Samstag, 31. Oktober 2026

Hoffentlich wird's gar schrecklich eisig...

 

Die kleinen Schrecker müssen warten, bis endlich die Nachbarn ihre Kürbisse an der Haustür einschalten. Damit sie wissen, wo es was zu holen gibt. Dafür muss es natürlich dunkler werden. Boah, ist das öde! So vertreiben sie sich die Zeit mit Erzählungen von den besten Beutezügen der vergangenen Halloweentage. Wobei die Taschen in der Erinnerung immer voller werden und vor Süßigkeiten und Naschwerk schier bersten.
 
Doch, psst, Skelleton hört ein leises Brummen und Knattern, das immer näher kommt. Vielleicht kommt die süße Fracht ja zu ihnen und sie können mit ein wenig Wegelagerei sich die langen Märsche zu den Türen der Nachbarschaft sparen.

Sir Hopsalot ist das träge Herumlungern und Weglümmeln leid, es muss doch endlich wieder voran gehen. Ach was, gehen – laufen, rennen, sausen! So nutzt er schnell die letzten wärmeren Herbsttage für eine Ausfahrt mit dem neuen Dreiradroller, bevor die Winterpause droht. Endlich hat er wieder ein Gefährt unter dem Popometer, das ordentlich knattert und stinkt. Damit man die Geschwindigkeit mit allen Sinnen – auch der Nase und den Ohren erfahren kann.

Der hektische Hase kann es gar nicht erwarten, mit seinem neuen Eiswagen durch den Sommer zu sausen. Jeder liebt doch Eis und so ein Gefährt hat doch sicher immer freie Fahrt. Nur muss er sich ganz schön strecken, um an die Pedale zu kommen. Dabei sollten Italiener doch kleinwüchsiger sein. Er wird sich wohl extradicke Plateausohlen zur Sonnenbrille besorgen müssen.

Plötzlich bringt eine kleine Maus den emsigen Eisexpress zum Stoppen. Skelleton hat sich in den Weg gestellt, bevor die gute Gelegenheit vorbei rauscht. Er hat die Augen fest zusammengekniffen und blinzelt nur vorsichtig zur Seite, ob der Wagen rechtzeitig zum Stehen kommt. Sir Hosalot muss sich dafür auch kräftig strecken, um überhaupt richtig in die Eisen gehen zu können. Aber alles gut. Der Eiswagen ist da!
  
Schnell umringen aufgeregte kleine grüne Mäuse den Wagen. Zu Halloween gibt es sicher Kürbiseis mit roter Blutorangensoße oder blaues Monstereis mit grünem Gummiglibber. Und sie wollen natürlich auch Tuzzifruzzi mit fies gematschten Beeren und scharfen Schokoraspeln und dieses Mascapone-Massaker mit Mandelsplittern und Nussbruch. Doch Sir Hopsalot ist froh, dass er überhaupt Eis mitgenommen hat. Eigentlich ja nur wegen der Straßenlage und einen schön tiefen Schwerpunkt. "Ich hab nur Vanille, Schoko und was rotes Süßes. Fürst Pückler mögen doch alle!" Fürst Pückler? Wenn das mal bloß der Schwippschwager von Graf Dracula ist. In der Not frisst der kleine Schrecker zwar keine Fliegen, aber ein Schokoeis dann doch. Also her mit der Tüte, bevor das Eis noch im Wagen wegläuft. 

So kratzt der Hase Kugel auf Kugel aus den Tiefen seines Wagen und presst sie in die Waffelhörnchen. Das ist ja Schwerstarbeit. So hatte sich der Hase das Eisgeschäft nicht vorgestellt. Vielleicht hätte er doch lieber eine rollende Softeismaschine bestellen sollen. Da muss man nur einen Hebel ziehen und das Eis gleitet von oben herab in die Waffel. Jetzt noch ein Kugelgetüm gebaut, dann ist allen kleinen Hungerleidern endlich das Mäulchen gestopft.

Endlich sind alle Mäuse versorgt und die kleinen Nervtöter können glücklich eine Eistüte schleckend abziehen. Sie müssen aufpassen, dass sie schnell genug schlecken, sonst läuft das Eis als Soße über die Pfoten. Dabei ist es gar nicht mehr so heiß wie im Sommer. Da würden sie wahrscheinlich vom Wagen gar nicht wegkommen, so schnell müssten sie schlecken... obwohl das hätte auch Vorteile. Da könnten sie auch gleich ein Folgeeis bestellen. So fertig wie der Hase schon nach einer Runde ist, könnte er gleich anfangen, die nächsten Kugeln im Wagen zu suchen.
 
Sir Hopsalot gibt Gas und Fersengeld und was auch immer noch notwendig ist, um hier weg zu kommen. Bevor noch mehr Kunden auftauchen und er noch mehr Eis verkaufen muss. Er wollte doch nur einen zügig zugigen Untersatz zum Pesen. Das mit den Kunden hat er dabei nicht bedacht. Denn dafür muss er dann doch immer wieder das Umhersausen unterbrechen. Und wenn er sich jemanden sucht, der die Plagegeister abfertigt? Der muss dann aber auch das Eis haben – hmm – es führt wohl kein Weg daran vorbei: Er braucht für die nächste Saison einen Zweitwagen. So entstehen Imperien...

Die kleinen Schrecker sind erst einmal mit Süßkram versorgt. So lässt es sich warten, bis es endlich dunkel genug ist, damit sie die Nachbarn heimsuchen dürfen. Und dort die lästigen Naschvorräte abgreifen zu können. Im Hellen erschreckt sich keiner und dann bleiben die Beutel deutlich leerer. Hoffentlich kommt noch ein Schokolinsenlaster vorbei. So ein Eis hält ja nicht ewig und noch macht die Sonne keine Anstalten zu gehen: "Haben die wegen der Winterzeit nicht sogar die Uhr eine Stunde zurückgestellt?" "Menno, dann geht die Sonne ja eine Stunde länger zur Arbeit." "Ich würde auch eine Krokantkarre oder einen Pralinenbrummi nehmen!"


Idee: S.Schneider
Ausstattung: SchneiderHein
Fotos: W.Hein

Nach langer Zeit mal wieder ein Auftritt für unseren Berufsdynamiker Sir Hopsalot, der wieder weitere Fortbewegungsmöglichkeiten testet und für die kleinen grünen Schrecker von Deb Canham, die zu Halloween zur gewohnten Höchstform auflaufen, wenn es darum geht, kleine Mäusemägen mit Zucker, Schokolade und anderen seelentröstenden Nahrungsergänzungen zu füllen, die sonst an andere Gierschlünder verschwendet würden.



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