Donnerstag, 17. September 2009

Wieder im Haus





Bis jetzt war der Sommer viel zu schön, um drinnen zu spielen.
Deshalb waren die Bären Tag für Tag irgendwo in der grünen
Hölle des Gartens verschollen. Und sind erst spät am Abend
totmüde im Haus aufgetaucht. Aber jetzt werden die Tage
allmählich kühler und die bunten Spielsachen werden wieder

interessanter. Doch davon demnächst mehr ...

Foto: W.Hein



Dienstag, 14. Juli 2009

Hurra Hurra die Post war da!


Oder, das kommt davon, wenn man uns einen Tipp gibt:

Aurelie trägt ein Cordkleid von Zara und
Lisa passt das Cordkleid mit Lochstickerei
von Designers at Debenhams.

Endlich hat Marie mal ein Kleid, in das sie nicht erst
hineinwachsen muss. Das Jeanskleid von Cherokee
sitzt prima! Und Anna fühlt sich in ihrem Monsoon
Jeanskleid mit Elfenstickerei auch richtig wohl.

Lavina hat heute ein Cordkleid von Mexx bekommen.
Lea's Top mit bestickter Bluse von Next kam schon
vor ein paar Tagen per Post. Aber erst mit der used-
look Jeans von Mexx ist ihr Sommer-Outfit perfekt.

Und auch Schneeweißchen hat zu ihrem spanischen
brombeerfarbenen Shirt, dass ihr Wolfgang aus seinem
Mallorca-Urlaub mitgebracht hatte, jetzt ein passendes
Cordkleid mit Blumen-Applikationen von Next.


Bisher wurden unsere Bären überwiegend bei C&A,
H&M, Zara oder Kik eingekleidet. Da die größeren Bären
inzwischen alle gut ausgestattet sind, brauchten wir
nur die Baby-Abteilungen der einschlägigen Geschäfte
zu meiden, was wir in den letzten Monaten auch meistens
erfolgreich taten. Doch vor ein paar Tagen wurden uns
traumhafte englische Baby-Bekleidungen im Original
vorgeführt. Und so ganz nebenbei fiel der Hinweis,
dass man solche Kleidchen in Deutschland nicht kaufen,
aber gebraucht bei Ebay ersteigern kann. Das wird hier
wohl nicht die letzte Bären-Modenschau von Anna, einer
Bärin von Kathleen Wallace - Stier Bears, und unseren
kleinen Modells von Rica-Bär gewesen sein ...

Fotos: S.Schneider


Und hier gibt es noch ein neues Kleidchen von Lisa zu sehen.


Dienstag, 16. Juni 2009

Die Schurkenorgel




Es ist ein großer Sommer für kleine Nager. So etwas hat die kleine weiße Maus noch nie hier gesehen. Ein schwarzer Flügel steht mitten im Garten. Und er hat genau die richtige Größe für die kleinen Mausepfoten.

Sie läuft einmal um das schwer glänzende Tasteninstrument. Es ist alles da. Die geschwungene Form, damit es eben Flügel heißen kann. Ganz viele weiße und schwarze Tasten und sogar ein Notenblatt mit Ständer. Das braucht der kleine Maus zwar nicht - wer liest schon Noten - wenn man sie in sich hat. Aber es sieht schon besser aus.

"Ich werde Klaviervirtuosin!" verkündet der naseweise Nager. Eine "Virtuosin" ist so etwas wie eine "Meister-Spielerin auf dem Klimperkasten". Eine kleine Maus kennt sich da aus. Aber erst einmal muss sie diesen Deckel anheben, damit es besser klingt.

Dieser schwarze Klavierdeckel ist ganz schön schwer. Noch schwieriger ist es, danach den dünnen Stab einzurasten, der das Ganze wie die Motorhaube beim Auto oben hält. Denn wenn man dabei nicht ganz vorsichtig ist, fällt einem der Deckel auf die Finger. Und die braucht doch noch zum Spielen. Bevor eine kleine weiße Maus zu einer gefeierten Konzertreise zu den größten Bühnen und Häuser der Welt aufbricht, sollte sie sich noch einen Assistenten und Deckelheber suchen.

Wenig später hört eine kleine Bärin feines Geklimper. Nelleke ist in den Garten gekommen, um ihre Freundin, die weiße Maus, zu suchen. Sie hat eine Überraschung für das oft so siebenmalkluge Tier. Mindestens! Vielleicht ist es sogar auch acht- oder gar neunmalklug.

Die Maus probiert inzwischen die Tasten aus. Alle machen Töne. Nur sind die noch so leise, obwohl der Deckel oben ist. Aber wenn das Nagetier vor dem Klavier steht und mit der Fußspitze den Takt mitwippt, kommt die Kleine nicht an die Pedalen unter dem Flügel ran. Oder der Takt ist hin. Dann könnte sie nur Trauermusik mit ganz langen Pausen spielen. Aber das ist doch nichts für aufgeregte Meisterklimperer.

Inzwischen hat Nelleke ihre Freundin gefunden. Das war auch nicht so schwierig, denn die Bärin hatte den kleinen Mauseflügel im Garten schon am Morgen entdeckt und musste jetzt nur den stockenden Tonleitern folgen, um eine spielende Maus zu finden. Und jetzt kommt auch die große Überraschung: Sie hat einen Mausehocker mitgebracht!

Die kleine Maus ist begeistert. Das hat noch gefehlt. Mit Hocker ist es ein echter und richtiger Arbeitsplatz für Meister-Mause-Klavier-Spielerinnen mit allem Drum und Dran. Wie klug doch ihre Freundin sein kann.

Sie stellt schnell den Hocker vor den Flügel. Er hat genau die richtige Höhe, um mit den Mäusefüßen an die Pedale zu kommen. Besonders an das Pedal für "extra-laut". Sie ist doch keine Leisetreter und das ist ganz wichtig für große Musik "Ich gebe ein Konzert. Ich habe auch das richtige Stück für kleine Klavierkünstler."

Kaum sitzt die Maus, beginnt sie mit dem Vorspiel. So ein Konzert muss schließlich gut vorbereitet werden: Noch mal Räuspern, um die Piepsstimme geschmeidig zu machen. Sie summt schnell eine Tonleiter hinterher. Dann die Pfoten knacken lassen. Und auf dem Stuhl noch einmal hin und her ruckeln, um zu prüfen, ob der Mausepo auch gut sitzt. So! Jetzt kann es los gehen.

Sie hämmert auf die schwarzen Tasten im Flügel den Flohwalzer und fiept, so laut es geht, die Melodie dazu: "Mihi, Mi, Mi, Mihi, Ta, Mi, Mi, Mihi,Ta, Mi, Ta, Mi, Mi - Miih, Ta, Mi, Mi, Mihi, Ta, Mi, Mi,Mihi, Ta, Mi, Ta, Mi, Mi - Miih, Ta, Mi, Mi, Mihi! ..."


Nelleke hält sich die Ohren zu: „Das ist ja furchtbar!“ Aber eine kleine weiße Maus hört nichts mehr. Sie ist ganz in ihr Spiel versunken. Und träumt von einer richtigen Orgel. Mit der kleine Tiere große Musik machen können. So eine laute Orgel, wie sie in den Filmen immer diese verrückten Wissenschaftler haben. Und noch ein fröhlich dramatisches Ständchen bringen, bevor sie den Weltuntergang planen. Nun, das Ende der Welt plant der kleine Nager nicht, aber ein Flohwalzer mit vollen Registern – das wäre schon was.


Zum Glück ahnt die kleine Bärin nicht, was ihr da entgeht. Sie überlegt gerade, ob der alte Seebär noch etwas Ohrenwatte vom Martins-Singen hat.


Zum Klavier habe ich ein besonderes Verhältnis. Meine Großeltern hätten damals so gern einen talentierten Enkel gehabt. Der war aber nicht musikalisch interessiert sondern höchstens nett. Also verstopfte irgendwann ein gut gemeintes Nussbaumpiano mein Kinderzimmer – Geschenke von Großeltern darf man als Kind doch nicht ablehnen. Und mein Opa kam danach jeden Freitag angereist, um als mein Klavierlehrer festzustellen, dass ich nicht genug geübt hatte. Am Donnerstag abend anzufangen reichte von Woche zu Woche halt immer weniger. Die innerfamiliäre Verstimmung wurde erst beim nachfolgenden Kaffee mit Kuchen notdürftig bis zur nächsten Woche gekittet. Den so prestigeträchtigen Flohwalzer durfte ich übrigens nie spielen, deshalb war mein Paradestück das "Lied der Meermädchen" aus "Oberon". Das hatte den Vorteil, dass immer nur eine Hand beschäftigt war. Aber irgendwann musste ich ja auch alles auswendig spielen. Denn Notenlesen kann ich immer noch nicht - die erste Klavierschule kam von meiner Tante, die zu ihrer Zeit mit zusätzlichen Bleistiftbuchstaben die schwarzen Kleckse auf den Linien lesbar gemacht hatte. Danach zog mein Großvater aus einem wilden Wertstofflager am Wegesrand eine Notensammlung von1906 hervor, die noch viel zu schade zum Wegwerfen war. Das modernste Stück, das ich je lernen durfte, war der Landserklassiker„Lilli Marleen“. So war es nur für meinen Großvater ein richtiger (Schlüssel-)Beinbruch, dass das Experiment nach einem vereisten Winter abgebrochen wurde. Später mussten dann die Kinder meiner Tante auf dem nächsten Tasteninstrument ihr Talent beweisen. Aber deshalb ist für mich ein Klavier wohl immer noch ein sehr spezielles Instrument, so dass kleine Mäuse eben von Schurkenorgeln träumen. Obwohl Silke bei dem Namen jedes Mal stutzt und es gegenüber dem niedlichen Ebay-Fund eines Holzflügels für Erzgebirgsengel etwas ungerecht findet.



Fotos: W.Hein

Samstag, 6. Juni 2009

Der Fund



Lotte ist ganz sicher kein Hasenfuß.
Aber als sie an diesem Tag durch Wiese
hoppelt, beunruhigt sie doch das aufgeregte
Geschrei, das sich rasch nähert.

Sie stellt die beiden Löffel auf und überlegt noch,
ob sie nicht lieber ein paar Schritte zurücktritt.
Da sieht sie auch schon den wilden Bären, der
die ganze Zeit etwas Rotes hoch über seinem
Kopf schwenkt.

Auch die kleine Bärin mit Hut wundert sich, wer
denn so ein Riesen-Spektakel im Garten macht.
Es ist Alex, mit dem sie noch vor ein paar Tagen
leckeren Milchstuten mit Marmelade in der Sonne
gemümmelt hat.

Der junge Bär, der mit Rosalie auf das Christkind
warten wollte, kann sein Glück gar nicht fassen.
„Ich kenne eine Abkürzung“, ruft er schon von weitem.
Die erschreckte Häsin beachtet er gar nicht und lä8t sie
einfach links stehen.

Lotte atmet tief durch und klappt die langen Ohren
wieder auf halbe Höhe. Die Aufregung hat nichts mit ihr
zu tun und der laute Bär ist vorbei, ohne sie umzureißen.
Da verschwindet sie lieber in den Büschen, bevor er
vielleicht doch noch zurückkommt.

Aber Alex hat keine Zeit zur Hasenjagd. Denn er hat
im Haus eine Mütze gefunden. Die ist feuerrot mit
pelzigem Rand und einem weißen Fusselbommel.
Und er hat gleich gewusst, was das für eine Mütze ist.

„Das ist eine Weihnachtsmann-Mütze!“ Voller Stolz reckt
er seinen Fund so hoch es geht. „Und wo der Weihnachtsmann
ist, ist das Christkind nicht weit.“ Wenn er also schon die
Mütze hat, dann müssen sie gar nicht bis zum Winter warten,
um das Christkind zu finden.

Rosalie ist tief beeindruckt. Ganz vorsichtig berührt sie den
roten Stoff. Das ist also die Mütze des Weihnachtsmanns.
Der Junge ist nicht mehr zu bremsen: „Die setze ich
jetzt auf und dann kommen die Abenteuer!“ Denn er hat
gehört, dass er eigentlich bis zum Winter warten soll,
um tolle Bärengeschichten zu erleben. Aber das ist ja
noch so lange hin! Deshalb will er, dass jetzt ganz schnell
Weihnachten wird. Und die Mütze ist sicher der richtige
Festtagsbeschleuniger.

Die kleine Bärin kennt sich mit Hüten aus. Natürlich hilft
sie Alex sofort, die Mütze aufzusetzen. So hat er auch
wieder die Pfoten frei für die Suche.

Wenn der Bär jetzt die rote Mütze trägt, können sie das
Christkind so ja auch viel besser anlocken. Wenn es gerade
mal vorbei schaut und nur so flüchtig guckt, dann hält es
Alex vielleicht für den Weihnachtsmann und bleibt. Er sollte
dann nur noch gleich üben, so ganz, ganz tief "Ho! Ho! Ho"
zu brummen.

Rosalie drückt noch mal an allen Seiten nach. „So, jetzt sitzt
sie richtig fest.“ Alex brummelt etwas, von ziemlich dunkel,
aber die kleine Bärin ist sehr gründlich. Schließlich ist sie
die Hut-Expertin: „Jetzt fliegt die Mütze auch bei Wind nicht
mehr davon.“

So geht das nicht. Wenn er nichts sieht, kann er auch
kein Christkind finden. Alex zieht die Mütze am Bommel
wieder hoch bis seine Knopfaugen wieder blitzen. Doch, wo
soll er jetzt suchen? Wo sind denn die ganzen Weihnachtsheinis
im Sommer? Machen die dann blau oder haben einen Ferienjob?

Selbst wenn das mit der Abkürzung jetzt nicht klappen sollte.
„Ich hab auf jeden Fall schon mal die Mütze!“ denkt sich Alex.
Sie ist nur ein wenig warm in der Sonne.


Der abenteuerhungrige Alex ist ein westfälischer Bär von Petra Valdorf.
Rosalie kommt um die Ecke aus Detmold von den Rica-Bären.
Und für Lotte mit den geblümten Innenohren hat Frau Valdorf
wahrscheinlich Großmutters Sofagarnitur geplündert oder so ähnlich.
Denn das geschlissene Hasenfell ist aus über 100 Jahre altem Samt.
Die rote Mütze hat sich Alex von Dezembär geliehen, der sie von
Silkes Mutter wegen seines Namens bekommen hatte.

Fotos: W.Hein


Sonntag, 31. Mai 2009

Kommt geflogen!



„Ahhhhhh!“ . . . „Mmmm!“. . . „Ooooaaaahh!“

„Ist das jetzt Wellen-nässen?“
Plötzlich steht eine kleine weiße Maus über Lenas Kopf.
„Das sieht aber noch ganz schön trocken aus.“


Das Deichlamm rekelt sich schon den Morgen lang
mit Hingabe im rosa Tuch aus Organza. Und Nelleke
macht Reschieh. Das heißt, sie ruft die ganze Zeit,
was Lena tun soll. Meistens soll sie sich wohlig wälzen
und dabei ganz laut genießen. Das Schaf macht mal Pause
vom Juchzen und erklärt dem naseweisen Nager:
„Wir machen ein neues Schild für Schmusibu und Blöki.“
Genau vor einem Jahr haben die beiden Alpenschnucken
geheiratet. Lena und die Bären haben auch aus der Ferne
Glück gewünscht und wollten schon damals ein tolles Geschenk
schicken: Schafige Schaumbäder für den Swimming Pool mit
total entspannenden Duft. Eben Wellen-nässen, eine kleine Maus
kannte sich schon damals aus.


Aber dann wussten sie alle im letzten Sommer nicht,
ob man was verschicken darf, was noch schwappt.
Inzwischen haben sie aber rausbekommen, dass
Flaschen in die Steiermark sogar geflogen werden.
Also wird es zum ersten Hochzeitstag höchste Zeit,
endlich das Geschenk an die beiden Gschpusis zu
schicken. Nelleke ist schon ganz ungeduldig: „Los Lena,
wälz Dich. Und pass auf die Kugeln auf. Das sind doch
unsere Blubberblasen.“

Das Lamm macht sich wieder an die Arbeit:
Genießen volles Pfund! Aber es ja muss sein,
denn die frische Flasche für schmusibuweiche Wolle
mit Schaum und Duft war leider vollkommen unleserlich
beschriftet. Die hieß zum Beispiel „Perwoll“. Das ist
Latein, hat Anna erklärt, und bedeutet „Für die Wolle“.
Aber Latein ist eine mausetote Sprache und wie sollen
das zwei lebendige Hochgebirgsschafe verstehen.
Also müssen sie erst einmal ein neues Schild machen.
Was Paarhufer und Plüschtatzen lesen wollen.


Weil Lena das einzige Schaf im Haushalt ist, muss sie
jetzt im roten Pullover schwitzen. Deshalb wickelt sich
das junge Lamm immer wieder in das rosa Britzeltuch,
das bei jeder Bewegung knistert. Denn merkwürdigerweise
soll es viel schöner aussehen, wenn man gar keinen
echten Schaum nimmt. Außerdem haben sie ja nur
eine Flasche und halbleer kann man die doch schlecht
wegschicken. Doch jetzt ist Schluss. Nelleke hat
endlich festgestellt, dass Lena genug gestöhnt hat und
davon schon ganz unentspannt aussieht.

Am nächsten Tag schwitzt Lena auch nicht mehr so.
Sie durfte den roten Pullover wieder ausziehen, denn
den haben sie ja nur für das Schild gebraucht. Die kleine
Maus ist auch wieder da und fragt gleich nach: „Und?
Gibt es jetzt die richtige Flasche für verliebte Wollviecher?“

Natürlich! Und sogar mit „Frühlingswiesenduft“. Lena hätte
gern noch Almenblüten dabei gehabt, aber Nelleke hat
gesagt, dass die Flaschenmacher nicht lügen dürfen. Jedenfalls
nicht so doll. Und dann haben beide noch schnell die Flasche
aufgemacht und geschnuppert. Es hat zwar nicht wie frisches,
leckeres, grünes Gras geduftet, aber irgendwie sauber. Das
ist schon in Ordnung, denkt das Schaf, denn sonst würden es
Schmusibu und Blöki am Ende noch zum Würzen der
Semmeln nehmen.


Die Maus schaut erst Lena lange an, dann das
Flaschenschild. Sie trippelt ein paar Schritte zurück.
Und schaut noch mal. Dann legt sie den Kopf schief und
versucht, wenn sie das Schaf fixiert, mit den Pfoten einen
Rahmen in die Luft zu malen. „Du siehst auf der Flasche
ganz anders aus.“ Lena zupft an ihrem Kleid: „Ich hab ja
heute auch meine Gartenkluft an.“ „Ich meine nicht das
Kuhkleckerkleid,“ schüttelt die Kleine den Kopf. „Auf der
Flasche bist du viel heller und glatter. Irgendwie wie ein
fremdes Schaf.“ Lena überlegt einen Moment. „Das liegt
vielleicht daran, dass Nelleke immer gerufen hat: denk daran,
dass du für alle Schafe der Welt stöhnst.“ Oder daran, dass
jemand gestern noch lange am Foto rumgewerkelt hat.

Nelleke kommt zu den beiden. Wie so oft ist sie in Eile,
denn es wird Zeit, dass die Flasche zur Post kommt.
Aber vorher zeigt sie der Maus noch, wie sie beim
Schild an alles gedacht haben. Es steht extra „neu“ auf
der Flasche, weil es ja ein neues Schild ist. Aber wird
das nicht irgendwann alt? Vielleicht sollten sie noch
Ersatzschilder mitgeben: „Gestern“ „Fast neu“ „Schon älter“
„Uralt“ und „Nicht mal mehr mit der Kneifzange anfassen.“

Nelleke dreht stolz die Flasche um. Denn hier stehen
ganz wichtige Hinweise, damit das Wellen-nässen
nicht in Wellen-stressen ausartet. Denn wie soll ein
Schaf sich entspannen können, wenn es die ganze Zeit
überlegen muss, ob es alles richtig gemacht hat. Oder
ob es etwas vergessen hat. Oder ob es vielleicht auch
ganz anders entspannen könnte.

Der naseweise Nager braucht keine langen
Anleitungen zu lesen. Die Maus weiß auch so
Bescheid: „Am besten die ganze Flasche in das
Gartenschwimmbad und dann mit dem elektrischen
Küchenmixer ganz viel Schaum machen. Dann kann
man ganz labberig in den Wellen schaukeln und
keiner sieht, wie genässt man ist.“

Wenig später ist die Flasche schon verpackt und ein
aufgeregter Hütehund passt auf. Lena hat Speick die
Aufgabe gegeben, immer ein Auge auf den Woll-Balsam
zu haben, während sie einen passenden Karton suchen.
Zum Glück war das Schaf danach verschwunden, denn
sonst hätte der arme Hund gar nicht gewusst, welches
Auge er für Flaschen nehmen soll. Für lange Erklärungen
haben Bären und Schafe jetzt keine Zeit mehr.
Schmusibu und Blöki werden schon wissen, dass das ein
Hochzeitstag-Geschenk ist. Wenn es dann angekommen ist.
Denn jetzt muss die Flasche fliegen.


Alles Gute zum Hochzeitstag Schmusibu und Blöki!

Fotos: W.Hein, Reschieh: Nelleke


Mittwoch, 27. Mai 2009

Hasenjagd



Den Hasen mit dem Ringelsockenlöffel hat sich Sissi unter den Arm
geklemmt. Der Blechvogel ist mitgekommen. Plötzlich schießt
ein kleiner Rammler aus dem Gebüsch und läuft im Zick-Zack
vor Ihnen her.

"Heh, du flinker Flitzer! Bleib doch mal stehen." Sissi setzt
ihr buntes Stofftier ab und nimmt die Verfolgung auf. Doch
der kleine Hase scheint nichts zu hören. Oder erst recht,
denn er hoppelt noch schneller weiter.


Dabei will die kleine Bärin doch gar nichts Böses von dem Hasen.
Nur fragen, warum er so schnell rennt. Und vielleicht ein wenig
über die Ohren streichen. Aber dafür muss sie ihn zuerst fangen.

"Das ist wirklich ein schnelles Langohr." Sissi hechtet atemlos
hinterher. Vielleicht kann sie ihn ja ins Haus und dort in eine
Ecke treiben. Aber dazwischen ist noch der ganze Hochwald,
wo der flinke Hasen noch viele Haken schlagen kann . . .



Da stehen Sissis Chancen ziemlich schlecht. Aber vielleicht ist
der kleine Hase ja auch auf der Flucht, weil er ahnt, dass Silke
ihm am Liebsten einen Rädersatz verpassen möchte, damit er ein
geliebtes Rolltier wird. Da steht oder besser rennt ein Rammler
lieber auf eigenen Pfoten.

Die kleine Sissi kam, nur nur einem hauchdünnen Spitzenkleid
bekleidet, Heiligabend 2005 aus der Bärenhöhle zu uns.
Sie wird schon damals schrecklich gefroren haben, denn sie
ist im tiefsten Winter - im Februar - von Sylvia Reiter auf
der Nockalm in Östereich gemacht worden. Inzwischen hat
sie ein wärmendes Unterkleid und einen Häkelkragen von
Silkes Mutter bekommen. Jedoch so ganz gartentauglich
ist sie damit nicht.

Fotos: W.Hein

Sonntag, 24. Mai 2009

Psssst!



"Hallo! Haaaallooo! . . . Wo seid ihr?"

"Ich kann nichts dafür. Die Kastanie war plötzlich da.
Innen ist sie ganz kuschelig. Und ich hab ja überhaupt
gar nicht geschlafen. Nur so mit zuen Augen gewartet."

"Pssst! Nicht so laut. Sonst hören sie uns."

"Und vergiss nicht, dieses grüne Riesending zu verstecken.
Sie sollen uns doch nicht finden. . . Noch nicht."

"So! Und jetzt komm endlich wieder unter die Blätter."

"Keine Ahnung vom Verstecken, dieser Bär! Mit dem
roten Stern an der Mütze könnte er gleich mit einer
Laterne rumlaufen. Und dann noch Schellen am Hut."

Jetzt kommt endlich. Ich höre schon ihre Stimmen."

"Nicht so schnell. Meine Mütze hängt noch an einer Erdbeere."


Die drei kleinen Waldbären streifen seit dem letzten Herbst
durch das Dickicht.Wo sie im Winter waren? Keine Ahnung.
Vielleicht haben sie mit den Igeln Winterschlaf gemacht.
Jetzt wuseln sie wieder eifrig durch das frische Grün.
Wenn man sie sieht. Aber . . . eigentlich soll man sie noch
gar nicht sehen. Denn noch fehlt es an diesem und noch
fehlt es an jenem. Das soll der Sommer bringen. Wenn dann
endlich alles gut ist, dann sind es unter der Blättergirlande
ein heller Valdorf-Bär, ein inzwischen aufgeweckter
"zaubearhafter" Signalsternträger und die kleine Mia von

Fotos: W.Hein