Montag, 1. Januar 2001

Was wollen Weißbären im Winter?



Es ist der Morgen nach einer klirrekalten Nacht. Der Eisbär war durch lautes Böllern und taghelle bunte Lichter um Mitternacht wach geworden. Kurze Zeit später waberte überall dichter Qualm über die Straße. Endlich verschwanden die lachenden Menschen wieder in den Häusern und dann war der ganze Spuk vorbei. Bis auf die bunten Kappen und sternbedruckten Papierfetzen, die noch im Schnee lagen.

Der weiße Bär legt den Kopf in den Pulverschnee. Hinten im Garten ist nichts passiert. Hier stecken keine Papphülsen an Holzstecken in den Schneewehen oder bunte Plastikhütchen thronen auf nackten, stakeligen Sträuchern.

Nichts als unberührte Natur!

Das ist doch öde. Der Garten ist inzwischen zwar prima temperiert. Aber hier gibt es keinen Robbensnack, die bunten Fische liegen unter Eis im großen Naturtiefkühlfach und der Bebauungsplan hat irgendwelche Eskimodörfer mit leckerem Mülltonnenbuffet einfach vergessen. Nicht der geringste Eisbärenspaß ist in Sicht.

Und was macht ein Eisbär jetzt mit dem angebrochenen Jahr?


Fotos: W.Hein

Der Eisbär ist einer der wunderbaren Naturbären von Gisela Hofmann


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