Orwell und Stasi zusammen? Für unseren Komfort haben wir damit kein Problem, aber es wird ein Riesending, wenn es wie bei den Schutzmasken um die Solidarität mit unseren Mitmenschen geht? Wer versteht die Klage über die angebliche Meinungsunfreiheit, die genau mit der vorhandenen Meinungsfreiheit gefahrlos überall hin getragen werden kann? Auch wenn man sich heute wegen der Ansteckung nicht an die eigene Nase fassen soll – hier würde es nicht schaden. Bevor eine Schuld bei den großen Unbekannten, bösen Mächten, dem System oder was auch immer sucht.
Es ist vielleicht dieses Ungleichgewicht von großen Themen und der erzwungene Starre, das die Emotionen hochpeitscht. Zumal die üblichen Fluchtbewegungen für viele blockiert sind. Wir haben Glück: Uns bieten die kleinen Welten von Bären und Mäusen die wunderbare Chance, dem Alltag entfliehen zu können. Und dies um so mehr, weil auch darin das Corona-Virus nicht ausgespart wird. Damit ist der Kreis geschlossen und der Mai kann kommen.

Viele liebe Grüße Wolfgang

Anonym hat gesagt…

Hallo,ihr Lieben, danke für eure Zeit und die Rückkommentare ! Vor allem zum letzten ... da spricht / schreibt Wolfgang sehr viele wahre Worte ganz gelassen aus ... und sicher nicht nur mir aus der Seele !!! Es ist so, wie es ist und wir haben die Chance, was Neues draus zu machen !

Nochmal zum "Fliegerleid" ; -) Ich gebs zu, Mitte der 60er Jahre wollte ich Stewardess werden, hieß damals noch so . Bis ich gecheckt hab, dass man da nicht die weite Welt, sondern nur enge Flugzeuge und Flughafenhotels sieht. Als man beim Fliegen noch kein schlechtes Umweltgewissen bekam, bin ich schon viel geflogen, auch Fernreisen, bis mich die Sorge um Eltern von längeren und weiteren Abwesenheiten abhielt. 2020 wollte ich nach langer Zeit mal wieder losfliegen außerhalb der Schulferien ; -)) Jetzt soll es halt nicht sein, man kann sicher auch beim HomeTravelling ; -) viel Neues entdecken und erleben.

Auch zu diesem Post : Hat Wolfgangs Filmfrage zum letzten Bild und den Hinweisen ... Aussichtsplattform, Fernrohr, Rucksack ... was mit Schlaflosigkeit und einer Stadt in AmiLand zu tun ; -?

Ab heute gelten ja sehr unterschiedliche Regelungen die Lockerungen betreffend ... mal sehen, wie es sich weiter entwickelt. Euch beiden von Herzen viel Erfolg mit eurer vielleicht ganz neuen Firma und viel Gesundheit für euch, Silkes Ma und die Katzenmädels !!! Viele liebe Grüße und Gutgehen, Manu

heinwerken hat gesagt…

@ Manu,
es gibt bei Dir immer wieder spannende Seiten zu entdecken und eine "Stewardess" aus den Mitt-60ern klingt immer noch besser als die "Saftschubse" der 90er ;-)
Du hast recht mit der Schlaflosigkeit im Nordwesten der USA - auch wenn es die Aussichtsplattform des Mause-Mini-Flughafens nicht gerade mit Empire State Building aufnehmen kann.
Vielen Dank für Deine Zustimmung zum letzten Kommentar – an anderer Stelle des Internets werden ganz andere Töne geschwungen und in dem Bild sind wir dann nur die Lemminge, die Fliegen oder die Leichtgläubigen. Es werden wieder recht unversöhnliche Zeiten...

Liebe Grüße
Wolfgang

Allaboutluisa hat gesagt…

Das ist wirklich sehr interessant!
Liebe Grüße
Luisa von https://www.allaboutluisa.com/