Sonntag, 6. April 2014

Hungriges Wetter



"Das ist so eine Suppe!" Alisa kann gar nicht glauben, dass der ganze hintere Garten verschwunden ist: "Das ist eine so dicke Suppe, da sieht man nicht die Pfote vor Augen."

"Genau," pflichtet ihr Conroy bei: "Mit den Pfoten vor den Augen sieht man nichts!"

"Ich hätte ja gedacht, das ist eine Luft zum Schneiden," wundert sich Maylin. So oder so macht dieses Wetter ziemlich hungrig. Die kleinen Bären sind schon so früh in den Garten gestürmt, dass sie glatt das allererste Marmeladenbrot mit Honigmilch vergessen haben. Und jetzt ist da überhaupt kein richtiger Garten. Nur unscharfe Schemen und immer hellere Schattengestalten in Grau, die durch nassdunstige Luft staksen. Wo ist die neugierig langfingerige Sonne der letzten Tage geblieben, die am Morgen ihre Strahlen durch das helle Grün treibt?

"Wenn hier noch fette Brühe in Scheiben geschnitten wird, können wir auch erst einmal frühstücken!" Maylin dreht sich um, um wieder ins Haus zu gehen. "Ich freu mich schon auf diese ersten Stücke im Magen." Insbesondere auf ein Stück Honigkuchen! "Komm, du Pfoten-Nix-Seher!" Alisa führt jetzt Conroy besser aus dem milchigklammen Suppengarten, damit er nicht unterwegs in den Teich fällt.


Fotos: W.Hein

Alisa und Conroy waren ja schon immer kleine Wetterbären. Nun haben sie auch eine Maylin im Schlepptau, die sich wundert, was der Himmel so alles machen kann: Er backt im Winter Brot, lässt an manchen Tagen Tiere regnen und jetzt kocht die Wetterküche milchige Flüssignahrung. Das muss man nicht verstehen. Dafür verstehen sich die die drei kleinen Petze ziemlich gut. Sie sind als Rica-Bären ja auch Geschwister. Sie sind alle von Ulrike und Claude Charles entworfen, genäht und gut, aber nicht zu fest gestopft worden.


Samstag, 22. März 2014

Ein Langohr aus Rost



"Ich weiß auch nicht, was das Langohr sagen will." Das Mäusemädchen Altklug schüttelt den Kopf. Warum soll sie immer alles wissen, was kleine Brüder fragen?

Dieses Langohr kommt sicher aus Rost in diesen Garten, wenn es jetzt auch schon seit einiger Zeit auf dem Podest flaniert. Es wedelt angeregt mit Pfote und findet kaum Zeit, an der langen Pfeife zu ziehen. Es scheint dabei etwas zu murmeln, doch die beiden Mäuse verstehen einfach nicht, was.

Der kleine Naseweis spitzt die Rundohren und versucht die Mimik des Eisenmümmelmanns zu lesen. Es liegt wohl an dem vielen Metall, dass seine Bewegungen so träge sind und es eine flinke Maus kaum ertragen kann. Der Hase strotzt den Elan aus allen Knopflöchern, aber es dauert, bis man eine Veränderung erahnen kann.

Nun, es dauert dem Mäuserich nun schon viel zu lange. Dafür, dass doch nichts zu verstehen ist: "Komm lass uns verschwinden. Ich glaube, der kann doch nur rostisch!"


Fotos: W.Hein

Altklug und Naseweis sind zwei Mäuse von Bell Bears Design. Der rostige Geselle kommt aus dem Country Charme Online Shop und ist nur auf der Durchreise nach Braunschweig.



Mittwoch, 19. März 2014

Bodenluftverkehr



Die Sonne hat die kleinen Petze aus dem Haus getrieben. Mit langen Lichtfingern schiebt sie die Bären durch die hohen Bäume. Jetzt hüpfen sie von einem Sonnenflecken zum nächsten. Im Schatten ist es noch empfindlich kalt.

Ein Sputnik in den Gedenkemein zuckt zusammen. Es wollte hier in aller Ruhe die Freiluft-Flugsaison eröffnen. Dafür muss sich das rote Fusseltier nur aufs Fliegen konzentrieren und den ganzen anderen Flusenkram, der sonst im Kopf herumschwirrt, dort rauswerfen. Und jetzt kommen diese hellen Stimmen immer näher. 

Schon watschelt mit quitschenden Rädern ein Pinguin heran. Das mit dem sanften Abheben wird immer schwieriger, denn schon muss das Sputnik sich auf freundliche Worte konzentrieren. Es sollte doch antworten, wenn eine kleine helle Bärin sagt: "Hallo!" Und dann sogar noch: "Schön, dass du auch hier bist. Hab' schon von Weitem deinen silbernen Popel-Roteller in der Sonne blinken gesehen." Äh, also, upps, das heißt jetzt wohl: "Die Flugtassen hoch!" Öhm, prost, neh, nur: "Tach!"

"Psst, hast du das rote Dosentier schon mal fliegen sehen?" Der kleine Matrose stupst Maylin an. "So richtig mit surrenden Propeller und hoch übern Kopf?" Die weiße Bärin schüttelt den Kopf: "Neh, noch nie." Sie kann sich noch nicht einmal an einen blütenkopfrasierenden Tiefflug erinnern. Der blaue Junge gibt keine Ruhe: "Kann es überhaupt fliegen?"

Den Verdacht hat die Kleine ja auch schon länger: Das Sputnik ist als Flieger ein Bodendecker. "Das ist gar nicht schlimm." Sie zeigt dem Sputnik ihren Pinguin: "Hier schau mal! Das ist ein richtiger Vogel, ganz sicher, und er kann trotzdem nicht fliegen."

Conroy ist verwirrt. Ein Flieger bleibt ein Flieger, auch wenn er nicht abhebt? Was macht denn einen Flieger zum Flieger? Ein Flugschein für Scheinflüge? Eine frei drehende Luftschraube auf dem Kopf? Ist dann jeder Ventilator ein Flieger? "Ach Conroy, lass es gut sein. Du willst doch kein Kein-Conroy sein," beruhigt ihn Alisa. Das ist doch etwas vollkommen anderes. Weil er weiß, dass er auf jeden Fall ein Conroy ist.

Genau wie das Sputnik. Natürlich ist es ein Flugtier. Das ist alles eine Frage des Willens. Und wenn es sich nur endlich mal konzentrieren könnte, weil hier nicht so ein Trubel herrschen würde. Diese Bären müssen immer so freundlich sein. Und dabei auch noch lärmen und reden. Ein Sputnik muss hier weg!

Natürlich wird es gleich wieder davon fliegen. Was diese unverschämte Bärin nur will? Was hat ein Sputnik mit diesen Vogelrollmops zu tun? Es braucht nur etwas Ruhe zum Durchstarten. Wenn es sich nur nicht so aufregen müsste. Weil es doch eine Gemeinheit ist, dass es nicht fliegen könnte. Nur kann das Sputnik gerade jetzt nicht fliegen, weil es so gemein ist.

"Heh, bleib doch hier!" Die Kleine winkt dem davon hoppelnden Dosenhüpfer hinterher. Sie wollte ihn doch nur trösten. Es muss doch auch Tiefstflieger im erdnahen Bodenverkehr geben. 

Oh! Oh! Jetzt verheddert sich der eilige Fusselflieger auch noch in den fisseligen Gedenkemeinranken. So wird er niemals abheben und die kleinen Pinguinschieber noch Lügen strafen.


Fotos: W.Hein

Das Sputnik ist ein bodennaher Dosenlenker von den keuns & bears. Der Schiebepinguin der Kleinen hat Deb Canham auf die Räder gestellt. Alisa, Maylin, die Kleine, Conroy und Lauritz sind alles kleine Rica-Bären von Ulrike und Claude Charles.


Montag, 10. März 2014

Der Rennrammler



Der Frühling lässt anderswo vielleicht Bändchen flattern. In den Garten hat er lieber die Sonne geschickt. Bären und Mäuse haben die dicken Winterjacken längst wieder eingemottet, bevor sie ins Grüne ziehen. Dort verausgaben sich seit Tagen die Krokusse und Schneeglocken, so dass die ersten Blütenkelche schon wieder ermattet zu Boden sinken.

Am Rande der Wiese steht wieder der alte Räderrammler, der von einem Stacheltier sehnsüchtig bewundert wird. Weil das fliegende Langohr ein wenig wurmstichig ist, musste es die nasskalten Jahreszeit in der Garage überwintern. Inzwischen blinzelt es wieder mit blitzenden Nagelaugen unternehmungslustig auf das grüne Geläuf, bis es in wenigen Wochen hinter Hasenglocken verschwinden wird. Doch jetzt hat er die ganze Aufmerksamkeit eines kleinen Igels, der andächtig über die großen Räder streicht.

Auch eine kleine Bärin hat immer ein Auge auf das Dekogerümpel im Garten. Doch im letzten Jahr war der Hase so schnell im Wucherdickicht verschwunden, dass sie seine rasebereiten Rollräder noch gar nicht bemerkt hatte. Wenn er nur etwas bequemer wäre und sie wüsste, wie man sich gut festhalten könnte, dann ...

... ja dann würde sie über die grüne Pläne sausen, so schnell die Räderläufe des Rennrammlers sie tragen. Bis zum Ende der Grasnarbe und genauso flink zurück.

Der Rennpraktikant kann da nur mit den Rundohren schlackern. Als wenn eine kleine Bärin auch nur über einen einzigen Blütenstengel rattern würde. Und im Moment stehen die hier an einigen Stellen dicht an dicht. So ein Rennrammler ist doch Vorkriegstechnik. Keine Lenkstange zum Slalomfahren, kein Katzenauge und vor allen Dingen kein EL-EH-DE-Tagfahrlicht. Der hat doch sicher noch nicht einmal Garten-TÜV.

Das ist Marit-Sofie egal. So ein schönes schnittiges Profil, dass den Frühlingswind schneidet. Sie sieht sich auf seinem hochreckten Rundrücken durch den Garten eilen. Und ins Beet purzeln. Weil es keinen Haltegriff gibt.

Sie fragt die graue Maus, die im letzten Jahr doch immer hinter diesen Rennratten hinterher gehetzt ist: "Wie sause ich am besten und natürlich schnellsten auf dem Hasen über den Rasen?" Der heißt doch sicher aus gutem Grund so.

Nun, der Rennpraktikant schaut sich um. Erstmal müssen diese Huckelhöcker aus der Wiese verschwinden. Dann sollte man das fusselige Grün platt machen. Ganz platt. Am besten mit Beton. Und dann fehlt noch ein Gefälle. Oder man fährt gleich auf die Straße, dort wo die Siedlung einen Abgang macht. Marit-Sofie zuckt mit den Schultern: Schade, so hat sie sich eine Ausfahrt ins Grüne nicht vorgestellt.

Aber ein Stacheltier kann sich immer noch sehr gut vorstellen, auf flinken Hasenrädern über den Rasen zu rasen. Es muss dafür nur die Augen zukneifen. Und ein wenig tagträumen. Wenn vorlaute Bären und Hasen dazu bitte schweigen könnten. Pssssst!


Fotos: W.Hein

Marit-Sofie, das Frühlingskind ist eine Rica-Bärin von Ulrike & Claude Charles. Die beiden Mäuse kommen von Bell Bears Design aus den Niederlanden. Der kleine Igel stammt aus Neuseeland von D'Lyell-Bears. Und der alte Rennrammler ist ein Scheunenfund, der sich unversehens auf Ebay wiederfand, bevor er knarzend in unseren Garten rollte.


Montag, 3. März 2014

Zorropause



Nein! Nein! Nein! Die große Saurierforschung hat dieses Jahr keine Zeit für Zorro. Der frühe Frühling zwingt schon jetzt zu großen Funden und bis jetzt will ihnen niemand beim Umgraben des Gartens helfen. Da muss ein Rächer der Witwen und Waisen seinen Umhang im Schrank hängen lassen und so ein Pieksdegen hilft nicht wirklich beim Bodenbohren von ollen Knochen.

Lena hat sich dabei extra in Nase geschmissen. Sie hat den Aufsatzriechkolben in einer spanischen Silvestertasche gefunden, die jemand von der Hotel-Neujahrsfeier beim letzen Inselurlaub eingesackt und an die Bären weiter gereicht hat. Die Schnucke hat dazu den Papierfächer aufgeklappt und sich eine extra fusselige Foliengirlande um den Hals geschlungen. So viele Stilverbrechen könnten doch wohl von einem maskierten Rächer aufgeklärt und gesühnt werden.

Auch Marit-Sofie mit Glitzerlarve würde für eine Zorrorettung die Papierfanfare laut auftröten lassen. Wo sind die Hüter des guten Geschmacks, wenn man sie mal braucht? Vielleicht kann der Samtosaurus helfen. Wenn die vorlaute Tröte endlich wieder schweigt und das Klingeln in den Bärenohren des grünen Dinoträgers langsam abklingt.

Was denn? Ein Samtosaurus trägt doch kein Kostüm! Das ist unentbehrliche Arbeitskleidung für die ernsthafte Urzeitforschung. Für sinnloses Verkleiden um bei irgendwelchen tollen Tage einfach nur einen draufmachen zu können, hat ein geschäftiger Dinosammler keine Zeit. Er muss arbeiten und sich im Tarnanzug an die arglosen Moderknochen heranpirschen.

Sie müssen also arbeiten, Pfffüh! Das ist mal wieder typisch. Die Mädchen haben sich extra aufgerüscht, um zu feiern. Und die Jungs suchen das Weite. 


Fotos: W.Hein

Lena, das Schaf kam aus dem Rosenfachhandel zu uns. Ohne große Geburtsurkunde und den Hinweis, wo ursprünglich ihr Heimatstall stand. Marit-Sofie und Linus kommen als Rica-Bären aus Detmold. Und Delwyn von Lynda Hampton stammt sogar vom Kangeroo-Island aus dem fernen Australien. Ach ja, und die spanische Verkleidungstüte hat uns meine Mutter vom letzten Kanarenurlaub mitgebracht.



Donnerstag, 27. Februar 2014

Rost



Das Glück hat um ihren Warteplatz auf der Gans bis jetzt einen Bogen gemacht. So muss es Marit-Sofie wohl doch selber suchen. Sie findet aber nur weitere Vogelviecher. Die sind aus schwerem Metall und können erst recht nicht davon fliegen, wenn sich die kleine Bärin forsch nähert. Die Eisenvögel sind nur schwer angeschlagen durch den Winter gekommen. Der große Fischreiher steht auf Halbmast.

Da ist es ja gut, dass der Reiher bei so einer Arbeitsauffassung keine Fische mehr bewachen muss. Und dem Rest der Steh-im-Gartenweg geht es nicht besser. Bei den Raben, nur ein paar Schritte entfernt, fehlen Schwanzfedern.

Wenn die kleine Bärin genau hinschaut, ist das Abwerfen der Stahlfedern kein Zeichen für eine frühe Mauser. Die Raben haben inzwischen eine löcherige Wetterseite. Sie rosten einfach stumm auf ihren dürren Stelzbeinen vor sich hin. Das ist bestimmt kein Glück.

Das Glück sucht die helle Petzeline lieber an anderen Orten. Im Kühlschrank, wo leckere Milch steht und im Schrank mit dem goldigen Honig. Und wenn sie dazu noch den Topf, den Kochlöffel und eine Herdplatte findet, dann wird das Ganze zu einer heißen Milch mit Honig. Und das größte Glück hätte Marit-Sofie, wenn sie dabei Anna trifft, die alles zusammen köchelt, bevor kleine Bären mit klebrigen Pfoten die Küche und alle Handgriffe verkleben können.


Fotos: W.Hein

Marit-Sofie ist eine Rica-Bärin von Ulrike und Claude Charles aus Detmold.


Sonntag, 23. Februar 2014

Gans glücklich



Die kleine Bärin ist froh, dass sie den Vogel gefunden hat. Sie hat bei den grimmigen Märchen genau aufgepasst. Immer wenn dort eine Gans auftaucht, droht das große Glück. Unterwegs für einen Hans oder in Gold gefiedert für einen Dummling. Marit-Sofie weiß zwar noch nicht, ob sie überhaupt einen Prinzen oder so etwas will. Doch den Watschelvogel hat sie schon mal besetzt. Man weiß ja nie. Allerdings ist diese Gans nur aus Ton, steht ziemlich versteckt hinterm Hochbecken und vor der Nase wippen die roten Zweige im frischen Wind. Ob sie das Glück hier wirklich finden wird?


Fotos W.Hein

Ob einen das Glück findet oder man es selber suchen muss, das wissen noch nicht einmal wir großen Gartenbewohner so genau. Manchmal soll jeder einzelne es sich sogar selbst unter Feuer und Schweiß schmieden. Das Erhämmern von Glück klingt nach einer Menge Arbeit und vielleicht geht dieses Lohn-fürs-Schuften-Konzept am Ziel vorbei. Denn Glück hat etwas von Zufall und die Hauptarbeit sollte dabei die Fähigkeit sein, das Glück überhaupt zu erkennen, um es genießen zu können. Wenn es danach geht, ist es schon ein 'kleines Glück', dass wir ohne sie zu suchen, diese kleine helle Rica-Bärin vor einiger Zeit in der Bärenhöhle gefunden haben. Und sie Zeit hatte, mit uns in den Garten zu kommen.


Sonntag, 9. Februar 2014

Voll abgefahren



Es ist ein Sonntag des Missvergnügens. Der weltbeste Vogelforscher aller Gezeiten ist brummelnd aus dem Haus gestürmt, um ohne Umwege zur Haltestelle der Straßenbahnen zu wetzen.

Doch oben auf dem Bahnsteig angekommen findet der eilige Pinguinfreund nur noch zwei frisch abgestempelte Fahrkarten. Das ist alles, was von der Frackhorde geblieben ist.

Dabei hatte der enttarnte Vogelkundler in den letzten Tagen noch überlegt, wie er sich den großen Laufvögeln wieder nähern könnte. Als wandernder Eisberg geht nicht mehr, weil inzwischen der ganze Schnee weggeschmolzen ist. Als fliegender Fischhändler für Laufvögel hat er noch keine Quelle für frische Fische aufgetan. Die bunten Fische im Teich sind schon vor einem Jahr verschwunden. So wie jetzt die ganze Frackhorde. Er hält eine liegengebliebene Fahrkarte in den Pfoten. Das ist der Beweis: Die großen Vögel sind mit der Straßenbahn auf und davon.

Der kleine Bär weiß genau, was passiert ist: Die Wandervögel sind gemeinsam zum Bahnsteig gewackelt. Dort haben sie ihre Straßenbahnkarten gezückt und am Automaten abgestempelt.

Jetzt warten sie im oben auf dem Bahnsteig im eisigen Wind. Sie müssen aufpassen, dass ihnen dabei die Fahrscheine nicht aus den Stummelflügeln fliegen, denn solche Schwarzfahrer wollen sie nicht sein.

Am Fahrplan gibt es noch eine kurze Diskussion, ob sie jetzt zum Bahnhof, lieber zum Flugplatz oder doch gleich zum Nordhafen fahren wollen.

Es ist schon unpraktisch, wenn man als Zugvogel nicht fliegen kann. Ob es diesmal direkte Zugverbindungen der Bundesbahn bis zum Südpol gibt?

Das Warten auf die passende Bahn zieht sich. Eine Windbö reißt fast einen Fahrschein mit sich. Den kann eine rasche Schnabelspitze gerade noch festhalten. Glück gehabt. Wenn später der Kontrolleur kommt und die Fahrscheine sehen will ... dagegen sind diese ewigen Vogelzähler vom NABU doch ein Vogelschiss.

Das ist die Gegenrichtung. Eine Straßenbahn hält ... leider am falschen Bahnsteig. Die Frackträger werden immer unruhiger und geckern sich eifrig zu. Sie müssen auf der zugigen Haltestelle noch weiter ausharren.

Endlich kommt die Bahn und die Türen schwingen schnaufend auf. Jetzt muss es schnell gehen oder besser watscheln. Bevor sich die Türen wieder schließen und keiner mit der Schnabelspitze an den Druckknopf zur Wiedereröffnung der Straßenbahn kommt. Sie eilen, drängen zum EInstieg, purzeln fast übereinander. Keiner will zurückbleiben und die nächste Bahn nehmen.

So ist das gewesen, ganz bestimmt, und jetzt ist der Pinguinexperte zu spät gekommen. Die Frackhorde ist schon weg und zurück bleiben die Fahrscheine, die die aufgeregten Wandervögel beim Einsteigen doch noch fallen ließen. 

Und der weltbeste Vogelkundler wird ohne Vögel zum Auskundschaften wieder nur ein kleiner Bär. Mist!


Fotos: W.Hein

Die Straßenbahnkarten hat die Frackhorde von Hansa Toys schon länger gehortet. Denn immer wieder verschwinden die Zugvögel aus unserem Garten. Und jedes Mal ist der kleine Rica-Bär Linus tief getroffen. Er hat inzwischen eine Idee, wie die Pinguine reisen, aber eigentlich will er sie als allergrößter Vogelkundler immer um sich haben. So wird er erst einmal wieder etwas anderes Weltbestes sein müssen.


Sonntag, 2. Februar 2014

Es hat sich ausgefrackt



So wird das nichts! Diese Frackträger lassen ihren Kumpel nicht allein. Der Magen des großen Papierpinguins knurrt schon gefährlich, aber er schafft es nicht mit seiner Beute mal einen Moment ungestört zu sein.

Missmutig stapft der brummige Falschvogel von dannen – ohne Mitnahme-Snack. Das nächste Mal sucht er sich lieber Zwergpinguine und fängt erst einmal mit einem Häppchenbuffet an.

Diese knisternde Papierverkleidung braucht er nicht mehr. Wenn er keine tapsigen Dummvögel mehr täuschen muss, kann er doch lieber zu seiner natürlichen Schneetarnung zurückkehren. Vielleicht kommen ein paar unvorsichtige Schneehühner des Weges. Oder es gibt noch perfekt gekühltes Sushi im Teich ...

Etwas später findet der allergrößte Vogelkundler endlich sein schon lange vermissten Pinguinanzug. Wieso liegt der mitten im weißen Nirgendwo im Schnee?

Und warum ist der plötzlich so mitgenommen? Überall schon eingerissen, mit Löchern und Fetzen im Rücken, geknicktem Schnabel und ausgefransten Kanten an den Stummelflügeln?

Die weltbeste Dinoforschung hat wohl weiter Winterpause. Der Samtosaurus wartet immer noch vergeblich auf den größten Dinoexperten westlich des Äquators. Marit-Sofie würde auch gern wieder ins Haus zurück. Sie hat ihre Handschuhpuppen blöderweise auf der Heizung liegen lassen.

Nun, dafür tapst jetzt der größte Laufvogelexperte mit dem wiedergefunden Pinguintäuscher zur Frackhorde. Schon beim ersten Besuch im Garten hat er sich unter die großen Vögel gemengt und konnte unerkannt mitlaufen und pinguinisch daherschnattern.

Doch heute ist es ganz anders. Die großen Vögel sind überhaupt nicht abgelenkt, sondern zingeln den Bär in seiner Papiermontur ein. Sie schnattern auch nicht unbeschwert oder geckern sich verschmitzt zu. Stattdessen zischt es gefährlich hinterm Ohr und die spitzen Schnäbel kommen immer näher.

Es wird immer enger um den kleinen Forscher. Immer enger und pieksiger.

Da dreht sich Linus um und beginnt schreiend davon zu rennen ...

Doch die wütenden Vögel folgen ihm. Er wusste gar nicht, dass die so schnell hüpfen und watscheln können. Der kleine Bär will nur noch fort.  

Zurück bleibt eine zerknitterte Papierhülle mit Schnabel und Stummelflügeln. Die aufgeregten Pinguine kreisen sie ein, zupfen erst vorsichtig daran, um sie schließlich mit spitzen Schnabelhieben und scharfem Kratzen endgültig zu erlegen.


Fotos: W.Hein

Nun hat die unvergleichliche Frackvogelforschung wohl einen herben Rückschlag erlitten. Nicht nur, dass eine Papiertarnkappe nicht robust genug für Eisbären ist. Das hat Soer Soeren Soerensen von Gisela Hofmann leider eindrucksvoll bewiesen. Aber die Frackhorde von Hansa Toys hat inzwischen grundsätzlich diesen Argwohn geschöpft. Und Linis, der kleine Rica-Bär muss sich nun etwas Neues überlegen, wenn die Frackhorde das nächste Mal zurück kommt. Schließlich warten noch U-Bahn-Karten auf die watschelnden Zugvögel, die bekanntermaßen nicht einfach davon fliegen können. Dafür können Delwyn, der Hampton Bear und Marit-Sofie darauf hoffen, dass, wenn der Boden nicht mehr gefroren ist, die Dinoforschung ihre Ausgrabungen beginnen kann. Delwyn hat schon mal wieder das Megafon ausprobiert: "Weitergehen. Einfach weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen."