Sonntag, 7. Juli 2013

Der grausame See



In einem grauen Boot sitzt ein grauer Bär mit einer grauen Maus und rudert auf dem grauen See. Das ist alles ziemlich grauslich für einen warmen Sommertag.

Für alle Fälle hat der Seepetz einen Rettungsring, einen Schöpfeimer und ein Beiboot für die große Fahrt mitgenommen. Doch wenn der kleine Bär die Ruderriemen richtig durchzieht, kann er gleich wieder wenden. Für eine große Fahrt auf kleinen Gewässern muss der flotte Nachen die Wasserfläche ganz schön oft kreuzen.

Die kleine Maus 'Sink' steht aufgeregt die ganze Zeit am Bug. Sie hat einen Schwimmreifen mit Drachenkopf um den Bauch gezogen. Die Kleine juchzt, wenn die Schiffsspitze immer wieder schnittig die Wellen durchschneidet.

"Wolltest Du nicht baden gehen?" fragt der graue Seebär den kleinen Buggast. Er hatte die Maus mitgenommen, weil er dachte, dass ein Schwimmring eben zum Schwimmen gedacht ist. "Oooch! Das hat doch noch Zeit."

Sie wird schon noch ins Wasser gehen: "Ich schwimme doch eigentlich wie eine richtige Wasserratte!" Sie ist sicher sogar schneller als das Boot unter vollen Rudern. "Später."

Das nasse Überholen würde für 'Sink' immer einfacher, denn das Boot wird schon seit einiger Zeit schwerer und damit langsamer. Irgendwo dringt Wasser ins Schiff und schon schwappt eine steigende Bilge im Schiffsboden. Sie setzen schnell den Metalleimer aus, um Gewicht zu verlieren. Aber das ist sicher ein Fehler, denn der sollte doch helfen, das innere Mehrwasser auszuschöpfen.

Sie können das glänzende Blechteil zwar wieder bergen, aber es ist zu spät: Sie gehen mit Bär und Maus unter. Der graue Nachen schlägt voller Wasser, die Paddel schwimmen davon. Der Schöpfeimer kommt gegen das Innennass nicht mehr an, das sich wenig später mit dem Außennass vereinigt.

"Ich glaube es wird Zeit, jetzt den Schwimmring auszuprobieren." Der graue Meerbär hält der kleinen Maus sogar noch den Rettungsring hin. "Doppelt hält besser!" Die kleine Maus ist entrüstet: "Ich bin doch kein Moppelgewicht!"

Noch zögert der kleine Nager: "Ich könnte vielleicht noch ... quasi sofort ... äh, also gleich ... oder doch nach dir?"


Idee: SchneiderHein   Fotos: W.Hein

Obwohl die Bärenhöhle in Hannover doch eigentlich ziemlich gut auf dem Trockenen sitzt, hat Hanne Mahnke ein großes Herz für kleine Meerbären. Der kleine graue Herrmann Teddy hat von ihr einen Rettungsring und den kleinen blauen Kutter in die Pfoten gedrückt bekommen. Und vor ein paar Tagen entdeckten wir in der Bärenhöhle dann noch das graue Ruderboot und einen Henkeleimer in bester Kleinbärengröße. Die kleine 'Sink' von Deb Canham hat heute noch schnell einen Schwimring passend zur Näschenfarbe gewählt und schon konnten die beiden auf kleine Fahrt auf dem runden Zinktablett gehen. Denn die großen Gartengewässer wären für sinkfreudige Bären viel zu gefährlich gewesen. Und vorher hätte jemand dort noch das ganze Grünzeug rauswerfen müssen.


Kommentare:

kleine-creative-Welt hat gesagt…

das ist ja richtig spannend - wie süß die kleine Maus mit dem Schwimmring aussieht - nun wird sie wohl oder übel ins kühle Nass müssen - aber sie ist ja gut aufgehoben - sozusagen doppelt gesichert - vielleicht findet sie Gefallen an diesem Sport -

ich wünsche euch einen schönen Tag

liebe Grüße - Ruth

Calendula hat gesagt…

:-D
"das innere Mehrwasser" - ich liebe solche Wortschöpfungen! :-)
LG Calendula

SchneiderHein hat gesagt…

@ Ruth
Bei dem heißen Wetter wären die Mäuse zu gern baden gegangen. Aber wir hatten leider keine Zeit dazu. Nun hoffen wir aufs nächste heiße Sommer-Wochenende. Denn schließlich haben wir 5 Bademäuschen, einen Walfisch-Reiter, und die kleine Froschmaus möchte sich bestimmt auch mal die Pfötchen kühlen. Aber zur Zeit komme ich nicht zum Dekoposten. Die sitzen nämlich alle im Wandrahmen und warten auf ihren Auftritt ...

@ Calendula
Ich bin auch immer hin und weg wie Herr Hein Worte wählt ;-)