Dienstag, 1. Mai 2018

Klappe!



Cheeky nimmt die Beine in die Hand.


Das ist natürlich nicht wörtlich zu nehmen, sonst würde er ja keinen Schritt vorankommen. Dabei sind ihm zwei Wagen dicht auf den Fersen, in denen echte Polizisten und ein wütender Zylinderträger ihn unerbittlich verfolgen.
 

 Und kann Cheeky doch nichts dafür – aber im Moment ist er ein falscher Polizist.

 Er musste sich die Uniform "leihen", um das Mädchen zu sehen. Doch gleich darauf tauchte dieser zornige Bär mit dem Zylinder auf und versuchte ihn zu würgen, bis er ihm entkommen konnte. Der falsche Polizist rannte auf die Straße so schnell er konnte. Doch der Grobian ist in das nächste Auto gesprungen und hinterher gebraust. Nun hat er Cheeky fast eingeholt. Der sieht nur noch eine Möglichkeit. Er springt selber auf das Fahrzeug, das ihm so hartnäckig im Nacken sitzt.

 Das beruhigt den Zylinderträger nicht wirklich. Im Gegenteil, er beginnt noch lauter zu schreien und fuchtelt wütend mit den Fäusten: "Stoppt ihn! Jaa, stoppt den Kerl."

 Der so Gescholtene klettert geschwind über die Motorhaube auf das weiche Dach des Wagen. Er muss aufpassen, dass er nicht mit einem Fehltritt ein Loch in das dünne Verdeck reißt.

 Außerdem muss er dem wild um sich schlagenden korpulenten Bär mit dem Zylinder ausweichen, der selbst versucht, auf das Dach zu kommen.

 Cheeky konnte doch nicht wissen, dass die Kleine verheiratet ist. Und dann noch mit so einem groben Klotz. Und noch weniger konnte er ahnen, dass der tobende Ehemann gleich die echte Polizei mitbringt! Die folgt im zweiten Wagen, der immer dichter aufschließt.

Da hilft nur ein beherzter Sprung vom Auto des unleidlichen Hutträgers auf das nächste Autodach, als der Polizeiwagen gerade überholen will.

 Doch so viel besser wird damit die Situation des Autoakrobaten nicht. Denn die Polizisten fuchteln aufgeregt mit ihren Schlagstöcken, um ihren falschen Kollegen gleich wieder vom eigenen Dach zu pflücken.

Am Liebsten würden sie ihn direkt eine Etage tiefer hinter Gitter packen.


Da springt Cheeky bei der nächsten Gelegenheit weiter … auf die Ladefläche eines vorbeikommenden Lieferwagens.

Die Polizisten sind erst sprachlos und dann abgehängt. Der Polizeiwagen stoppt sofort und die drei Blauhelme sind auch sofort auf der Straße. Doch der falsche Kollege saust längst in der Gegenrichtung davon.

 Der zylinderte Ehemann kann es nicht fassen. Die behelmten Hüter des Gesetzes stehen nur untätig rum und zucken hilflos mit den Schultern.

Es ist doch nicht ihre Schuld, dass es einen Gegenverkehr gibt.

 "Dann macht kehrt und hinterher!" Das ist doch kein Rennwagen, womit dieser Teufel flieht. Die Polizei dein Freund und Schnarcher! "Vorsicht mein Herr." Der Polizist tippt mit seinem Schlagstock an die aufgebracht bebende Brust des Ehemanns. "Noch so eine Beleidigung und wir stecken SIE in unsern Käfig auf Rädern!"

 "Pah, dafür habe ich keine Zeit!" Der Ehemann springt wieder auf seinen Wagen und gibt dem Fahrer hektische Zeichen.

"Los hinterher! Den Schuft holen wir uns!"

Das werden noch wilde Tage für Cheeky.
"Und abblenden!"

"Das wird ein Knaller an der Kasse."


Der Regisseur ist ausnahmsweise zufrieden. Der Dreh ist bis jetzt perfekt gelaufen und der neue Teufel hat seine Sache ziemlich gut gemacht. Er hätte ja auch wie seine drei Vorgänger beim Springen zwischen die Autos und unter die Räder kommen können.

Jetzt können sie auch den Anfang machen. Also: "Die Turteltäubchen, eins, die erste. Klappe! und Äkschen."


Jetzt kommt der romantische Teil. Wenn der Teufel in der "geliehenen" Uniform das Mädchen anhimmelt. "Steh nicht da wie ein Holzklotz!" ruft der Regisseur. "Schäker mit ihr. Schmachte sie an." Er schüttelt das Haupt. "Muss man euch Kraftpaketen denn alles erklären?" Pause "Also gut, du fasst ihre Hand und blickst ihr tief in die Augen." Zum Glück gibt es keinen Ton. Er wird dem ungelenken Schlacks jeden Schritt vorbeten müssen.

"Ähem, ich bin gahanz hin und wech …" stammelt sich Cheeky durch die Szene. Zum Glück ist die Kleine ein Vollprofi, die sich gleich an seinen Hals werfen wird. Der Neue muss sich erst daran gewöhnen, dass im Film zuerst alles durcheinander erzählt wird.

Fotos: W.Hein



Kommentare:

Claudia hat gesagt…

Oh, war das schön! Ich hab mcih egrade gefühlt wie im Kino ... ganz früher, als noch schwarz weiß Filme liefen und auch nur solche Texttafeln eingeblendet wurden!
Ich wünsche Euch noch einen schönen 1.Mai!
♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

heinwerken hat gesagt…

@ Dir Claudia
auch einen schönen freien Tag der Arbeit. Wenn Cheeky ein echter Rudolpho Valentino geworden ist, sollten wir noch mal in das Hollywood der 20er reisen. Dann gibt es auch für Silke mehr Äkschn. Bis auf den Regisseur, der offensichtlich ein alter Hase ist, sind wir alle hier noch bei den ersten Leinwandtests ;-)
LG Wolfgang

Anonym hat gesagt…

Das IST ein Knaller! Was für ein genialer Streifen aus der Stummfilm-Ära ... und in SchwarzWeiß kommen die Szenen einfach spannender, sowohl die Verfolgungsjagd als auch das romantische Geschmachte! Hoffentlich ist The End nur ein vorläufiges, man will jetzt nämlich wissen, ob die beiden sich kriegen ;-)
Da das Wetter heute zumindest hier nicht so sonnig war, war Film schauen viel besser als Eis essen ;-) danke für den neuen Lesespaß! Euch noch einen schönen Abend und einen guten Start in den Mai, herzliche Grüße, Manu

Calendula hat gesagt…

Leute, vergesst den Tatort im Fernsehen! Das hier ist viel, viel besser!
Herrlich!
:-D
:-D

heinwerken hat gesagt…

@ Manu
Wir sind auch ganz gespannt, ob es ein Happy End geben wird. Aber Cheeky braucht da sicher noch etwas Schauspielunterricht und sollte sich auch nicht die Haxen brechen, bevor die Stuntbären erfunden werden ;-)

@ Calendula
Leider kommt der Tatort regelmäßiger. also muss er die Zeit jeden Sonntag überbrücken, bis Cheeky hier weitere Abenteuer erlebt :-))

Anonym hat gesagt…

So genial, wir haben gleich Popcorn rausgeholt und uns original wie im Kino gefühlt

Ganz liebe Grüsse von den Kuschelbären

heinwerken hat gesagt…

@ Kuschelbären,

so lange das Popkorn schon in Technicolor ist ;-). Liebe Kuschelbären, schön maö wieder etwas von Euch zu hören – auch wenn das Kommentieren jetzt nur noch über Bande geht.

Liebe Grüße Wolfgang