Samstag, 9. Februar 2013

Falsche Experten



Das Dinofieber ist wieder ausgebrochen. Der grüne Samtosaurus stapft ganz vorsichtig durch die träge Herde. Denn weder möchte Delwyn sich bei den stacheligen Panzerechsen pieksen noch einen Entenschnabelsaurier auf dessen Schnabel treten.

Der Dinopetz muss sich erst daran gewöhnen, dass das Hinterteil jetzt gut aufgepolstert ist und dahinter noch ein mächtiger grüner Schwanz schwingt. Dazu kommt ein wattierter Bauch und die dicken Krallenfüße. Mit jedem Schritt wankt und wabbelt das ganze Echsengehänge um ihn herum und er muss lernen das Gleichgewicht dabei zu behalten. 

Als Delwyn das Dinokostüm entdeckt hat, konnte er sich nicht vorstellen, dass es die Saurier früher so schwer gehabt haben. Wie konnten die in ihrer dick gefütterten, grünen Haut überhaupt rennen und jagen?

Wahrscheinlich sind die alle an Überhitzung eingegangen. Puh! der Bär schwitzt ja so unter der Zackenkappe.

Genug herum gestapft, Delwyn braucht erst einmal eine Pause, bevor er mit seinem Saurier-Selbstversuch weitermacht. Er hat sich immer noch nicht entschieden, ob er jetzt Schachtelhalm und Farn probieren muss oder lieber gleich den ganzen Pflanzenfresser. Oder gab es auch Dinos, die lieber Honig genascht haben. Die wären dem hungrigen Bären eigentlich am Liebsten. 

Über Naschwerk scheinen gerade auch die beiden kleinen Tyrannen-Saurierprinzen nachzudenken. Wenn da mal nicht wieder die Augen größer als das Maul sind ...

Und unten lauern schon die ungeduldig tänzelnden Raubsaurier, ob da nicht auch für sie noch ein Schmackhappen abfällt. Schlürp, langsam zieht die geifernde Spinotante den Speichelfaden wieder hoch.

Plötzlich kommt der wahre Dinoexperte in den Raum gestürzt. Da kann sich doch nicht jeder einfach einen Reptilanzug überwerfen und unter die Urzeitechsen mischen. Die kommen doch ganz durcheinander, wenn sich da immer neue Petze ranschleimen. Denn so ein Saurier ist doch kein Gennie oder gar ein Zweistein. Denn die leben ja eigentlich weit vor der Steinzeit.

"Der weltbeste Saurierforscher und allergrößte Dinokenner bin immer noch ich!" Linus reckt sich ganz weit nach oben, um ja auf diesen Fremddino runter schauen zu können: "Ich kenne all die Saurierbilder in den Büchern und habe die freundlichsten Sauropoden im Garten entdeckt." 

Er ist in Besitz des besten Tarnmantels zur heimlichen Dinobeobachtung. Dann musste er schon Raubsaurier rupfen und dabei vor dem Modeterror retten. Nächste Woche schaut er sich dann mit seinen dicken Dinokumpels die ganze geschuppte Verwandtenbrut sogar im Fernsehen an. Er muss da aufpassen, weil es auch um das 'Gefressen werden' gehen soll. 

Linus streicht dem mächtigen Pflanzenfresser über den winzigen Kopf. Er kennt so viele Dinos und kann sie alle unterscheiden, die zweibeinigen Raubsaurier, die tumben Panzerechsen, die stacheligen Stegobrüder und die Rückensegelviecher aus Afrika.

"Es reicht nicht, so einen Eidechsenfummel zu haben," erklärt der große Forscher dem staunenden Dinopetz. "Man muss die Urzeitdinger erst ganz genau kennen und verstehen lernen, bevor man ihnen auf den Pelz rücken darf." Und nach einer kurzen Pause: "Wir Experten wissen natürlich, dass die Dinosaurier keinen Pelz haben. Nur manchmal Federn ... leider!"

"Was soll daran so schwierig sein?" Delwyn springt vom Hocker und mischt sich wieder unter die Dinos. "Die sind doch total nett. Heh! nicht beißen!" Der grüne Plüschdino hält sich danach entgeistert die zwiebelnde Nasenspitze.

Linus kann es immer noch nicht fassen: "Das geht doch nicht! Ich bin der alleinige, weltbeste und allergrößte Dinoforscher überhaupt und nicht dieser falsche Fachbär.


Fotos: W.Hein

Im Expertenstreit scheint heute Delwyn, der Hampton Bear aus Australien, die Schnauze vorn zu haben. Da hätte Linus, der Rica-Bär aus Detmold vielleicht doch rechtzeitig ein Dinokostüm aus Papier in Auftrag gegeben. Aber so leicht gibt der weltbeste Dinoforscher nicht auf. Zumal er doch schon viel besser Bescheid weiß, was die Dinos im Garten machen. Im Haus stapfen dafür schon Parasaurolophus, Dilophosaurus, Scelidosaurus, Spinosaurus, Brachiosaurus, Carnotaurus, Sinonithosaurus, Dacentrurus, Ankylosaurus plus zwei Tyrannosaurusbabies herum. Und sechs Mini-Baryonyxe erobern als Compsognathi die großen Bären.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Oh wie gut, daß heute Samstag ist und wir mal wieder Zeit haben, ein bißchen im Netz zu stöbern.
Also das Kostüm ist ja klasse, wir hätten Delwyn beinahe nicht erkannt und haben uns schon erschrocken, was da für ein Megasaurier bei Euch aufgetaucht ist, der übertrifft ja in der Größe alles andere bisher dagewesene :-). Dann hat Cappuchino aber plötzlich Delwyn an seiner Nasenspitze erkannt und gekräht alle haben erleichtert aufgeatmet.

Nett, diese Samstagmorgendinogeschichte :-)

Es grüßen herzlich
die Kuschelbären

Guilitta hat gesagt…

Also wir als Friedberger Bären müssen sagen das man sich nur als Dinosaurier verkleiden kann, aber keiner ist! Deshalb kommt man auch ins Schwitzen, denn 2 Felle hatten die nun ja mal nicht! Ist ja echt toll eure Bären in Kleidung zu sehen, aber so als große vielgefräßige Dinosaurier verkleidet konnten wir glatt Angst kriegen, wenn wir nicht starke Bären in guter seelischer Gesundheit wären!

Also Gruß an den Grünen Bärensaurier von uns!

Björn Schröbel hat gesagt…

Wie immer eine Klasse Geschichte mit Super Bildern - schaue immer wieder gerne hier vorbei und bin gespannt auf die nächsten Streiche der Bären ;)

Lieben Gruß
Björn :)

Anonym hat gesagt…

Wow, Delwyn hält sich trotz dick gefütterter zweiter Haut und der ungewohnten Anhängsel wie Krallenfüße und Stachelschuppen am Rücken super und wir haben die neue Geschichte mit Schmunzeln gelesen! Schön ist auch, Linus wiederzusehen, den weltbesten Garten ... und derzeit Dino-Experten! Hoffentlich kann er rechtzeitig zu den Feiern am Rosenmontag wieder sein gefährliches Zorro-Kostüm mit dem scharfen Schwert rauszuholen und olle Kamillen : -) verteilen!
LG von der Münchner Bären-Bande

SchneiderHein hat gesagt…

@ Die Kuschelbären
Ja, das Dinoding war ein echter Glücksgriff bei Ebay. Das ist doch viel besser als ein zu großer Dino-Tarnmantel. Allerdings hatte ich nicht erwartet dass Delwyn es sich gleich greift und das Kostüm schon mal auf seine rosenmontagstauglich ist. Gut, dass er Euch nicht zu sehr erschrecken konnte!

@ Guilitta
Schließlich ist Karneval und Delwyn hat das Kostüm leider vor Linus entdeckt. Aber Linus wollte ja sowieso noch einmal Zorro sein ...
Eigentlich hatte ich es Linus als Tarnkleidung für den Garten besorgt, damit er sich unter die Saurier schummeln kann. Allerding kann Linus das Tarndings wohl wirklich nur im Frühjahr und Herbst tragen. Sonst ist das mit den 2 Fellen echt ganz schön viel! Und wenn er Pech hat erschrickt er mit dem Giftgrün sogar die armen Pflanzenfresser ...

@ Björn
Streiche weniger. Jetzt ist abfeiern angesagt ;-)

@ Manu und die Münchner Bärenbande
Zorro ist seit gestern Abend bereit, und hat einiges an Abenteuern zu bestehen ...

SCHNUFFi WUFFi hat gesagt…

Boah! Das ist ja mal ein kuhles Kostüm! :-) Sowas mag ich auch haben!!!

SchneiderHein hat gesagt…

@ Schnuffi Wuffi
Das ist ganz selten noch bei Ebay von Build a Bear zu finden. Unseres können wir Dir leider nicht geben, denn die Bären wollen ja noch häufiger auf Saurier-Expedition gehen ...