Samstag, 22. März 2014

Ein Langohr aus Rost



"Ich weiß auch nicht, was das Langohr sagen will." Das Mäusemädchen Altklug schüttelt den Kopf. Warum soll sie immer alles wissen, was kleine Brüder fragen?

Dieses Langohr kommt sicher aus Rost in diesen Garten, wenn es jetzt auch schon seit einiger Zeit auf dem Podest flaniert. Es wedelt angeregt mit Pfote und findet kaum Zeit, an der langen Pfeife zu ziehen. Es scheint dabei etwas zu murmeln, doch die beiden Mäuse verstehen einfach nicht, was.

Der kleine Naseweis spitzt die Rundohren und versucht die Mimik des Eisenmümmelmanns zu lesen. Es liegt wohl an dem vielen Metall, dass seine Bewegungen so träge sind und es eine flinke Maus kaum ertragen kann. Der Hase strotzt den Elan aus allen Knopflöchern, aber es dauert, bis man eine Veränderung erahnen kann.

Nun, es dauert dem Mäuserich nun schon viel zu lange. Dafür, dass doch nichts zu verstehen ist: "Komm lass uns verschwinden. Ich glaube, der kann doch nur rostisch!"


Fotos: W.Hein

Altklug und Naseweis sind zwei Mäuse von Bell Bears Design. Der rostige Geselle kommt aus dem Country Charme Online Shop und ist nur auf der Durchreise nach Braunschweig.



Mittwoch, 19. März 2014

Bodenluftverkehr



Die Sonne hat die kleinen Petze aus dem Haus getrieben. Mit langen Lichtfingern schiebt sie die Bären durch die hohen Bäume. Jetzt hüpfen sie von einem Sonnenflecken zum nächsten. Im Schatten ist es noch empfindlich kalt.

Ein Sputnik in den Gedenkemeintüpfeln zuckt zusammen. Es wollte hier in aller Ruhe die Freiluft-Flugsaison eröffnen. Dafür muss sich das rote Fusseltier nur aufs Fliegen konzentrieren und den ganzen anderen Flusenkram, der sonst im Kopf herumschwirrt, dort rauswerfen. Und jetzt kommen diese hellen Stimmen immer näher. 

Schon watschelt mit quitschenden Rädern ein Pinguin heran. Das mit dem sanften Abheben wird immer schwieriger, denn schon muss das Sputnik sich auf freundliche Worte konzentrieren. Es sollte doch antworten, wenn eine kleine helle Bärin sagt: "Hallo!" Und dann sogar noch: "Schön, dass du auch hier bist. Hab' schon von Weitem deinen silbernen Popel-Roteller in der Sonne blinken gesehen." Äh, also, upps, das heißt jetzt wohl: "Die Flugtassen hoch!" Öhm, prost, neh, nur: "Tach!"

"Psst, hast du das rote Dosentier schon mal fliegen sehen?" Der kleine Matrose stupst Maylin an. "So richtig mit surrendem Propeller und inner Luft hoch übern Kopf?" Die weiße Bärin schüttelt den Kopf: "Neh, noch nie." Sie kann sich noch nicht einmal an einen blütenkopfrasierenden Tiefflug erinnern. Der blaue Junge gibt keine Ruhe: "Kann es überhaupt fliegen?"

Den Verdacht hat die Kleine ja auch schon länger: Das Sputnik ist als Flieger ein Bodendecker. "Das ist gar nicht schlimm." Sie zeigt dem Sputnik ihren Pinguin: "Hier schau mal! Das ist ein richtiger Vogel, ganz sicher, und er kann trotzdem nicht fliegen."

Conroy ist verwirrt. Ein Flieger bleibt ein Flieger, auch wenn er dabei nicht abhebt? Was macht denn einen Flieger zum Flieger? Ein Flugschein für Scheinflüge? Eine frei drehende Luftschraube auf dem Kopf? Ist dann jeder Ventilator ein Flieger? "Ach Conroy, lass es gut sein. Du willst doch kein Kein-Conroy sein," beruhigt ihn Alisa. Das ist doch etwas vollkommen anderes. Weil er weiß, dass er auf jeden Fall ein Ein-Conroy ist.

Genau wie das Sputnik weiß was es ist: Natürlich ist es ein Flugtier. Das ist alles eine Frage des Willens. Und wenn es sich nur endlich mal konzentrieren könnte, weil hier nicht so ein Trubel herrschen würde. Diese Bären müssen immer so freundlich sein. Und dabei auch noch lärmen und reden. Ein Sputnik muss hier weg!

Und gleich ... gleich wird es wieder davon fliegen. Quasi also ... sofort. Was diese unverschämte Bärin sich nur denkt! Was hat ein Sputnik mit diesen schwarzweißen Vogelrollmops zu tun? ... Es braucht nur etwas Ruhe zum Durchstarten. Wenn es sich nur nicht so aufregen müsste. Weil es doch eine bodenlose Gemeinheit ist, einfach zu behaupten, dass ein Sputnik nicht fliegen könnte. Nur, weil es gerade vielleicht eine kleine Starthemmung hat. Das Sputnik gerade jetzt noch nicht fliegen, weil es sich über diese erdverwachsene Gemeinheit noch immer aufregen muss. So hüpft ein Sputnik über die Blätter und zerrt am Fahrwerk, während die beiden Augen den zaghaft zuckenden Propeller fest im Blick behalten. 

"Heh, bleib doch hier!" Die Kleine winkt dem davon hoppelnden Dosenhüpfer hinterher. Sie wollte ihn doch nur trösten. Es muss doch auch Tiefstflieger im erdnahen Bodenverkehr geben. 

Oh! Oh! Jetzt verheddert sich der eilige Fusselflieger auch noch in den fisseligen Gedenkemeinranken. So wird er niemals abheben und damit kleine Pinguinschieber doch noch Lügen strafen.


Fotos: W.Hein

Das Sputnik ist ein bodennaher Dosenlenker von den keuns & bears. Der Schiebepinguin der Kleinen hat Deb Canham auf die Räder gestellt. Alisa, Maylin, die Kleine, Conroy und Lauritz sind alles kleine Rica-Bären von Ulrike und Claude Charles.


Montag, 10. März 2014

Der Rennrammler



Der Frühling lässt anderswo vielleicht Bändchen flattern. In den Garten hat er lieber die Sonne geschickt. Bären und Mäuse haben die dicken Winterjacken längst wieder eingemottet, bevor sie ins Grüne ziehen. Dort verausgaben sich seit Tagen die Krokusse und Schneeglocken, so dass die ersten Blütenkelche schon wieder ermattet zu Boden sinken.

Am Rande der Wiese steht wieder der alte Räderrammler, der von einem Stacheltier sehnsüchtig bewundert wird. Weil das fliegende Langohr ein wenig wurmstichig ist, musste es die nasskalten Jahreszeit in der Garage überwintern. Inzwischen blinzelt es wieder mit blitzenden Nagelaugen unternehmungslustig auf das grüne Geläuf, bis es in wenigen Wochen hinter Hasenglocken verschwinden wird. Doch jetzt hat er die ganze Aufmerksamkeit eines kleinen Igels, der andächtig über die großen Räder streicht.

Auch eine kleine Bärin hat immer ein Auge auf das Dekogerümpel im Garten. Doch im letzten Jahr war der Hase so schnell im Wucherdickicht verschwunden, dass sie seine rasebereiten Rollräder noch gar nicht bemerkt hatte. Wenn er nur etwas bequemer wäre und sie wüsste, wie man sich gut festhalten könnte, dann ...

... ja dann würde sie über die grüne Pläne sausen, so schnell die Räderläufe des Rennrammlers sie tragen. Bis zum Ende der Grasnarbe und genauso flink zurück.

Der Rennpraktikant kann da nur mit den Rundohren schlackern. Als wenn eine kleine Bärin auch nur über einen einzigen Blütenstengel rattern würde. Und im Moment stehen die hier an einigen Stellen dicht an dicht. So ein Rennrammler ist doch Vorkriegstechnik. Keine Lenkstange zum Slalomfahren, kein Katzenauge und vor allen Dingen kein EL-EH-DE-Tagfahrlicht. Der hat doch sicher noch nicht einmal Garten-TÜV.

Das ist Marit-Sofie egal. So ein schönes schnittiges Profil, dass den Frühlingswind schneidet. Sie sieht sich auf seinem hochreckten Rundrücken durch den Garten eilen. Und ins Beet purzeln. Weil es keinen Haltegriff gibt.

Sie fragt die graue Maus, die im letzten Jahr doch immer hinter diesen Rennratten hinterher gehetzt ist: "Wie sause ich am besten und natürlich schnellsten auf dem Hasen über den Rasen?" Der heißt doch sicher aus gutem Grund so.

Nun, der Rennpraktikant schaut sich um. Erstmal müssen diese Huckelhöcker aus der Wiese verschwinden. Dann sollte man das fusselige Grün platt machen. Ganz platt. Am besten mit Beton. Und dann fehlt noch ein Gefälle. Oder man fährt gleich auf die Straße, dort wo die Siedlung einen Abgang macht. Marit-Sofie zuckt mit den Schultern: Schade, so hat sie sich eine Ausfahrt ins Grüne nicht vorgestellt.

Aber ein Stacheltier kann sich immer noch sehr gut vorstellen, auf flinken Hasenrädern über den Rasen zu rasen. Es muss dafür nur die Augen zukneifen. Und ein wenig tagträumen. Wenn vorlaute Bären und Hasen dazu bitte schweigen könnten. Pssssst!


Fotos: W.Hein

Marit-Sofie, das Frühlingskind ist eine Rica-Bärin von Ulrike & Claude Charles. Die beiden Mäuse kommen von Bell Bears Design aus den Niederlanden. Der kleine Igel stammt aus Neuseeland von D'Lyell-Bears. Und der alte Rennrammler ist ein Scheunenfund, der sich unversehens auf Ebay wiederfand, bevor er knarzend in unseren Garten rollte.


Montag, 3. März 2014

Zorropause



Nein! Nein! Nein! Die große Saurierforschung hat dieses Jahr keine Zeit für Zorro. Der frühe Frühling zwingt schon jetzt zu großen Funden und bis jetzt will ihnen niemand beim Umgraben des Gartens helfen. Da muss ein Rächer der Witwen und Waisen seinen Umhang im Schrank hängen lassen und so ein Pieksdegen hilft nicht wirklich beim Bodenbohren von ollen Knochen.

Lena hat sich dabei extra in Nase geschmissen. Sie hat den Aufsatzriechkolben in einer spanischen Silvestertasche gefunden, die jemand von der Hotel-Neujahrsfeier beim letzen Inselurlaub eingesackt und an die Bären weiter gereicht hat. Die Schnucke hat dazu den Papierfächer aufgeklappt und sich eine extra fusselige Foliengirlande um den Hals geschlungen. So viele Stilverbrechen könnten doch wohl von einem maskierten Rächer aufgeklärt und gesühnt werden.

Auch Marit-Sofie mit Glitzerlarve würde für eine Zorrorettung die Papierfanfare laut auftröten lassen. Wo sind die Hüter des guten Geschmacks, wenn man sie mal braucht? Vielleicht kann der Samtosaurus helfen. Wenn die vorlaute Tröte endlich wieder schweigt und das Klingeln in den Bärenohren des grünen Dinoträgers langsam abklingt.

Was denn? Ein Samtosaurus trägt doch kein Kostüm! Das ist unentbehrliche Arbeitskleidung für die ernsthafte Urzeitforschung. Für sinnloses Verkleiden um bei irgendwelchen tollen Tage einfach nur einen draufmachen zu können, hat ein geschäftiger Dinosammler keine Zeit. Er muss arbeiten und sich im Tarnanzug an die arglosen Moderknochen heranpirschen.

Sie müssen also arbeiten, Pfffüh! Das ist mal wieder typisch. Die Mädchen haben sich extra aufgerüscht, um zu feiern. Und die Jungs suchen das Weite. 


Fotos: W.Hein

Lena, das Schaf kam aus dem Rosenfachhandel zu uns. Ohne große Geburtsurkunde und den Hinweis, wo ursprünglich ihr Heimatstall stand. Marit-Sofie und Linus kommen als Rica-Bären aus Detmold. Und Delwyn von Lynda Hampton stammt sogar vom Kangeroo-Island aus dem fernen Australien. Ach ja, und die spanische Verkleidungstüte hat uns meine Mutter vom letzten Kanarenurlaub mitgebracht.