Montag, 21. März 2016

Gefahr für den Teewagen



Es ist fast ein ganz normaler Nachmittag am Sonntag. Albert ist nur etwas zu früh mit seinem Glas Rhabarberwein.

Aber es könnte gleich etwas unangenehm werden. Wenn Victoria die neuste Erwerbung ihrer Mingvasen-Sammlung vorführen will, und die beiden Jungs noch im Kaminzimmer spielen.

Der kleine Teddy will noch nicht schlafen gehen und muss erst eine Runde mit dem Rollwagen drehen. Da sind nur zu viele Bauklötze an Bord. Also könnte er vorher noch einen Turm mit den beiden Mäusejungen bauen.

Klein Alice hat einen Ming-Bären gefunden, der sicher ganz wertvoll ist. Bevor Albert noch etwas sagen kann, muss die weiße Maus den Porzellanpetz Victoria zeigen.

Victoria ist von der Entdeckung überhaupt nicht beeindruckt. So ein paar fisselige blaue Blümchen auf einer harten Schale machen noch lange keinen Ming! Ihre Vasen sind zum Beispiel ganz zerbrechlich. Und dieser Bär ist noch nicht einmal hohl. Victoria muss sowieso zu ihrer Sammlung, um weitere Vasen zu holen. Da kann Alice gleich mit kommen, damit sie lernt, warum ein wertvolles Ming immer leicht kaputtbar sein muss.

Albert würde heute ein zweites Glas sicher nicht ablehnen. So entgeht ihm, dass zwei neugierige Petzenbuben dieses Mingzeugs entdecken.

Diese Wochenenden werden noch dazu führen, dass Albert sich dem Trunke ergeben wird. Sie fangen immer so harmlos an und dann führen unvorhergesehene Ereignisse dazu, dass er zur Rhabarber-Flasche greift und ein Glas mehr nimmt.

Heute ist es ein Slalomrennen im Wohnzimmer. Das ist für Teddys viel spannender als so eine bummelige Fahrt im Bauklotzwagen. Dieser Blümchenbär liegt zwar noch in Führung …

… aber wenn Teddy die nächsten Kurven eng schnibbelt – wird er in der nächsten Runde der Erste an der Vasenschikane sein.

Das wird knapp! Bei der großen Wende hat sich ein Karren falsch eingefädelt und jetzt müssen beide ganz scharf bremsen, um nicht zu karambolieren. Squuiiiek! Oh! Oh! Brems! Kwiiekkracks! Puh!

"Passt auf den Teewagen auf!" Albert schreckt hoch, als er endlich das mörderische Rennen ohne Gnade im Wohnzimmer entdeckt! Das gibt doch ein Unglück, bis ihm einfällt … dass er überhaupt keinen Teewagen hat.

Aber auch so können die beiden doch nicht einfach in der guten Stube ein wildes Kiepenrennen veranstalten. Was dort alles zu Bruch gehen kann: "Die Gläser mt selbstgepressen Fruchtsäften und ...  und ... die Tortenhaube … und … natürlich die Vasen. Jawohl, Victorias wertvolle, bruchfähige Mingvasen!" Albert ist erleichtert, so kann er den beiden Rackern sicher erkläen, warum das Gesause viel zu gefährlich ist: "Und dann haben die Piloten in ihren Rennern noch nicht einmal einen Sturzhelm!"

Das haben die beiden Jungen wirklich verstanden: Wenn ein Slalomsausen für Bären und Teddy zu gefährlich ist, muss es einen Pilotenwechsel geben. Dann werden nun die Saftpullen Rad an Rad kämpfen. Doch die fehlen jetzt auf der Rennstrecke. Sie sollten Victoria suchen, ob sie nicht noch ein paar Vasen als Steh-im-Wege für die Strecke hat.

Zurück bleibt Albert mit dem arbeitslosen Chefpiloten.

Hoffentlich sieht jetzt keiner zu, wie er mit einem Stoffbären spricht …

Idee: SchneiderHein    Fotos: W.Hein


Die Mäuse von Deb Canham haben schon früher die feine Lebensart entdeckt. Doch inzwischen sitzt Albert im schweren Ohrensessel im mausschaftlichen Kaminzimmer. An der Wand bekommt das Geschenkpapier vom letzten Geschenk unserer Nachbarn ein zweites Leben. Die Kinderkarren und die beiden Piloten kommen vom letzten Besuch in der Bärenhöhle in Hannover – bevor diese nach 20 Jahren auf die andere Straßenseite umzieht

Kommentare:

Claudia hat gesagt…

Guten Morgen, ihr Lieben,
na, das war wieder eine aufregende und spannende Geschichte, ich bin richtig mir in die Kurven gegangen ;O)
Ich wünsche Euch einen guten Start in die Osterwoche!
♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

heinwerken hat gesagt…

Liebe Claudia,

der frühe Vogel fängt bei uns keinen Wurm, sondern Wrkst! Vielen lieben Dank, dass es schon eine aufregende und spannende Geschichte war, bevor die Schlussredaktion über den Text gegangen ist und die halben Sätze, Tippfehler und zahlreichen Zusatzwörter ausgeflöht hat. Da bin ich immer ein wenig zu optimistisch und drücke erleichtert den "veröffentlichen"-Button bevor alles im Reinen ist. So gesehen werden die Geschichten in den ersten Stunden häufig noch besser.
Aber Action und wilde Rennen gibt es bis dahin immer schon reichlich, da kann man sich schon von der ersten Minute in die Kurve legen. Da hoffe ich auch auf eine gute Osterwoche, auch wenn die Mäuse schon die nächsten Festivitäten planen.

Liebe Grüße Wolfgang

kleine-creative-Welt hat gesagt…

ich bin einfach fasziniert von all den "Kleinigkeiten" - da gibt es ein traumhaft eingerichtetes Wohnzimmer mit Kaminumrandung (wo ich so gerne auch eine hätte) -
teure Vasen, die ja nun zum Rennen-Fahren zu schade sind - aber es ist ja gut gegangen - da war ja wieder richtig was los - aber was so richtige Jungs sind, die brauchen das -
wieder eine schöne Geschichte... vor allem mit so liebevoll arrangierten Details - und um Albert braucht ihr euch sicher keine Sorgen machen - er wird schon sein "Maß" kennen -
und übrigens... ich spreche auch hin und wieder mit meinem Stoffbären - grins -

liebe Grüße - Ruth

Anonym hat gesagt…

Oh wir sitzen hier am Bildschirm und staunen.Am meisten übee die feinen englischen Möbel! Na ja, Victoria und Albert brauchen ja schon auch ein angemessenes königliches Umfeld;-). Wir träumen ja auch davon, dass unsere Mäuse eines Tages ein eigenes kleines Mäusehaus haben werden. Bisher sind ein paar ihrer Mäusemöbel ja in unserer Stube und Kúche intergriert. Das gefällt uns natürlich auch, aber so ein Mäuehaus...hach...schmacht...

Viele Grüsse von den Kuschelbären

SchneiderHein hat gesagt…

@ Ruth
Nicht nur Du bist von den Kleinigkeiten fasziniert, auch wir können uns daran kaum satt sehen. Und eigentlich freue ich mich schon jetzt mächtig auf die Weihnachtszeit. Denn dann hat der grüne Kamin seinen großen Auftritt, das Mistelgeschirr wird aufgetischt und das gesammelte Miniatur-Weihnachtsgedöns kommt zum Einsatz …

Neben den großen Bärenwelten haben uns jetzt auch noch die Miniaturwelten verführt - und eigentlich ist nur das Wetter daran schuld ;-)

SchneiderHein hat gesagt…

@ Die Kuschelbären
Schön mal wieder von Euch zu lesen! Ja, seit Weihnachten hat sich viel in der Mäuse-Ausstattung getan. Doch eigentlich fing es mal wieder ganz harmlos und noch recht übersichtlich mit dem Räumungsverkauf in der Bärenhöhle an. Aber nach und nach entdeckten wir die feine englische Art, einen alten Herd & nostalgische Backutensilien. Und inzwischen steht nun auch das alte Puppenhaus meines Urgroßvaters mit im Raum. Aber darin proben jetzt schon die Halloween-Mäuse ihren großen Auftritt zur Walpurgisnacht ...