Montag, 24. September 2007

Der Nootpohl

Es ist ein beschwerlicher Weg zum unverhofften Reichtum.
Schon ganz, ganz lange streifen die Bären durch den Garten.
Die beiden sind immer noch auf der Suche nach dicken
Klunkern und fetter Beute. Aber bis jetzt ist da nicht einmal
der kleinste Fitzel von einem Schatz zu sehen.

Die langen Gräser mit ihren scharfen Kanten behindern
ihren Weg rund um den kleinen Aluteich. Die kleinen
Freibeuter müssen die grünen Blätter vorsichtig mit ihren
Säbeln beiseite schieben, um sich nicht zu schneiden.
Das ist jetzt wirklich eine grüne Hölle.

Der kleine Hase muss mit der Piratenente draußen warten.
Die kleinsten Schatzsucher würden im Blattgewirr einfach
nur hängenbleiben. Die große Totenkopf-Flagge haben sie
senkrecht aufgepflanzt, damit Frederik und Mariele sie
wiederfinden. Natürlich wollen sie endlich auch die
Schätze sehen.

Aber so sehr Frederik und Mariele sich auch durch diese
widerspenstigen Seggen kämpfen, einen Hinweis auf den
versteckten "Notgroschen" finden sie hier nicht. Diese
Gräser waren wohl immer schon viel zu pieksig.

Frederik ist langsam sauer: "Weg du altes Gemüse."
Mit dem Säbel drängt er die scharfen Stengel zurück.
"Hau ab, sonst mach' ich Schnitzelgras aus dir!"

Das ist eine ganz schön anstrengende Arbeit, sich so durch
die Segge zu kämpfen. Mariele hat sich eine Schatzsuche
viel lustiger vorgestellt: "Morgen eröffne ich lieber einen
Kaufmannsladen. Dann werde ich bestimmt schneller
im Geld schwimmen."

Vorher schauen sie noch bei den vergessenen Gemüsen nach.
Vielleicht ist da ja nicht nur Grünzeug vergessen worden.
Sie folgen dem Steinplattenweg bis ganz nach hinten zur Grenze.

Danach geht es immer weiter durch den Garten.
Mitten ins Erdbeerfeld hinein. Denn Schätze an
befestigten Wegen kann ja jeder finden. Mariele
und Frederik versuchen ihr Glück deshalb im
dichten Gestrüpp beim alten Efeubaum.

Der Hase auf Piratenente verschwindet fast im
Pflanzengewirr. Es ist nicht einfach, den beiden
Bären in die Wildnis zu folgen. Immer wieder muss
Frederik die roten Räder seines Schnabeltiers aus
dem Pflanzengewirr befreien.

Sie kämpfen sich weiter durch das Dickicht abseits
der Wege. Keine Spur von den wertvollen Geschmeiden
oder glänzenden Goldstücken, auf die Piraten doch
ein Anrecht haben. Aber vielleicht wussten das die
früheren Schatzbesitzer ja nicht. Auf jeden Fall haben
sie wohl keine Lust gehabt, ihre Wertsachen irgendwo tief
im Grünen zu verstecken.

Wenig später stehen die kleinen Piraten auf dem
schattigen Weg, der mitten durch den Hochwald führt.

Von da geht es über den Mulchweg in die letzten Winkel
des Gartens. Weil Frederik schon die schwere Fahne tragen
muss, zieht Mariele inzwischen die Piratenente mit dem
kleinen Hasen.

"Und jetzt?" Mariele sieht mit großen Augen Frederik an.
Und der überlegt fieberhaft. Sie stehen am Ende des
Mulchweges, hier ist auch der Garten zu Ende. Aber die
kleine Bärin im Spitzenkleid sieht immer noch keinen
Erfolg ihrer Suche.

"Hier gibt es gar nichts." Mariele ist ratlos.
Gibt es in diesem Garten eigentlich irgendetwas?

Frederik widerspricht heftig: "Natürlich gibt es hier
etwas!" "Einen Schatz?" Mariele versteht gar nicht,
warum der kleine Freibeuter plötzlich so wild mit dem
Säbel in der Luft herumfuchtelt. "Keinen Schatz!" ruft der
aufgeregt: "Etwas viel besseres!"

"Hier ist es! Und wir haben es gefunden." Frederik
deutet mit dem Säbel auf den Boden vor ihren Füßen.
Marie sieht gar nichts. "Was haben wir denn gefunden?"
Frederik schaut ihr stolz in die Augen: "Na den Nootpohl!"

Frederik zeigtt auf die dunkle Stelle vor ihnen:
"Hier ist der Nootpohl. Und wir haben ihn entdeckt."
Fragende Gesichter sehen den kleinen Freibeuter an.
Der fährt ein wenig trotzig fort: "Nur Bären können
das. Da kannst du Winnie den Pu fragen. Der hat
einen in England gefunden. Es gibt mehrere davon."

Frederik rammt den Fahnenmast in den Boden. Genau dort,
wo die dunkle Stelle ist. "Weißt du Mariele, was das Beste
daran ist? Keiner hat hier einen Pohl vermutet." De
r Bär
zerrt kräftig am Stab und presst ihn so gut er kann in den
weichen Mulch.
"Ich werde ihn mit unserer Fahne markieren.
Damit jeder sieht, dass dies unser Nootpohl ist."


Der kleine Freibeuter schnauft und ächzt, so kräftig drückt
er die Stange in den Boden: "Die Fahne zeigt es allen:
Das ist der Frederik-Mariele-Piratenente-Hasen-Nootpohl
oder kurz der eFeMPeHa-Nootpohl in unserem Garten."

Frederik rackelt noch ein letztes Mal an der schwarzen
Totenkopf-Flagge.
"Es ist geschafft. Jetzt gehört er uns."

"Wieso soll hier ein Nootpohl sein?" Eine kleine
Bärin bleibt ungläubig. "Das ist doch erfunden."
"Nicht erfunden, sondern gefunden," stellt Frederik
richtig, bevor er stolz neben die Fahne tritt. Das schwere
Piratentuch bleibt jetzt hier. Es gibt weitere Vorteile:
"Wenn wir dann den Schatz finden, können wir die
Schritte vom Pohl abzählen und eine Schatzkarte malen."

Der Hase und die Piratenente finden den eFeMPeHa-Nootpohl
einfach nur klasse. Besonders gefällt ihnen, dass jeder einen
finden darf. Und das sie einen eigenen haben, direkt im
Garten, quasi so um die Ecke.

Den dreien ist nicht zu helfen. Mariele schüttelt den Kopf:
"Na schön, dann ist das der Nootpohl." Die kleine Bärin
stürmt wieder los: "Aber jetzt wir müssen einen Schatz suchen."

Schon hat die kleine Schatzsucherin den halben Weg
zum Wald zurückgelegt. Der Hase und die Piratenente
trollen hinterher. Der große Finder bleibt zurück. Er hätte
sich etwas mehr Anerkennung gewünscht. Mariele ruft:
"Frederik, nun komm endlich."

Frederik schließt brummelnd zu Mariele auf. Er zieht
wieder die Piratenente, da er jetzt eine Pfote frei hat.
Mariele nimmt den Hasen in den Arm. Die Suche soll
schnell weitergehen. Sie haben ja so viel Zeit verloren.

Zurück bleibt der Nootpohl am Ende des Gartens. Und
eine schwarze Totenkopf-Flagge, die mitten darauf steht.

Und so geht es weiter ...

Fotos: W.Hein

Frederik: Barbara Fernholz (Zaubearhaft)
Mariele mit Hase: Christiane Kaufmann (Hünfelder Bären)
Piratenente: Fundstück

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Ihr Bären,
gerade kommen wir von unserem aufregenden Abenteuerausflug bei den Wildschweinen zurück (uns zittern jetzt noch die Bärenknie) und wollten uns eigentlich nur am PC ein bißchen entspannen und erholen, da lesen wir bei Euch von Eurer Noothpohl-Expedition die ja mindestens mal genauso aufregend gewesen ist, wie unser Erlebnis mit den Wildschweinen. Wir Bären sollten vielleicht alle mal ein Buch schreiben, wegen all der spannenden Abenteuer, die wir immer so erleben. Wir finden es jedenfalls bäääärenstark, daß es in Eurem Garten einen Noothpohl gibt. So was findet man schließlich nicht alle Tage!
Paßt auf Euch auf und wir drücken Euch die Daumen für Eure weitere Schatzsuche
Die Kuschelbären Pelle und Cappuchino

SchneiderHein hat gesagt…

@ Kuschelbären Pelle und Cappuchino
Woah! Echte wilde Schweine - die würden Frederik und die Piratenente auch gerne sehen. Schade, das Ihr keinen eigenen Blog habt, wo es Fotos davon gibt. Außerdem wüssten die beiden (und wir) doch zu gern, wie ihr ausseht und natürlich auch die Kuh Ebba ...
Die Bären haben sich extra informiert: Das Bloggen ist ganz einfach, kostet nix (nur viel Zeit) und tut auch sonst nicht weh.
Bis bald
Wolfgang + Silke

Anonym hat gesagt…

Ja, das haben wir der Bärenmama auch schon erklärt, und da hat sie gesagt, das SEI ja gerade der wunde Punkt. Die ZEIT. Die ist bei ihr ziemlich knapp und da befürchtet sie, daß sie, wenn sie erst mal einen Blog hat, noch weniger davon übrig hat (von der ZEIT)und das kann will sie momentan nicht. So schreibt sie unsere Geschichten erst mal nur für sich und uns auf. Na ja, vielleicht kommen ja auch doch nochmal andere Zeiten. Wir fänden`s jedenfalls toll.
Ja, das mit dem Foto ist wirklich schade. Schade, daß man keine Fotos in Blog-Kommentare einfügen kann, dann hätten wir Euch schon längst eines geschickt.
Trotzdem liebe Grüße
von Pelle und Cappuchino.

Luna hat gesagt…

Och, das ging ja schnell mit der Fortsetzung. Leider bab ich serst heute geschafft, weiter zu lesen.
Bin hier zur Zeit mal wieder ganz schön gefordert...Naja, man will das ja nicht anders...Trotzdem wünsche ich mir mal wieder mehr Zeit(und Raum) für Kreatives.
Steffen hat irgendwie das Schiff zum Nootpohl vermisst. Da frag ich mich, ob er schon zu der Generation zählt, wo die Fantasie abhanden kommt... aber ich bin immerhin froh, dass er nicht auf "Pokemon" steht und seinen Teddy über alles liebt.
Mal schauen, wie das dann mit der Schatzsuche Eurer süßen Bären weitergeht!
Ich habe meiner Nachbarin Eure Blogadresse gegeben, weil sie auch so auf Bären steht. Da frag ich mich, ob sie auch anonym kommentiert?!?!
Liebe Grüße
Stefanie und euer kleiner Fan Steffen

Anonym hat gesagt…

Hallo liebe Luna,
aber neiiiiin, wenn Du uns meinst und unsere Bärenmama, wir sind glaube ich nicht Deine Nachbarn :-), und anonym kommentieren wir doch auch nicht, oder sind Ebba, Mini,Klein-Ida, Pelle und Cappuchino etwa anonym? :-)))).
Wir haben nur keinen Blog oder eine Homepage zum Verlinken. Leider. Aber was nicht ist, kann ja vielleicht doch irgendwann noch werden. Wenn es an der "Zeit" ist... ;-)
Liebe Grüße an Dich und die Haus-und-Garten-Bären - und wir freuen uns, daß wir auch ohne eigenen Blog immer mal hier vorbeischnuppern und etwas von anderen Bären lesen dürfen.

Pelle, Cappuchino, Mini und die Kuschelkühe Ebba und Klein-Ida

SchneiderHein hat gesagt…

@ Luna und Steffen
dank eurer zahlreichen und liebevollen Kommentare stelle ich fest, dass sich immer mehr Bilder von der Piratenente in die Geschichten schummeln. Was das Schiff für Expeditionen angeht, ist Steffen einfach schneller als unsere Bären. Irgendwann stellt Frederik sein Piratenboot vor. Aber für Nootpohle im Garten kommt man zum Glück ohne aus...
@ Pelle. Cappuchino, Klein Ida, Mini und Ebba
Dann hoffen wir mal, dass die Bärenmama eines Tages ZEIT hat eure Geschichten uns allen zu erzählen. Und hoffentlich gibt es dann auch endlich die Fotos von euch und den Wildschweinen. Bis dahin freuen wir uns über jeden Besuch
Danke Silke + Wolfgang