Sonntag, 14. Juli 2013

Langohrschießer



Die Prärie ist dem Langohr inzwischen über den Kopf gewachsen. Das Bejagen der Bleichbären ist damit ganz schön schwierig geworden. Eher blitzen die eigenen Ohrenspitzen gerade noch über die hohen Halme, als das 'der mit dem Hasen maust' eine Bärenschnauze oder ein puscheliges Rundohr im Dickicht erblickt.

Da ist es gut, dass der hibbelige Präriejäger endlich einen richtigen Flitzebogen für Langohren gefunden hat. Die bunten Wasserwummen bewässern doch höchstens das hasenhohe Steppengras, weil beim Schießen der Wasserstrahl immer in den Grashalmen hängen bleibt. Dazu kommen noch die lauten Spritzgeräusche und das Prasseln der Tropfen auf den Blättern. Das warnt den Bleichbären ... während so ein Pfeil fast lautlos ins Grün schießt.

Leider verschwinden diese mistigen Dinger dann auch in dem dichten Dickicht und sind nur schwer wieder zu finden. Da hilft auch nicht der knallbunte Pümpel am Pfeil. Denn der ist vorn und taucht als Erstes ein in den blickdichten Präriebesatz. So ein Langohr auf dem verwilderten Kriechpfad hat es nicht leicht. Zum Glück gibt es flinke Hasenhelfer, die für immer neue Pfeile sorgen müssen.

Eifrig schwenkt 'der mit dem Hasen maust' den Bogen nach rechts, nach links und dann ein schneller Schwenk im Kreis. Die Gefahr lauert überall, und hoffentlich auch die Kuhjungen mit den breiten Hüten und Fransenwesten. Es wäre doch gelacht, ha ha ha, wenn er nicht bald so einen Bleichbären erlegen würde. Ha ha hah!

Hinter ihm ein Geräusch, ein Zweig knackt, etwas streift durch's Gebüsch. Der Krieger dreht sich sausewindschnell um die eigene Achse. Und der Instinkt ist noch schneller als das Auge. Längst zischt der Pfeil von der gespannten Sehne ... Upps!

Jetzt reicht es dem Dreikäsehochpraktikanten. Erst schleppt Plümm die ganze Zeit die Pfeile. Dann muss sie wieder zusammen suchen, was der hohe Herr Held so ringsum verschießt und verteilt. Und als sie gerade wieder aufschließt, saust ihr so ein blöder Pümpelstab an die Stirn. Aua! Das tut doch nicht Not.

"Ein Langohrindianer keinen Schmerz kennt, äh huck,"  stammelt der blaue Krieger. "'Der mit dem Hasen maust' gesprochen hat." Nun der Langohrindianer kennt sicher keinen Schmerz, der verschießt ja auch nur die Pfeile. Dem Hasenmädchen summt aber der Schädel und dann noch der Schreck! "Wenn du das noch mal machst, kann mir das ganze Jagdgesummsel und Pfadgeschleiche gestohlen bleiben. Dann werde ich Seeräuberbrautjungfer oder Sternenkriegergehilfin mit Festanstellung."

'Der mit dem Hasen maust' braucht jetzt ganz schnell neue Ziele. Ein Einhasenstamm ist doch kein Erfolgsmodell. Das Ich-A(llein)-G(ehoppel) ist auf dem Kriegspfad schnell überlastet, ist nur Solotänzer bei der Anbetung von Sonne Mond und Sternen, kann sich beim Skalpieren hinten anstellen und bekommt auch keine Antwort auf seine Rauchzeichen. Kein Wunder, dass sich ein Einzelkämpfer so schnell ausgebrannt fühlt.

"He! Ich kann so nicht arbeiten!" Wie soll Harald den maroden Steg räumen, wenn ständig ein neuer Pfeil auf dem Rücken stakt? 


Fotos: W.Hein

Hasenmaus ist ein großer Krieger vom Stamm der Langohren von Bell Bears Design. Plümm und Harald sind beide von den Tonni Bears. Stehen nur auf verschiedenen Seiten. Die kleine Häsin hält natürlich doch weiter zu den Langohren und das Arbeitsschwein wäre gern neutral, um in Ruhe rabotten zu können. Da wäre es schon praktisch, wenn endlich ein paar Bären mit Kuhjungenhut eine bessere Zielscheibe abgeben würden.


Kommentare:

die3flinkenSpulchen-GiselaF hat gesagt…

Deine kleinen Fotomodelle haben ja eine Engelsgeduld, sich so schön und gekonnt in Szene zu setzen, damit du NUR noch auf den Auslöser drücken brauchst *lach*
Und die schönen Geschichten dazu, KLASSE.

LG Gisela

heinwerken hat gesagt…

@ Giesela,

die wahre Engelsgeduld hat manchmal aber auch der Fotograf, wenn die Fotomodelle überhaupt nicht mitarbeiten wollen, die Positur blöd finden oder im entscheidenden Moment aus dem Bild kippen ;–)