Sonntag, 16. April 2017

Die Nesthockerin



 Als sie am Morgen aufwachte, hatte sich die Neue gewundert, dass alle Hasen aus dem Haus waren. Nirgendwo war das kleinste Langohr zu sehen, alle waren wie vom Erdboden verschluckt.

Auf der Suche nach den anderen Hasenfüße entdeckt die kleine Häsin ein mobiles Nest aus Stoff. Das ist praktisch und das Stroh wärmt gleich, wenn sie sich zum Warten in den Garten kuschelt. Im Schatten ist es immer noch frisch und der Wind kann auch ziemlich unangenehm sein. Dafür ist es ein Mobilnest. Sie zieht und zuppelt so lange am Stoffsack, bis das Nest endlich richtig liegt. Im windgeschützten Sonnenplatz hat sie einen prächtigen Überblick und sieht sofort, wenn so ein Löffelträger wieder auftaucht. Die letzten Wochen waren die Hasen sowieso etwas hektisch und kurz angebunden. Haben immer von viel Arbeit und wenig Zeit gemurmelt. Doch nun sind alle weg und niemand hat ihr Bescheid gesagt.

Wenn auch die anderen Hasen verschwunden sind. liegen plötzlich dafür viele bunt bemalte Eier überall im Garten. Einige sind im Schatten echt schwer zu entdecken, liegen da doch Blüten und Laub darüber.

 Jedes Ei, das sie findet, trägt sie in ihr neues Nest. Das wird langsam ganz schön eng. Aber falls die schön bemalten Pfotenschmeichler jemand verloren hat, wird er sicher froh sein, wenn Lina die wertvollen Handarbeiten schon mal eingesammelt hat.

Wenn sie endlich die anderen Langohren wiedersieht, wird sie die fragen müssen, ob es für das Eier-Einsammeln einen Finderlohn gibt?


Idee: SchneiderHein          Fotos: W.Hein


Die helle Häsin kommt von Petra Valdorf. Sie saß im Internet auf den Bärenseiten und hatte zum Glück Zeit, zu uns zu kommen. Denn eigentlich sind die Langohren von Frau Valdorf immer schwer beschäftigt und meist längst auf dem Sprung, wenn wir sie sehen. Vielleicht besucht Lina am 5. August mit uns das Sommerfest in der Bärenhöhle Mahnke, Hannover. Dann werden 25 Jahre Valdorf Bears gefeiert und dort werden sicher viele ihrer Geschwister sitzen. Unseren ersten Valdorf Bären haben wir schließlich auch vor vielen Jahren in der Bärenhöhle gesehen. Damals haben wir nur so lange überlegt, dass er schon längst ein neues Zuhause hatte, als wir ihn endlich einladen wollten.


Samstag, 15. April 2017

Kleine Klappen sind des Hasen Not.



Ostern naht mit Riesenhopplern. Der Herold steht längst mit seinem Horn bereit, um zu verkünden, dass jetzt bald alle Eier im Nest zu liegen haben, alle Schokohasen keck die Ohren spitzen, und alle Verstecke gut gefüllt sind – ohne dass die Hasenverteiler sich dabei erwischen lassen.

In der Hasenwerkstatt werden längst schon Nachtschichten eingelegt und die Eier im Akkord gekocht, gebuntet und bemalt. Aber dennoch sind sich die emsigen Hasen noch nicht sicher, ob sie den Schlussspurt doch noch schaffen.

Auch die Aushilfen müssen sich sputen. Da bleibt keine Zeit für die künstlerische Selbstfindung, die bunten Ostergrüße gibt es nur noch einfarbig in den Farben die gerade zur Pfote sind. Also eine Mischung aus "Pop art, Art Brut und Ready Made" erklärt der Hasenbär einer immermüden Häsin, die nur noch verständnislos mit den Schultern zuckt.

Dabei haben sie den Ausstoß von gefärbten Eiern mit einer zweiten Station verdoppelt und Lopsy malt nur noch Weidenzweige mit Kätzchen auf die Motiveier. Er weiß schon nicht mehr, das wievielte gelbe Ei er gerade betupft. Es waren in den letzten Tagen zu viele – aber das Motiv geht einfach am Schnellsten. Und wenn sie gut verteilt werden, fällt die Massenproduktion kaum noch auf.

Die Verteilung ist das nächste Problem. Die letztjährigen Eierverteiler sind in diesem Jahr für die Aufgabe überhaupt nicht mehr zu begeistern und haben längst andere Pläne fürs Wocheende gemacht.

So saust Sir Hopsalot auf seinem Feuerstuhl vorbei und würdigt das längst für Osternester zum Verteilen bereit stehende Füllmaterial mit keinem müden Lächeln.

Der Novemberhase ist verzweifelt: Wie sollen sie ohne Eierboten, das ganze Zeug in die Verstecke bekommen?

Ein lautes Hupen lockt den gestressten Novemberhasen auf die Straße vor der Werkstatt. Der immer freundliche Kater vom Gebrauchtwagenhandel wittert eine gute Chance, seinen Fuhrpark gewinnbringend einzusetzen. Das, was den verzweifelten Hasen jetzt fehlt, ist ein fahrbarer Untersatz.

"Selbst ist der Hase." Was braucht der Osterhase einen säumigen Fremdverteiler, wenn er mit dem eigenen Auto schnell doch alles selbst ausfahren kann. Der Wagen ist so wendig und klein, da fährt er jedes Nest direkt an. Und Frühlingsgrün ist doch wohl die beste Tarnfarbe, die ein Osterflitzer in diesen Tagen haben kann.

Plötzlich ist der Novemberhase verschwunden. Da kann die Häsin auch auf die Leiter klettern, um einen besseren Überblick zu bekommen. Dabei war der große Hase in den letzten Stunden nur noch in Hektik, stand ihnen ständig auf den Füßen rum und hat alle zu mehr Eile angetrieben.

Als wenig später der grüne Flitzer wieder mit quitschenden Bremsen vor der Werkstatt hält, kann sich der große Hase das breite Grinsen nicht aus dem Gesicht wischen. Nach einer ausgiebigen Probefahrt hat ihn der ständig grinsende Kater überzeugt: Das ist der fahrbare Eierkarton, den sie jetzt brauchen.

Das Komplettleasing ist schon für wenige Eier zu haben und sollte für einen Osterhasen aus der Westentasche bezahlt werden können. Im Notfall nimmt der Kater auch Mäuse. Er hat ihm sogar den Wagen sofort überlassen. Der Hase musste noch nicht einmal seine goldene Uhr als Pfand dalassen.

Doch jetzt sollten sie sich sputen. Die Kiepe steht schon auf dem Beifahrersitz und nun sollten sie zusammen schnell die restlichen Eier einladen. Die erste Fahrt geht gleich in die Nachbarschaft. Inzwischen können die anderen Hasen schon die weiteren Eier bereitstellen und in handliche Nesterpakete verpacken, damit er die Gärten schneller bestücken kann.

Das dekorative Ei in Orange muss auch noch mit. Doch irgendwie ist der Kofferraum plötzlich geschrumpft oder die Klappe hat eine Maulsperre.

So viel es der Hase auch dreht und wendet. Das Ei will nicht passen und da steht schon das nächste Prachtexemplar in Grün. Vielleicht war das Auto doch ein ziemlicher Spontankauf und der Novemberhase hätte sich etwas mehr Bedenkzeit nehmen sollen. Der dabei so gewinnende Kater hatte zwar recht, er kommt mit dem Flitzer zu jedem Nest. Aber wenn er dann nichts verteilen kann, ist das noch kein echter Vorteil.

Was nun? Schnell noch kleinere Eier machen? Nur noch Kleinteile und Streugut verteilen? Oder den immer grinsenden Kater fragen, ob es von diesem Wagen auch eine Pick-up-Version mit Pritsche gibt?

Idee: SchneiderHein        Fotos: W.Hein



Für 99,9% aller Fahrten eines Jahres reicht ein Smart vollkommen aus. Auch wenn die meisten Menschen das nicht glauben wollen und sich lieber hochgebockte Kleiderschränke auf Rädern oder endlos lange Kombis mit mehr Luftraum hinterm Fahrersitz besorgen. Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass in den kompakten Zweisitzer bis zu 13 Getränkekisten plus Fahrer reinpassen. Umso überraschter bin ich, wenn plötzlich der Platz nicht ausrreicht, weil spontan eine dritte Person mitfahren könnte, wenn es den Sitzplatz dafür gäbe. Dann bin ich froh, dass es im Haushalt dann doch noch ein größeres Auto mit mehr Ladevolumen und Sitzplätzen gibt. Und natürlich haben sich hier die Hasen für ihr Massentransportgeschäft zu Ostern mit dem Smart doch ein wenig verkauft.

Donnerstag, 13. April 2017

Für eine Handvoll Eier



 Es wird wieder Zeit, dass der Hasenrenner hinter Glas steht.

 in den anderen Auslagen liegen Eier in allen Größen in Nestern und Körben. Goldbraune Hefehasen hoppeln über die Bleche.

Die blaue Häsin hat sich die Möhre zwischen die langen Zähne geklemmt, um besser suchen zu können. Vielleicht liegt es ja im Hochregal.

 Doch oben in den Fächern stehen nur alte Kupferpötte und die sauleckeren Hasennester mit viel Zuckerguss. Die wirklich sündigen Ostersüßwaren müssen die Hasen vor sich selbst schützen, damit sie nicht schon vor dem Wochenende wegschnabuliert werden.

 Diese drei Hasen sind in diesem Jahr wieder schwer beunruhigt. Nugget, der Novemberhase und Lopsy haben wieder für den Saisonjob als Osterhasen zugesagt. Doch bald ist der große Tag und sie stecken noch mitten in den Vorbereitungen. Da hilft ihre großartige Idee mit dem Selbstbedienungsladen für Eier, Schokohasen und Nester nicht, um sich auch in diesem Jahr die ganze Verteilarbeit sparen zu können. Im Ladenlokal herrscht noch gähnende Leere. Es gibt noch keine Ware in den Auslagen und sie hängen noch in der Werkstatt fest.

Dabei wollten sie es doch nur besser machen als im letzten Jahr. Da kam ihnen diese ganze DiEiJu-Welle nur recht. ("DiEiJu?" hatte Nugget gefragt: "Heißt das wegen der Eier so?" "Nee, nee, nee," schüttelte Lopsy den Kopf: "Du-itt-jurself. Alles wird schöner, wenn hase es selber macht.") Sparen tun sie dabei nix – die Karnickel in Hongkong und Vietnam sind einfach billiger und schneller. Aber hase ist ja auch viel zufriedener, weil die eigenen Pfoten alles selbst geschaffen haben. Nur haben sie vollkommen unterschätzt, wiiieeee laaaaaange diese Rumeierei wirklich dauert. Und das, obwohl sie sich ganz viel Langohr-Hilfe in die Werkstatt geholt haben.

So gibt es einen eigenen Arbeitstisch für das Färben der Eier. Jetzt müssen sie nur auf die bunten Wasserschieber verzichten, denn die hat die blaue Häsin auch nicht im Hochregal gefunden. Dabei ist sie bis auf die oberste Sprossen der langen Klappleiter gestiegen und hat in jedes Fach und jeden Kupfertopf geguckt.

 Sie haben noch so wenig Zeit. Der große Hase blickt immer wieder auf die Uhr, deren Zeiger unter seinen besorgten Augen unerbittlich weiterticken. Die Sekunden verrinnen, und wenn nicht ein Wunder geschieht, müssen sie am Sonntag in der Früh wieder alles selbst austragen. Das wird ein Stress, wenn der Novemberhase für all die Eiernester und Schokohasen doch noch persönlich in den Gärten Verstecke suchen muss. Und eigentlich gibt es wohl auch zu Ostern schon große Kinder-Wunschzettel, auf denen Weltraumkreuzer, Superheldenhöhlen und modeverrückte Schülerinnen der höheren Monsterschule stehen. Aber darum können sich die Eltern und Weihnachtswichtel in ihrer Sommerpause kümmern. Ihm reichen die bunten Eier, die Zuckerwaren mit Küken und alles Essbare mit Hasenohren.

Bis dahin kann das nervöse Langohr seine Taschenuhr auch zum Eierkochen missbrauchen. Da ist das Fliegen der Zeit sogar erwünscht. Endlich ist der nächste Schwung mit weißen Hühnereiern hart gekocht. Ungeduldig wartet der Hase darauf, dass er sie nun noch ordentlich erschrecken kann. Diese Zeit muss sein – roh können sie die Eier nicht bunt machen. Das haben sie schon ausprobiert: Die runden Biobehälter fangen an zu stinken, bevor sie Ostern ausgeliefert werden können.

 Beim Ausliefern läuft es auch noch nicht rund: In der Kiepe wartet schon ein Riesenei mit Ohren. Wenn alle Eier so groß wären, hätten sie viel weniger Arbeit. Aber auch viel mehr zu schleppen. Denn mit so einem Kullerhasen ist der Transportkorb schon voll und viel zu schwer.

 Die kleinen Mäuse haben als Aushilfen Hasenohren für die Arbeit bekommen, damit sie das richtige Osterhasen-Gefühl entwickeln. Jetzt ist Zeit für einen Kaffee, auch wenn die drei Chefhasen jede Unterbrechung mit einem nervösen Augenrollen kommentieren. Für ihre Pausen klettert die rosa Maus im Tütü deshalb in die Höhe. Denn hoch über all dem hektischen Getümmel am Boden ist Ruh'.

Eine Tasse Kaffee im Klettern und dazu ein Stück Möhrenkuchen aus dem Regal – da kommt schnell eine zweite Maus dazu. Hier stehen sie über den Dingen und bekommen den nötigen Abstand von der ganzen Plackerei mit den blümeranten Eiern und niedlichen Hasenleckereien.

Lopsys Zunge malt jeden Zweig mit. Der Hase widmet sich den schwierigen Aufträgen. Handbemalte Eier mit Frühlingsmotiven, mit Blumenschmuck oder feinen Mustern. Mehr als ein Ei auf einmal geht da nicht. Die Mauseaushilfen huddeln und das Vordrucken der Motive für ein Malen nach Zahlen ist bis jetzt daran gescheitert, dass Lopsy noch keinen Eierdrucker gefunden hat. So muss er jedes Ei einzeln nacheinander schmücken und hoffen, dass wenigstens die Farbe schnell trocknet.

 Kleine Hasen kümmern sich um kleine Eier. Nugget hat sich seinen Arbeitsplatz mit allen Farben in Griffweite eingerichtet. Er malt die Mustereier im Akkord. Kleinere Unglücke lassen sich dabei nicht vermeiden. Da ist wohl ein Ei beim Hartkochen durchgerutscht und Lila als Eierfarbe ist ab jetzt aus.

Sylvie soll den Hasenmalern unter die Arme greifen. Doch sie hat ein wenig Bedenken um ihr Entenhemd bei der wilden Pinselschwingerei. Sie bekommt eine Schürze, doch die ist schon ganz steif von der vielen Farbe. Es muss auch ohne gehen.

Noch ein Grund mehr, ganz klein anfangen. Sie bekommt ein erstes Hühnerei in den Ständer. Lopsy erklärt der Häsin schnell die Grundlagen. Erst alles bunt machen, dann huschdibusch ein paar Blüten getupft. Stengel, Blätter oder besser ein paar dürre Ästchen dran und zack … das Nächste. Oder Ringel und Tupfen machen, wenn sie dabei den Eierbecher flink dreht. Doch dann sollte sie sich schnell noch ein paar Pinsel besorgen. Das Auswaschen dauert jedes Mal so lange. Und bis jetzt haben sie noch kaum Liebhaber gefunden für die Dekoeier in matschbraun oder muschelgrau, die immer dann entstehen, wenn die Hasen hektisch alle Farben unfreiwillig mischen oder sie zu nass ineinander laufen lassen.

Die Mauseaushilfen haben ihre Pause beendet und stürzen sich wieder ins Getümmel. Sie suchen eine neue Aufgabe, doch am Herd finden sie den Novemberhasen nicht. Er hatte keine Zeit, auf die Eier zu warten, die nun sehr hart kochen. Oder vielleicht auch nur vergessen wurden, bis sie wirklich steinhart sind.

Die kleinen Mäuse könnten frische Eier aufsetzen, wenn es noch Töpfe und einen Eierpieker gäbe. Denn sonst springen die Malunterlagen beim Kochen und lassen sich mit Rissen nur noch schwer bunt machen. Aber lassen sich braune Eier überhaupt färben? Oder gibt es eine schwarze Serie für Grufties und Vampire? Dieses Ei wird auf jeden Fall ungefärbt bleiben. Es ist der Hasenmaus aus der Pfote gerutscht und sie suchen sich jetzt besser eine andere Station. Eine die nicht so brüchig ist.

 Sylvie hat keine Zeit für die Mäuse. Das ist noch ihr erstes Ei und Lopsy hat ihr nicht verraten, wie sie den Fuß im Eierbecher bemalen soll. Jetzt jagt sie mit dem Pinsel das Ei auf dem Tisch und muss aufpassen, dass sie dabei keine Farbe auf das Entenhemd bekommt.

 Ein kleiner Bär hat sich auch überreden lassen, hier schnell ein paar Osterlinge bunt zu machen. Nun sitzt er an seinem Maltisch und wartet auf die Eingebung. Ist es mehr seine blaue oder rosa Periode? Was passt denn in diesem Jahr am Besten zur farbigen Holzwolle oder geht der Trend zu Naturtönen? Kommen da überhaupt noch Trecker, Blumen und Küken auf den farbigen Grund oder malt er jetzt nur noch abstrakt?

Ostern ist ja nicht irgendein Fest, das so husch-husch abgefrühstückt wird und am Nachmittag schon vorbei ist. So ein buntes Ei ist schließlich wertvoll und wird sehnlichst mit leuchtenden Augen erwartet. Da sollte es schon zur diesjährigen Inneneinrichtung passen und nicht dem Auge wehtun. Das muss alles bedacht werden, bevor bär zum Farbtopf greift. Deshalb sollen die beiden Aushilfen ihn bitte nicht weiter stören, er muss sich wirklich konzentrieren.

 Pah, es ist doch nur ein Hühnerei! Und dar braucht er Eingebungen? Da liegt es im Nest, wird einmal aufgedetscht, abgepellt und gefuttert. Was ist daran so kompliziert, dass er dafür eine Vision braucht?

Der Bär greift gleich zum Pinsel: kräftige Farben … ganz erdverbunden, ein Hauch Orient in leuchtenden Details, eine Prise Silberglanz aus dem Weltraum und die Erinnerung an die lauen Grillabende am Baggersee. Daraus komponiert er den nächsten Trend im Eierbecher. Die blaue Häsin ist beeindruckt. Sie wollte nur fragen, ob er noch etwas Signalorange für sie habe. 

Das Licht wird in der Eierwerkstatt heute noch lange nicht ausgehen dürfen. Es bleibt noch so viel Arbeit, bis die Festtage endlich kommen können. Wie Ostern dieses Jahr wohl wird? Auf jeden Fall knapp.

Idee: SchneiderHein      Fotos: W.Hein


Die Hasen und ihre Helfer kommen von Deb Canham, Hermann Teddy und Nugget Bears. Die Arbeitsgeräte sind unter anderem von Mellis Minis, Mellimicro, Minis 1zu12 und aus dem weltweiten Miniaturen-Fachhandel.


Dienstag, 11. April 2017

Lucy in the sky with diamonds



With a little help from my friends – die drei Mausemädchen treffen sich am Plattenspieler mit ihren Lieblingsscheiben. Dazu eine Pink Grapefruit süppeln … was gibt es Schöneres an einem sonst eher drömeligen Sonntag.

Here comes the sun – gerade als sich die Sonne durch die Wolken mogelt, hat Millie endlich für ihr Lieblingslied gefunden. Nun soll sie beim Auspacken nicht schon wieder so viele fettige Pfotenabdrücke auf den schwarzen Rillen hinterlassen.

All you need is love – Pearl soll sich nicht so anstellen. Es ist ja nicht so, dass Millie ihre Lieblingsstellen ankreuzen würde. Und außerdem ist das Stück, das gerade läuft, sicher gleich zuende. Und dann kann die Millie-Maus endlich auch mal an den roten Plattenspieler.

Strawberry fields forever – schnell setzt Pearl den Plattenarm wieder ein Stück zurück. Mit leichten Knarzen findet die Nadel endlich die Rille und das Stück beginnt von Neuem. Das will die kleine Maus noch schnell hören, bevor Millie sich dazwischen drängelt.

Help! – das ist doch eine Unverschämtheit. Da hätte längst schon was anderes laufen können. Immer dasselbe mit Pearl, die ihre aktuellen Favoriten am Liebsten endlos dudelt. Missmutig lässt Millie die Platte wieder in die Hülle rutschen. Wenn sie nun schon wieder drei Minuten Zeit hat, kann sie sich auch schnell ein neues Lieblingsstück suchen.

 We can work it out – Pearl ärgert sich, dass die Scheibe schon wieder so knistert. Das kommt nur davon, dass Millie die Platten nicht gleich wieder in die Papierhüllen steckt und immer so eine Unordnung macht. Die so Gescholtene hat das fast gar nicht mitbekommen, da sie schnell das Buch mit den Singles geholt hat. Wenn das Knistern Pearl so stört, kann sie die Scheiben nur noch feucht abspielen. Wenn sie die Rillen vorher alle nass leckt, hihihi.

While my guitar gently weeps – Soll Pearl sich aufregen, Millie hat nur noch wenige Minuten Zeit, ein neues Lieblingslied zu finden. Und da greift sich gleich zu den Singles, denn das sind doch die Hits, die jeder mitwippen kann.

Love me do – Das Lied auf dem Plattenteler nähert sich dem Finale, eine fröhliche Trompete schmettert die Schlussakorde und Millie kann sich immer noch nicht entscheiden. Das ist doch ein guter Grund, dass Pearl – wupp – den Plattenarm schnell noch mal auf den Anfang setzt … in Penny Lane there is a barber showing photographs …

Let it be – Prettypink nuckelt still am roten Wassereis. Sie hält sich aus dem ewigen Streit raus, was denn nun besser klingt und was dabei gar nicht geht. Sie lässt sich lieber nur berieseln. Da kommt heute sicher noch ein gelbes Unterseeboot vorbei, ein Unterwassergarten des Kraken blüht auf, die Pfennigstraße wird besucht, sie ist ein Wallross, ist bei der nächsten Revolution dabei, sagt dafür 'Hallo' und auf 'Wiedersehen' oder reist quer durch das Universum. Kurz es wird noch a hard day's night.

Fotos: W.Hein


Am 22. April 2017 ist Record Store Day und erinnert daran, dass die gute alte Schallplatte noch lange nicht Geschichte ist. Nur die kleinen Mäuse von Deb Canham brauchen keine neuen Scheiben. Sie haben sich längst beim alten Streit 'die Stones oder die Beatles' auf die Seite der vier Pilzköpfe geschlagen. Und da sind sie nicht allein ;-)