Sonntag, 14. Oktober 2007

Ernteeinsatz




"Ich bin dabei!" Die beiden Bären staunen nicht schlecht,
als sie zu ihrem Leiterwagen gucken. Eine kleine weiße
Maus steht mitten in den Holzkisten und piepst aufgeregt:
"Ich komme mit."

Also bleibt die Kleine einfach sitzen, als der größere Bär den
Wagen über den Holzsteg zieht. Sein heller Freund schiebt
von hinten und sorgt dafür, dass die schmalen Räder nicht in
den Längsrillen hängen bleiben.
Schon sehen sie das Ziel ihrer Ausfahrt. In der Sonne
leuchten die reifen Äpfel am Baum. Einige davon wollen
die beiden Petze mitnehmen. Aber sie hängen viel zu hoch
für kleine Bären. Und für kleine Piepsmäuse erst recht.
Der dunkle Bär mit der leicht abgewetzten Nase
lässt sich nicht beirren: "Wir schauen einfach mal."
Er reibt sich seine Schnauze, wie er es so oft in
Gedanken tut: "Es wird sich schon was finden." Auf
frische Apfelspälten zum Frühstück will er nicht so
schnell verzichten.
Ein passender Apfel liegt auch gleich unterm Baum.
Der ist natürlich Fallobst und an einer Seite hat jemand
ein kleines dunkles Loch in die Schale gebohrt. Der
Braunbär brummt: "Da muss man halt ein bisschen
was wegschneiden."
"Nichts passiert!" fiept es plötzlich ganz aufgeregt.
"Gar nichts passiert!" Kurz vorher poltert die kleine Kiste
beim Verladen und eine kleine Maus rappelt sich schnell
auf. Damit alle sehen, dass wirklich nur der Schreck das
Allergrößte war. "Bestimmt nichts passiert!"


Wenig später kippelt die kleine Maus schon wieder
auf der Kiste. Der kleinere Apfel passt zwar in den
großen Holzkasten. Aber der passt dann nicht mehr
in den Leiterwagen. Der fast-weiße Bär zerrt eifrig
am Ladegut, um es vielleicht ein wenig besser zu
verstauen und die Kleine muss ihm doch helfen.


"Lass gut sein. Das geht schon." Der braune Bär klopft
seinem Freund auf die Schulter "Wir werden halt ganz
vorsichtig zurückfahren." Endlich ist auch der zweite
Apfel verpackt. Der kleinste Erntehelfer ruckelt aber
noch mal so kräftig es geht an der Kiste. Damit
wirklich nichts mehr verrutschen kann.


Wenn es ganz vorsichtig zurück geht, kann die
kleine Maus doch wieder mitfahren. Sie wuchtet
die kleine Kiste auf den Apfel. Das wird der
perfekte Ausguck.


"Ich bin bereit!" zierpt die winzige Apfelsammlerin,
als sie den höchsten Punkt auf dem Wagen erklommen
hat. "Es kann losgehen." Die beiden Bären sehen sich an
und nicken. Der helle Brummel wird hinten gut aufpassen
müssen. Das wird eine heikle Fuhre werden.

Fotos: W.Hein

Die beiden Bären kommen aus der Bärenhöhle in Hannover. Hanne Mahnke hat sie selbst gemacht und dann in den Schatten ihrer Verkaufsregale gestellt. Für Leute, die genauer gucken und sich spätestens auf den zweiten Blick in diese liebevoll gealterten Gesellen verlieben. Den hellen Bär mit dem türkisblauen Babyjäckchchen hat sie immer wieder mit nach Hause genommmen, bis er endlich richtig war. Am Ende guckt er zwar immer noch ein wenig traurig, aber ist dabei ein echter Herzensbrecher geworden. Und der dunkle Bär sollte ein Vorlagenbär für die nächste Bastelpackung werden. Als er endlich perfekt war, war der Schnitt leider verschwunden. Also ist er ein Einzelbär geblieben. Natürlich gibt es stattdessen andere schöne Bastelpackungen (s. Bärenmacherbedarf) von Hanne Mahnke für Bärenfans. Die kleine weiße Maus kommt auch aus der Bärenhöhle und gehörte zu einer Gruppe von drei Weihnachtsmäusen von Deb Canham.

Samstag, 29. September 2007

Reiche Beute

Mariele trippelt aufgeregt von von einem Fuß auf den anderen.
Kleine Freibeuter können so umständlich sein. Sie hat sich ihren
Hasen gegriffen und ist längst startbereit. Frederik hebt gerade
erst seine Piratenente vom Steg. Und setzt sie vorsichtig nach
unten auf die Betonplatten, die rund um den Teich führen. Damit
das kleine Rädertier mitkommen kann und nicht oben warten muss.
Das dauert. Dabei ist es schon Abend und bis jetzt haben sie immer
noch keinen Schatz gefunden.

Endlich stöbern sie durch die Rosenbüsche, Staudenhorste
und Sträucher. Die kleine Bärin blinzelt genau in das Zwielicht
unter dem dichten Grün, ob da nicht etwas blinkt und blitzt,
wenn sie mit dem langen Säbel die Blätter auseinanderschiebt.

Mariele ist sich sicher: Wenn jemand seine wertvollsten Dinge
im Garten versteckt hat, dann hier in den Pflanzen hinterm Teich.
Sonst waren sie ja auch schon überall.

Mit dem kräftigen Stößen durchpflügt der kleine Freibeuter
die Astern. Zum Durchkämmen der Büsche ist so ein Piratensäbel
aber eigentlich viel zu fitzelig. Es sollte dafür Schurkenharken oder
Korsarenhäcker geben. Irgendwas mit ganz vielen Zinken vorne dran.
Bei der nächsten Schatzsuche wird Frederik auf jeden Fall eine
bessere Ausrüstung mitnehmen. Und jemanden, der sie tragen muss.


Die Bären sind wirklich gründlich. Aber wieder nichts.
Und eine Schatzsuche ohne Schatz ist doch nur blöd.
Vielleicht darf man das am Ende noch nicht einmal so
nennen. Dann ist das alles nur so eine Nichts-Suche ... bööh!
Also weiter: Jetzt sind die großen Blätter in der Ecke dran.

Das riesige Funkienlaub reicht bis zum Boden. Dicht an dicht
schieben sich die stabilen Blätter übereinander. Die kleinen
Schatzsucher können beim besten Willen nicht sehen, wie es
darunter aussieht. "Das ist bis jetzt der beste Platz!" Frederik
drückt das störrische Grünzeug beiseite, bevor er hinzu fügt:
"Hoffentlich, denn die Piratenente ist schon ganz müde und hungrig."

Dann halten zwei Bären einen Moment lang die Luft an und
kriegen erst einmal kein Wort heraus: Tief im Schatten mitten
unter der Funkie steht dort tatsächlich ... ein richtiger Schatz.
Schon ganz übersichtlich in eine Holzkiste verpackt. Die Perlen
und Edelsteine glitzern auch sofort in den tiefen Strahlen der
Abendsonne, die jetzt zwischen den beiden Bären ins Dunkle
hineinleuchten. Alles ist genau so, wie sie sich das in ihren
kühnsten Träumen immer vorgestellt haben.


Doch jetzt wird es Zeit, den kostbaren Fund zu bergen.
Frederik hebt die großen Blätter an, damit Mariele besser
reinschlüpfen kann.

Die Piratenbraut atmet ziemlich tief und stöhnt dabei,
als sie die Kiste endlich ans Licht zerrt. So ein Schatz
kann ganz schön schwer sein.


Frederiks Jubel kennt jetzt kein Halten mehr: "So einen
tollen Schatz hat hier bestimmt noch niemand gefunden.
Das ist ein ganz bedeutender Fund!" Auf jeden Fall ein
schwerwiegender, denn mit einem lauten Plumpsen lässt
Mariele die Holzkiste auf die Steine fallen.

Jetzt kann der kleine Pirat auch mal die Verantwortung
für ihren "bedeutenden" Superfund tragen. Und die sperrige
Holzkiste auch. Der Schatz ist ja so groß, dass der Deckel
nicht mal schließt und die mindestens die Hälfte raushängt.
Mariele trägt inzwischen ihre Piratensäbel und den Hasen.


Mariele hat recht gehabt. Das muss der kleine Freibeuter
schon zugeben. Das Ding ist höllisch schwer. Außerdem
muss er aufpassen, dass er nicht stolpert, wenn er auf eine
der runterbaumelnden Ketten tritt. Kaum hat er die Kiste eine
Steinplatte weiter gewuchtet, überredet er die kleine Bärin,
jetzt gleich hier eine Pause zu machen und den Schatz genau
zu untersuchen. Die stimmt sofort zu, da sie eigentlich auch
viel zu neugierig ist.

Der Hase hat es nicht mehr in seinem Versteck ausgehalten.
Erst hat er die Jubelschreie gehört. Danach viel Geschnaufe
und ein wenig Freibeutergefluche über im Weg hängende
Klunkerketten. Jetzt sind nur noch leise Aahs! und Ohhs! zu
hören und eifriges Geklimper. Vorsichtig nähert sich das stille
Langohr den offensichtlich erfolgreichen Findern.

Endlich sehen auch die kleinsten Mitglieder der Eksspiediediom
den großen Protzfund. Die Piratenente und der Marieles Hase
sind richtig stolz auf sich, denn ohne ihre Hilfe hätte der Schatz
sicher nicht gefunden werden können. Der kleine Kuschelfreund
wühlt schon eifrig mit, während sich die beiden Bären begeistert
die wertvollsten Klunker vorführen.

Schon bald ist das kleine Schlappohr fündig geworden.
Für sich hat es eine Kette mit bunten Glasperlen und
weißen Meeresschnecken raus gezogen. Die Piratenente
bekommt auch eine Muschelkette. Marieles Hase hängt
dem Rädertier schnell das Schmuckstück um den Hals.


Dann wühlt der kleine Hase weiter in der Kiste.
Und der Rädermaat zeigt seinem Freibeuterkapitän
begeistert den neuen Halsschmuck.


Auch Mariele hat in die Vollen gegriffen und sich eine Kette
um den Hals gehängt. Eine weitere hat sie auf dem Kopf
geschlungen. "Das ist ein Tiadehm!" erklärt sie dem etwas
ratlos guckenden Frederik. In der einen Pfote hält sie einen
grünen Armreif und eine weitere Kette hat sich die kleine Bärin
mehrfach um den Unterarm gewickelt. Sie kann sich gar nicht
satt sehen an den schimmernden Perlen und leuchtenden
Steinen an ihrer Pfote. Das funkelt alles so schön.

Frederik legt den Kopf auf die Seite und betrachtet die kleine Bärin,
die sich im Licht dreht, damit die Glitzersteine besser leuchten.

Der junge Bär atmet tief durch und schluckt ein paar Mal,
bevor er sich traut: "Weißt Du Mariele, du siehst jetzt wie ..."
der Schrecken der sieben Weltmeere und des Gartenteichs
schluckt noch einmal: "... wie eine richtige Prinzessin aus."


Mariele stutzt einen Moment und schaut sich an.
Stimmt! Überall glitzert und funkelt es. Sie ist jetzt
eine Prinzessin. Und sie hat nichts dagegen.

Da hat Freedrik den namenlosen Hasen entdeckt.
Er winkt ihn gleich eifrig heran. "Ich möchte aber
nicht stören," windet sich das Langohr. "Im Gegenteil,
lieber Freund! Wir müssen dir etwas zeigen, dass du
sicher noch nie gesehen hast. Wir haben den großen
Piratenschatz gefunden." Der Freibeuter überlegt einen
kurzen Moment: "Vielleicht ist es ja sogar der größte
Piratenschatz überhaupt."

Voller Stolz zeigen ihm die beiden Bären die wertvollen
Ketten, die reich mit Edelstein besetzten Anhänger und
die sicher unbezahlbaren Broschen. Der Hase bewundert
jedes Schmuckstück ausgiebig. Im Stillen hofft er, dass noch
niemand im Haus die vielen Glitzerdinger vermisst. Er hat in
der ganzen Aufregung ganz vergessen, um Erlaubnis zu fragen,
als er sich den Schatz geborgt hat.

Die stolzen Piraten sind auf jeden Fall glücklich. "Gebt mir eure
Pfote," ruft Frederik: "Schlagt ein." Ihre Eksspiediediom ist ein
richtig großes Abenteuer gewesen. Sie haben am Ende den Schatz
gefunden. Und einen Nootpohl. Weil sie so eine tolle Mannschaft
sind: Der Käptn mit Freibeuterhut, der deshalb sagen darf, wo es
lang geht. Wenn eine Jetzt-doch-Prinzessin nicht schneller ist.
Ein treuer Rädermaat und Marieles Schlappohr nicht zu vergessen.
Die Kleinsten sind durch dick und dünn mitgekommen. Dabei hätten
sie in dem riesigen Garten doch so leicht verloren gehen können.


Die Sonne verschwindet schon hinter den umliegenden Bäumen
und sie sitzen immer noch im Garten. Die großen Schatzsucher
und -finder haben noch so viel zu erzählen. Der namenlose Hase
hört ja sowieso lieber zu.

So fing alles an ...

Fotos W.Hein

Ein namenloser Hase: "James" von Marjoleine Diemel
(Old Time Teddies & Furry Friends)
Frederik: Barbara Fernholz (Zaubearhaft)
Mariele mit Hase: Christiane Kaufmann (Hünfelder Bären)
Piratenente: Fundstück

Donnerstag, 27. September 2007

Keine Zeit, keine Zeit

Frederik schlägt mit dem Säbel auf die Büsche, nachdem
das mit dem Sich-in-die-Büsche-schlagen vorher nicht
geklappt hat. Jetzt sucht er mit Mariele, ihrem kleinen Hasen
und der Piratenente schon seit Stunden den großen Piratenschatz
im Garten. Sie sind an den Grenzen gewesen. In den hintersten
Winkeln. Auf allen Wegen. Mitten im grünen Gestrüpp. Er hat
nach Blattgold auf Bäumen gesucht. Und bis jetzt nichts. Also
untersuchen sie jetzt das dichte Blattwerk der Sträucher und
vorsichtig das pieksige Immergrün.

Nun sind die drei Buchsbaumkugeln an der Betonfläche dran.
Erst stochern die beiden Bären mit ihren Piratendolchen im
dichten Laub. Das macht beiden unheimlich viel Spaß, aber
finden tut man so natürlich nichts.

Also greift Frederik beherzt ins grüne Gestrüpp und zieht
die Zweige solange auseinander, bis er die Äste im Inneren
sehen kann. Wieder sieht er nur einen nackter Stamm im Schatten
und keine Spur eines Schatzes. Sie werden weitersuchen müssen.

Es raschelt weiter hinten im Garten. Der unbekannte Hase
schaut schnell über die Schulter und spitzt die Ohren. Wenn
das Langohr die Luft anhält, hört er die beiden Bären in den
Büschen. Von Zeit zu Zeit werden die Piratenente und
Marieles Hase gerufen, sie sollen ja nicht so weit zurück bleiben.

Das ist gut, wenn die Piratentruppe noch außer Sichtweite
beschäftigt ist. Der Hase braucht einfach noch ein wenig Zeit.
So hat er sich gleich zu Anfang von der großen Eksspediedieom
verabschiedet, um unbemerkt ins Haus zu kommen. Hier hat er
inzwischen alle Ketten und Schmuckstücke, die ordentlich prunken
und protzen, zusammengesucht und in eine Holzkiste gestopft.
Er prüft noch mal, ob im Licht alles schön glitzert und gleißt,
bevor der schwerste Teil seines Plans beginnt.


Er schließt den Deckel so gut es geht und wirft einen
letzten Kontrollblick in die Runde. Die Luft ist rein. Also los.


Doch wohin mit der Schatzkiste? Er will sie doch für die Piraten
im Garten gut verbergen. Das Verstecken von Geschenken liegt
den meisten Hasen wohl im Blut. Sonst hätten sie sich auch nie
für diesen Eierjob im Frühjahr gemeldet.


Jetzt muss er aber diesen Schatz loswerden. Vielleicht am Besten
im Pflanzengewirr hinterm Teich. Vor allen Dingen aber schnell,
bevor die Pirateneksspiediedion zurückkommt.


Der Hase ächzt und schnauft ein wenig, als er versucht
das sperrige Ding zum Versteck zu bekommen. Er hat es gut
gemeint und die Schatzkiste bis oben hin vollgepackt. Vielleicht
auch etwas zu gut, denn sie ist unglaublich schwer geworden
und schließen kann er den Holzkasten auch nicht mehr. Der
kleine Karohase muss helfen, das Ganze zusammen zu halten.


Als die Kiste als Verpackung für die Saat der "Vergessenen Gemüse"
ins Haus kam, war sie viel handlicher. Aber das ist schon lange her
und die Gemüse sind längst schon wieder auch in diesem Garten
vergessen worden. Der Hase ist ja nur froh gewesen, dass er so
eine tolle leere Schatzkiste gefunden hat, die er füllen konnte.
Jetzt braucht er nur noch ein perfektes Versteck im Grünen.


Das Langohr schiebt vorsichtig die riesigen Funkienblätter
beiseite. Das sieht nach dem besten Versteck aus, das sich
ein Schatzverberger nur vorstellen kann. Die tiefen Schatten
der großen Blätter werden die wertvolle Kiste vor allzu
flüchtigen Blicken schützen.


Beherzt greift er die schwere Holzkiste und kämpft sich in
das dunkle Dickicht. Er muss aufpassen, dass einige Ketten nicht
an irgendwelchen Zweigen hängenbleiben. Piratenschätze
können ganz schön sperrig sein.


Geschafft! Die Schatz ist tief im grünen Blattwerk verborgen.
Der große Schatzmeister hat sogar die Blätter wieder zurechtgerückt
und wieder aufgerichtet, damit keine Spur vom Eingang zum Versteck
zu sehen ist. Auch hat das stille Langohr auf seinen Rückweg sorgsam
darauf geachtet, dass ihm nicht doch noch eine Kette herausgerutscht
ist und jetzt in der Sonne verräterisch glitzert.


Plötzlich hält ein namenloser Hase inne.
Entsetzt schlägt er die Arme über dem Kopf
zusammen. Jetzt hätte er doch fast etwas
ganz, ganz Wichtiges vergessen ...


Schnell huscht der Hase wieder zurück zum Versteck.

Mit einem kräftigen Satz springt er wieder mitten
zwischen die großen Blätter.


Wenig später strahlt er über das ganze Gesicht, als er
wieder aus dem Gebüsch kriecht. Sein kleiner Karohase
konnte sich nicht vom Schatz trennen. Und fast hätte das
Langohr ihn zurückgelassen. Aber dann wüssten die Piraten
doch sofort, wer die Geschmeide, Perlen und Edelsteine
versteckt hätte. Und außerdem hätte sein kleiner Liebling
sicher irgendwann Angst im Dunklen bekommen.


Seinen Karohasen fest an die Brust gepresst, hastet er
den Weg zurück. Der flinke Löffelträger will die kleinen
Schatzsucher doch überraschen und alles erledigt haben,
bevor sie kommen. Natürlich alles ganz heimlich, still
und leise, wie es die Natur eines Hasen ist.


Nahe beim Steg taucht das Langohr im Gebüsch ab. Hier müssen
die Schatzsucher wieder lang kommen, wenn sie heimkehren.
Der Hase will doch dabei sein, wenn die Bären den Schatz finden.
Er muss noch lange warten, bis er Stimmen und Schritte hört.


Es ist schon Abend geworden, als eine müde Piratenbande
endlich aus dem Garten zurückkommt. Sie haben doch alles
abgesucht, aber einen Schatz haben sie nicht gefunden. Morgen
gehen sie noch mal mit Schaufeln los und graben alles um.


"Wie tief werden Wertsachen eigentlich so vergraben?"
Mariele überlegt, wie sie morgen vorgehen wollen. "Irre tief,"
behauptet der kleine Freibeuter. "Wir sollten uns einen Bagger
besorgen." Sonst würde die Suche noch Tage dauern. Danach
werden unzählige Löcher den Garten übersähen wie die Krater
den Mond. Das wird ein toller Bären-Abenteuer-Spielplatz.


Nach den ganzen Anstrengungen des Tages müssen die Bären
erst einmal eine Pause machen. Frederik plant schon große
Ausgrabungen, als Mariele plötzlich aufspringt.


"Los komm schon, Frederik," die kleine Bärin ist ganz
aufgeregt. "Vielleicht müssen wir ja gar nicht buddeln.
Wir haben ganz vergessen, rund um den Teich zu suchen."


Der Schrecken der sieben Weltmeere und des Gartenteichs
nimmt darauf seine Piratenente mit Bedacht vom Steg.
Ohne diese Hilfe würde der kleine Rädermaat niemals
den großen Höhenunterschied überwinden können. Und dann
müsste das beste Schnabeltier für Freibeuter wieder warten,
wo doch die Schatzsuche weitergeht ...

Und so geht es weiter ...

Fotos: W.Hein

Ein namenloser Hase: "James" von Marjoleine Diemel
(Old Time Teddies & Furry Friends)
Frederik: Barbara Fernholz (Zaubearhaft)
Mariele mit Hase: Christiane Kaufmann (Hünfelder Bären)
Piratenente: Fundstück