Donnerstag, 20. Juli 2017

Erdmannarbeiten




Der Ich-darf-bestimmen-Hut liegt unbeachtet auf der Waschmaschine. Zwei Erdmannen können also aufatmen und beruhigt die Seele baumeln lassen. Und finden sogar noch die Zeit, ein paar Fleischpflanzen tief in Senf zu tunken.


Doch Hei hat längst einen neuen Hut gefunden, der viel besser zur Aufgabe passt. Denn heute brauchen sie schweres Gerät. Hei hat den Kopf immer voller Pläne. Und jetzt will er unbedingt die Erdmannhöhle erweitern.


Die anderen beiden halten überhaupt nichts von diesem blinden Aktionismus. So ist die gemeinsame Höhle schön übersichtlich, die Klopse werden kalt und außerdem haben die beiden Erdmannen es sich gerade auf Sofa und Sessel gemütlich gemacht.

Und dann der ganze Dreck und Staub. Sie sollten wenigstens warten, bis sie alles aufgegessen haben.

Hei kann da nur den Kopf schütteln. Er will doch gar nicht im Wohnzimmer anfangen. Also können Ho und Huh alles beruhigt stehen lassen. Das schmeckt auch kalt. Außerdem werden sie einen Bärenhunger haben, wenn sie ein paar Stunden mit den Baumaschinen geschuftet haben.


Wenn Hei drängelt, ist Widerspruch zwecklos. So finden sich alle drei wenig später hungrig in der Sonne. Hei muss schon schwer an der Verantwortung tragen, da können Ho und Huh den Wagen mit dem schweren Gerät hinterher rollen.

Hier sind sie richtig. Sie haben ihre Erdmannhöhle unter eine dicke Betonplatte gebaut, damit ihnen die Decke nicht auf den Kopf fällt. Wenn sie jetzt den Anbau von außen ansetzen wollen, müssen sie sich genau da durch wühlen. Deshalb hat Hei die beiden auch extra einen schweren Bohrhammer mitnehmen lassen, denn mit Spitzhacke und Spaten können sie hier nichts ausrichten.


"Los jetz, hier wird gebohrt!" Hei zeigt ungeduldig auf die graue Fläche vor ihm. Noch ist da alles viel zu glatt. Ho nimmt den Hammer und Huh hält die Strippe. Er wundert sich über das knubbligen Ende. Das ist sicher praktisch, damit die Schnur ihm nicht durch die Pfoten rutscht.


Vorher muss der Oberermann noch mal die Hutfrage klären. Es muss auf den ersten Blick doch zu erkennen sein, wer hier das Sagen hat. Andererseits sollte beim Hantieren mit so schwerem Gerät jeder einen Hut aufhaben. Dann nimmt er doch lieber wieder das rote Einzelstück, damit er sich von den ganzen Gelbhelmen abheben kann.

Ho wuchtet den Bohrhammer vom Gestell und ächzt unter dem Gewicht. Warum muss schweres Gerät gleich immer so schwer sein?


Der Erdmann stellt sich in Positur und kann gleich loslegen. Da fällt ihm der Ober-Erdmann in den Arm. Ohne den richtigen Bohrmeißel an der Spitze wird der Hammer nur über Beton tanzen, und höchstens ein paar Spltter raushauen.


Wo bleiben denn die ganzen Meißel? Die hat Huh frisch der Stichbreite nach wieder in den Wagen sortiert. Stolz rollt er das Gefährt heran. Das geht alles auf – in jedem Loch steckt ein Stahl. Da muss jetzt aber eine Lücke in die perfekte Reihe gerissen werden. Huh schluckt – und wo? Das muss der Chef noch mal nachsehen.

Wenn er sich gerade durch Bedienanleitung wischt, kann Hei auch gleich noch einmal nachsehen, ob er einen Bauplan für den Anbau findet. Denn weiter als bis zum Loch hat er noch gar nicht gedacht. Wahrscheinlich werden sie dann sogar noch ein Dach brauchen, wenn sie von oben kommen …


Die beiden anderen warten inzwischen, wie es weitergehen soll. Sie haben die schon Helme aufgesetzt und der Hammer steht bereit …


Was denn nun? Spitz oder breit?

Ho hat das Warten satt und entscheidet sich einfach für die mittlere Breite. Sie können endlich anfangen und dann einfach schauen, wie es läuft.


Nun gut, der Chef stimmt zu – sie können starten. Doch vorher müssen sie noch die Helme tauschen. Denn da hat er sich doch glatt verhauen. Der Gelbhelm ist das Einzelstück und damit Chefsache. Wenn alle anderen die roten tragen sollen.


Huh muss eine Bauarbeiterleiter für Ho bauen. Mit dem Meißel kommt der Bohrhammer plötzlich viel höher, so dass der Erdmann danach an den Griffen hängt, ohne dass seine Füße noch den Boden berühren. Das wird gleich eine ordentliche Rüttelei oben auf der Maschine werden.

 Da hängt ein Ho auf dem Bohrhammer und nichts bewegt sich. Vielleicht ist dieser dicke Knubbel am Kabel doch wichtig. Huh hält noch mal das Ende hoch. Und Hei muss chefmäßig schlucken …


So ein Bohrhammer braucht Strom? Das hat der Chef bei der Bedienungsanleitung ganz überblättert. Und jetzt? Unten in der Höhle ist Strom … aber so ein langes Verlängerungskabel haben sie wohl nicht … ob sie vielleicht doch lieber von innen buddeln? Aber wohin dann mit dem Dreck? Er muss da noch mal in die Planung …


Fotos: W.Hein

Hei, Ho, und Huh, die drei Erdmännchen von den Lefty Bears sind schon 2015 von der Teddybär Total in Münster hier eingewandert. 




Freitag, 30. Juni 2017

Es soll bunte Blumen regnen …


 
Sommerzeit ist Blumenzeit! und das so reichlich, das es sogar Mutter Natur übertrifft. Die Rättin will noch schnell ein Juni-Motiv, bevor es zu spät ist.

Foto: Conroy

Sommerpause … von wegen



Nicht schon wieder! Da wollte Antonetta im letzten Jahr einen kompletten Kalender als Kowagörl machen und dann war nach fünf Motiven im Mai Schluss! Jetzt muss es endlich weiter gehen.

Conroy darf dafür wieder den Knipser machen. Dabei fand der kleine Bär schon im letzten Jahr die Aufgabe so schwierig. Die Rättin hüpft die ganze Zeit aufgeregt durch das Bild, so bekommt er doch keine knackscharfen Bilder.

Und wenn das Motiv endlich im kleinen silberen Kasten ist, ist das immer so ein duftig-ödes Mädchending. Keine Äkschen oder wilde Abenteuer. Dafür Plüsch, Plürosen und Primeln. Oder wie diesmal das ganze Grünzeug gerufen wird.

Na dann soll sich Antonetta mal wieder eine schöne Figur machen! Wenn er nicht bald zum Schuss kommt, kann er doch lieber wieder eine Sommerpause einlegen…

Sommerpause? Von wegen! Antonetta wird noch ein ganzes Kalendergörl. Jetzt aber schnell, sonst ist der Juni vorbei!


Fotos: Conroy und W.Hein


Da ist wieder eines dieser großen Projekte, die irgendwann ins Stolpern geraten. Das Kowagörl braucht doch mindestens zwölf oder mehr Motive für einen ganzen Kalender. Deshalb beginnt hier der nächste Versuch, die fehlenden Monate zu ergänzen. An der Begeisterung der Rättin wird es auf keinen Fall scheitern.



Sonntag, 25. Juni 2017

Katzenjammer



"Guck dem Mädel nichts weg!" raunzt Sinclair den Küchengehilfen an. "D-d-da gibt es nicht viel wegzugucken," stammelt der Schmuddelmäuserich. Sein Kopf wäre dabei sicher eine knallrote Bombe, wenn es das Struwwelfell nicht gnädig verdecken würde.

Kinners, Kinners, Kinners! Dabei soll der Kleine die Küche sauber halten, und all die Bestellungen machen sich auch nicht allein. Jetzt hängt der Junge die ganze Zeit vor den leicht bekleideten Damen. Die hätte er besser wohl doch nicht im Diner aufhängen sollen. Dabei erinnern sie den Chef an die Zeit, als er noch zur See gefahren ist. Da hatte er in jedem Hafen eine. Jetzt halt an jeder Küchenstation.
 
Wie sieht denn überhaupt die Spüle aus? Die Arbeitsfläche ist vollkommen zugestellt. Da liegt ja frisches Gemüse dazwischen! Heiliger Klabautermann, ist das denn hier plötzlich eine Sterneküche? Dabei brutzeln sie doch in diesem Diner nach der Maxime: 'Wenn es in die Friteuse passt, kann man es töten.'

"Die Hamburger müssen gedreht werden und der Toast soll diesmal goldbraun werden und nicht wieder schwarz!" Der Kleine hat einfach keinen Blick für die Arbeit. "Nun mach zu, mein Jung'!"

"Die Dinger dunkeln nun auch von der anderen Seite." Der Gehilfe steigt wieder vom Hocker und sieht sich etwas ratlos in der Küche um: "Und was soll ich jetzt tun?" Der Chef hat schon die sieben Weltmeere gekreuzt, aber so viel Luftraum im Kopf ist ihm bisher noch nicht untergekommen: "Dran bleiben am Grill, damit es nicht wieder werschmort! Dann das Gemüse in den Kühlschrank zum Vergessen. Und mach Ordnung auf den Tischen! Man kann so die Abfälle nicht von den Hamburgerbauteilen unterscheiden" Dann soll der Jung' den Müll nicht wieder vergessen. Waren die Schiffjungen damals auf See auch schon so verpeilt?


"Lass dich nicht ablenken! Die Augen immer auf den Grill!" Der Chef verdreht die Augen: Wo guckt der Kurze wieder hin. "Ich meine nicht den Grill mit der Frau an der Wand!" Morgen hängt er alle Bilder in der Küche wieder ab. Jedenfalls die mit den Frauen.

Er muss sich jetzt wieder um die Franzmann Fritten kümmern, die lustig im Friteusenfett tanzen. Der Küchengehilfe kann inzwischen den Müll rausbringen. Dort draußen gibt es wenigstens keine Ablenkungen.

"Und das du mir ja nicht vergisst, gleich wieder reinzukommen,° ruft er dem Strubbeljungen hinterher, bevor er die Pommes endlich aus dem Fett zieht. "Es gibt noch viel zu tun. Was machen die Bestellungen? Ist da schon was rausgegangen?" Der Assi zuckt mit den Schultern: "Weiß nicht. Ist wohl schon länger her." Da wird der Chef gleich selber nachschauen müssen.

Hier steht immer noch eine Tasse Kaffee in der Durchreiche. Der dampft hier schon eine Viertelstunde vor sich hin. Muffig ruft der Chef zu den Tischen: "Heh! Der Kaffee ist fast schon wieder kalt. Holt den noch jemand ab oder soll ich nochmal in die Microwelle stellen." Auch wenn sich noch keiner rührt, bezahlt werden muss die Tasse auf jeden Fall. Er arbeitet ja schließlich nicht zu seinem Vergnügen hier.

Immer noch keine Reaktion von den Tischen. Auch am Tresen bleibt es mucksmäuschenstill. Lil' Screamer hat den Kaffee nicht bestellt. Sie hält sich schon die ganze Zeit an ihrer Cola fest.

Der Kaffee der schwarzen Katz hat auch schon wärmere Minuten gesehen. Aber eigentlich ist die grummelnde Miez viel zu unruhig, um etwas essen zu können. Sie hat nur etwas bestellt, damit sie der graue Seebär hier warten läßt und sie sich ganz ihrer Unruhe hingeben kann.


Die beiden Katzen am Tisch sind ganz in ihr Gespräch vertieft. Wo gibt es die süßesten Mäuse? Wer macht die besten heißen Hunde? Und was ist eigentlich aus der Katze auf dem heißen Blechdach geworden? Da haben sie ganz die Zeit vergessen. Und die Tasse Kaffee auch.

Eine kleine gelbe Katze – gefangen im Körper einer Maus – blickt die ganze Zeit sehnsüchtig zu den beiden Miezen. Sie gibt seit Tagen ihr ganzes Taschengeld aus, um in der Nähe der Katzen bleiben zu können. Wie gern würde sie rüberschlendern, und einfach über Katzendinge reden. Aber was ist, wenn die beiden in ihr nur einen Nager mit aufgesetzten spitzen Ohren sehen?

Davon ahnen die beiden nichts. Dafür sind sie viel zu beschäftigt, sich die Wartezeit nicht zu lang werden zu lassen. Noch geht ihnen der Gesprächsstoff nicht aus. Dann kennen beide noch jede Menge Schnurren, über die nur Katzen lachen können. Und es gibt ja Schlimmeres, als mitten im Schlaraffenland festzuhängen. Der Küchenchef mag ja noch so granteln, wenn sie rufen bekommen sie ziemlich sofort heißes Essen und kühle Getränke. Und im Hintergrund säuseln dazu mehrstimmiger Harmoniegesang von kalifornischen Träumen oder das Hohelied einer wundervollen Welt aus der Jukebox.


Plötzlich strafft sich die schwarze Katz und deutet zum Fenster: "Sie ist gekommen! Endlich ist sie da!" Auf diesen Anblick hat die dunkle Miez schon so lange gewartet. Ein Auto ist draußen vorgefahren. Die Purpur-Katze ist gekommen, um sie abzuholen. "Jetzt aber hurtig!"

Die Schwarze drängt zum Aufbruch. "Schnell! Schnell!" und "Keine Zeit!" als die beiden anderen Katzen noch aufessen wollen. Es widerstrebt ihnen, Essen zurückzulassen. Die lila Fahrerin könnte sich doch dazuhocken. Oder sie könnten sich Hundetaschen packen lassen. Doch für so etwas hat die hektische Schwarzkatz nun wirklich keine Zeit …


Die drei Miezen sind schon fast zur Tür raus, da … "Moment," bremst eine helle Katz. "So eine Fahrt ist lang, da brauchen wir unbedingt noch Reiseproviant." Und so muss sich eine schwarze Katz gedulden, bis beide etwas schnelles Warmes auf der Hand haben.


 Jetzt ist es fast zu spät. Die Katzen sind gerade zur Tür raus und sie hat noch kein Wort mit ihnen gewechselt. So wird sie nie eine echte Samtpfote werden. Die kleine Mausekatz springt auf und stürmt aus dem Diner.


Oh, oh, hoffentlich kommt sie nicht zu spät. Sie könnte sich auf die Zunge beißen – oder sonst wohin. Warum hat sie nur so lange gewartet?

Endlich ist die Purpurkatz gekommen, um die Kollegen abzuholen. Es hat etwas gedauert, bis sie den richtigen fahrbaren Untersatz organisieren konnte. So mussten die drei Katzen viel länger als gedacht im Diner warten. Nun können sie endlich zu viert in die Ferne schweifen. Die schwarze Katze trommelt mit den Krallenspitzen schon ungeduldig auf dem Armaturenbrett. Die Purpurkatz macht sich nur Sorgen um das Auto. Es ist ein Traum in rosa. Sie hat sich schon längst nach den ersten Metern in ihren Pink Cadillac verliebt.


Deshalb wäre es auch gut, wenn jetzt nicht gleich Tomatenketchup oder Senf auf das helle Polster gekleckert wird. "Müsst ihr im Auto überhaupt was essen?" fragt die Fahrerin entrüstet. "Ihr kommt doch aus einem Diner? Ihr müsst doch pappsatt sein." "Wir mussten das Essen ja stehen lassen, weil wir so überhastet aufgebrochen sind, verteidigen die Hinterbänlker die knurrenden Mägen. Bevor es losgeht, dreht Flash die Purpurkatz sich auf seinem Sitz noch einmal herum und verteilt Benimmregeln für die Rückbank.


"Also, ich will hier keine Flecken haben. Fasst nichts mit fettigen Pfoten an. In den Seitentaschen findet ihr Erfrischungstücher im Zitronenduft. Und lasst die Verpackungen nicht rumfliegen. Ich will keine Sauerei oder Unordnung hier hinten sehen. Und vergesst nicht, ich behalte euch im Rückspiegel im Blick!" Die Purpurkatz lässt sich wieder hinters Steuer gleiten. Schon jetzt genervt fragt sie die schwarze Katz: "Musstest du die beiden Tölpel wieder mitbringen? Schon das letzte Mal haben sie uns fast die Haare vom Kopf gefressen. Und als Nacktkatze sehe ich nicht besonders vorteilhaft aus."


 Die beiden hellen Miezen im Fond können nur den Kopf schütteln. Wenn Gottkater nicht gewollt hätte, dass im Auto geschmaust wird, hätte er sicher nicht zugelassen, dass spitze Pommespapiertüten, Wurstpappen und Styroboxen für Hamburger und den ganzen anderen Grillkram erfunden werden. Es ist also eine heilige Pflicht auch unterwegs zu futtern. Sonst würden ihre knurrenden Mägen am Ende noch den Motor übertönen.


Der kleine Gehilfe kann wieder abräumen. Fluchtartig haben alle Katzen den Raum verlassen und hastig bezahlt. Zurück bleiben volle Teller und Gläser. Irgendwie reicht die Selbstbedienung selten bis zur Rückgabe. Und jetzt muss er mit dem Tablett zurück noch mehr aufpassen, wenn die Teller noch so schwer sind. Wieso sind alle davon gestürmt? So schlimm kann das Essen doch nicht sein.


Nur eine kleine niedliche Maus ist geblieben und hält sich weiter an ihrer Cola fest. Nein, hier muss er noch nicht abräumen. Wenn der Chef in der Küche nicht so drängelig wäre könnte er sich dazuhocken. Vielleicht ist die Kleine ja nett und ihm fallen sogar die richtigen Worte ein. Sie ist nicht nur ein Traum an der Wand. Er muss ja nicht unbedingt von seinem Küchendienst erzählen … oder … äh "Was ist los da draußen," tönt es da schon aus der Küche: "Hast du Wurzeln geschlagen? Soll ich rauskommen und dich begießen?" Da nimmt der Gehilfe schnell seinen ganzen Mut zusammen: "Ist noch genug Mayo da?" "Danke, ich hab schon," murmelt eine lila Maus nur abwesend.


Draußen hat sich der pinke Cadillac endlich in Bewegung gesetzt. Auf der Rückbank wird schon die Wegzehrung ausgepackt – mjam – und natürlich nicht gekleckert. Dafür segelt die Karte davon. Aber man kann ja nicht alles im Blick behalten.


Dabei sind doch diese Polster alle abwaschbar. Manche Katzen werden ganz schön pinselig, wenn sie plötzlich ein eigenes Auto fahren. "Passt bloß auf!" zischt die schwarze Katze. Sie will endlich in langersehnte Ferne und keine weiteren Störungen, die zu neuen Halts zwingen und damit die kostbare Fortbewegung gefährden.


Die gelbe Katzenmaus erreicht die Straße und läuft den davon eilenden Katzen hinterher: "Halt, nehmt mich mit," bricht es in unerhörter Lautstärke aus dem kleinen Körper hervor. Die Angst nie dazuzugehören, weckt ungeahnte Kräfte in der gefühlten Katze.


Bevor sie noch lauter rufen kann, schlägt dem kätzischen Nager eine fliegende Karte ins Gesicht.


Zuerst verschlägt es ihr den Atem. Doch schnell hat sie sich wieder gefangen. Wütend kickt die gelbe Mausekatz die blöde Karte davon.


Als endlich die Sicht wieder frei ist, sind ist der pinke Schlitten schon wieder kleiner. Sie ruft noch einmal aus Leibeskräften: "Neeehmt miiich mit!" Aber die Katzen sind schon zu weit weg und hören nicht. Diesmal wird eine kleine gelbe Katze garantiert nicht mit ihnen mitfahren.

Die Katzenmaus wird auf die nächste Katzenfuhre warten müssen. Sie zieht sich auf die Außenterasse des Diner zurück, um die Rückkehr der Katzen ja nicht zu verpassen. Hoffentlich muss sie nicht so lange ausharren, wie es offensichtlich schon einige andere hier tun.


Fotos W.Hein

Dies ist nun das Diner in seiner schönsten Form. Vielleicht etwas testoron geschwängert in der Küche. Aber dafür sind auch einige chromblitzende Profigeräte eingezogen. Der Gastraum bietet genügend Platz für alle Katzen und Mäuse von Deb Canham. Auch die Jukebox ist schon im All gewesen. Dazu kommt gleißendes Licht von oben, das die Räume besser ausleuchtet. Und draußen wartet eine Illusion von 'Joshua Trees' in New Mexico.