Freitag, 1. Mai 2015

Die den Winter im Haus vertreiben



Eigentlich ist es so auch sehr schön. Die winzigen Hexen und Hexeriche feiern heute die Walpurgisnacht lieber im Haus, weil es – gerade als sie auf ihren Reisigbesen Richtung Harz fliegen wollten – plötzlich anfing zu regnen. So musste eine kleine weiße Maus auch niemanden mehr erklären, wo der Startknopf an einem fliegenden Besen ist. Und sie ist auch nicht wirklich böse darüber.

Die niedlich schrecklichen Kleinschrecker sind schnell ins warme Haus gezogen, haben dort eine noch ziemlich nackte Walddeko besetzt und gewartet, bis endlich die Feuer angezündet wurden. Nun tanzen sie um die feurigroten Flackerlichter und schwenken eifrig die langen Besen. Den Winter können sie auch hier verjagen.

Oben in Holzwipfeln hockt die Fledermaus-Maus und schaut sich das Hexenspektakel aus der Höhe an. Eigentlich wollte sie zum blockigen Brockenberg schon mal vorfliegen. Als der Regen kam, musste auch sie umkehren und sich schnell ins Trockene flüchten. Da war sie froh, dass die anderen Mäuse schon längst wieder im Haus waren.

Immer und immer im Kreis herum, den Tanz kennen die pelzigen Hexen schon von Halloween. Nur diesmal haben sie diese sperrigen Besen dabei, die sich ständig in Rocksäumen, Hüten und rumliegenden Ästen verheddern. Wozu brauchen sie diese hakeligen Sperrgüter noch, wenn sie heute nun doch nicht ausfliegen?

Die Exzentrikhex hat keine Zeit, beim Gruselreigen mitzuhüpfen. Sie muss Batters erklären, dass der neue 'Zephir Komfort'-Besen endlich Schluss mit wunden Hexenhintern macht. Das ist ganz was anderes als diese 'Boreas'-Holzklasse. Das neue Fluggerät hat endlich ein Mooskissen für ihr geschundenes Hinterteil. So kommt eine Mausehexe in einem Schwung zum Brocken und wieder zurück. Wenn ihr die kleine weiße Maus endlich verraten hat, wie hex dieses Teufelsding startet.

 Die Unholde bleiben unterdessen lieber ein wenig abseits. Sie sind ja schon glücklich, dass der Tanzabend jetzt doch hier stattfindet und auch Gnome ohne fliegende Reinigungsgeräte diesmal dabei sein können. Aber so ein wilder Hexenreigen ist nichts für plumpe Monsterfüße. Dafür passen sie ganz genau auf, wer was wie macht. Falls sie am nächsten Tag gefragt werden.

 Hella, die eifrige Buntsau staubt inzwischen schon mal die Holztannen ab. Was für ein Glück, dass sie auf das Fliegen verzichten konnte – aber dafür ist dieser Hexentanzplatz eine ziemlich schmuddelige Ansammlung aus Sand, Schotter, Moos und rumfliegenden Stöckchen. Da wird sie eine Menge Arbeit haben, bis das hier wieder besenrein ist. 

 So viel Rumgehopse um die Feuerstellen macht hungrig. Und es soll beim Hexentanz wirklich nichts zu holen geben? Keine Gummifledermäuse, Schokolinsen oder Perlhimbeeren? Das können die kleinen Gruseltänzer kaum glauben: Das klappt doch auch zu Halloween. Vielleicht sollten sie bei den Nachbarn sicherheitshalber mal nachgucken gehen, ob dort nicht zufällig leckere Schlickereien auf kleine Leckermäuler warten. Es wäre zu blöd, wenn diese Vorräte verderben würden, während sie hier darben.

 Die kleine weiße Maus muss an diesem Abend noch viel regeln und die aufgeregten Gemüter immer wieder beruhigen. Wenn kleine Hexenmägen grummeln, dulden sie keinen Aufschub. Sie muss dringend Anna finden, die hoffentlich noch geheime Schlickervorräte in den Schränken hat. So ein spontaner Hexenplatzrummel zeigt schnell Lücken in der Versorgung. In der kommenden Walpurgis-Saison bucht sie lieber für alle eine Hexenpauschalreise zum Brocken und lässt für unterwegs Käsestullen schmieren.

Im Hintergrund hockt der schwarze Kater. Er hatte sich auf eine ruhige Nacht ohne Nagergetrappel gefreut. Doch die Mäuse werden heute wohl noch bis weit nach Mitternacht lärmen. Hoffentlich ist nächstes Jahr gutes Flugwetter.


Idee:  SchneiderHein      Fotos:  W.Hein

All die kleinen Gruselschrecker und ihre Freunde kommen aus Amerika von Deb Canham. Dort wird die Geisternacht zu Halloween im Herbst gefeiert. Deshalb finden es die kleinen Mäuse ganz großartig, dass es in Deutschland inzwischen zwei Schreckensnächte gibt. Auch wenn die Versorgung von kleinen Schlickermonstern Ende April noch etwas zu wünschen übrig lässt.

Hella, die hallesche Buntsau mit ein wenig Flugbedenken ("Können Schweine fliegen?") hatte ihren Heimatstall ursprünglich in der Bärenhöhle Hannover bei Hanne Mahnke. Inzwischen kann sie ihrem Putzfimmel bei uns freien Lauf lassen, wenn auch die Ausstattung ihres Putzschrankes noch lange nicht perfekt ist. Wir arbeiten daran.


Kommentare:

Gartendrossel hat gesagt…

Gruselschrecker....
hach, sind Eure Geschichten und Fotos schön und mein Lächeln wird sich noch lange in meinem Gesicht halten ;-)))
Wie gut, dass die Exzentrikhex einen neuen Besen mit einem weichen Mooskissen hat, tut ja auch weh, so ein geschundener Mäusepopo...

fröhliche Maigrüße von Traudi

kleine-creative-Welt hat gesagt…

ist das niedlich - wieder so herrliche Kostüme - ich kann gar nicht fassen, was es alles gibt -
danke für die süße Mäuse-Geschichte

einen schönen Abend -

Ruth

SchneiderHein hat gesagt…

@ Traudi
Stimmt, da war ich auch ganz stolz auf mich, als ich im Garten nach 4 Besenmodellen einen Komfortbesen für exzentrische Hexen kreierte ;-)
Das war mal wieder ein Tag fast nach meinem Geschmack. Nur schade, wenn der Herr des Hauses erst wieder so spät von der Arbeit kommt, dass die Walpurgis-Hausparty schon fast vorbei ist. Aber das sieht man den Bildern ja nicht an …
Und fürs nächste Jahr steht die Rahmenhandlung nun auch schon fest ;-)

@ Ruth
Tja, nun habe ich auch gar kein schlechtes Gewissen mehr, dass ich Halloween-Mäuse gesammelt habe. Die haben einen Doppel- oder sogar Dreifach-Nutzen auf dem Bärenblog ;-)
Und wenn nichts dazwischen kommt, dann gibt es zu Halloween endlich ein niedliches Gruselhaus als Herbstdeko ...