Mittwoch, 4. Februar 2015

Das Stürmen des Himmels



"Husten! Husten! ich habe ein Problem!" Das Sputnik wird von einem unheimlichen Drahtquirl verfolgt. Oh, oh. wenn dieses Fuchteln und Stochern im Rücken nicht aufhört, wird die Blechdose all ihre Flughöhe verlieren.

Das ist doch kein Drahtquirl sondern eine hochpräzise Weltraumantenne, mit der Nelleke im silbernen Astronautenanzug wertvolle Informationen sammelt. Zum Glück hat sie einen Helm mit Vollvisier, da können Husten und Schnupfen ruhig kommen.

Unentwegt untersucht die Weltallpetzeline mit zitternden Antennen alle bekannten und unbekannten Flugobjekte im Raum.

Da kommt ein Sputnik gerade recht, auch wenn es gerade versucht, in maximaler Wichtgeschwindigkeit davonzufliegen.

Danach gibt es hier noch nicht einmal die kleinste Mücke, die eine kleine Astronautissin mit ihrer Weltraumstrahlen-Antenne verfolgen könnte. Also untersucht sie lieber genau die Glitzersterne in der umherliegenden Silberkugel-Zackenstern-Deko.
  
Die Taschen hastig voller Sterne gestopft, macht sie sich auf den Rückweg.

 Jetzt muss sie nur noch – wegen der geringen Schwerkraft – mit großen weiten Sprüngen durch den Raum kommen, bis sie mit reicher Sternenernte wieder in der Heimbasis ankommt.


Idee: SchneiderHein   Fotos: W.Hein

Nelleke, die kleine Rica-Bärin, ist für den Rosenmontag noch viel zu früh dran, aber sie musste gleich den neuen Astronauten-Bärenanzug ausprobieren, als der per Post aus England kam. Und den mussten wir unbedingt bestellen, weil das wichtigstes Karnevalskostüm, das meine Mutter mir in der Kinderzeit selbst schneiderte, ein silberner Astronautenanzug mit riesigem Kugelhelm aus bezogenem Schaumstoff war. Ich bin mir nicht sicher, ob ich im Kindergarten wirklich ein Gärtner sein wollte. Vielleicht eher schon im Folgejahr der Clown mit einem Spitzhut, der aufrecht durch keine Tür passte. Aber Astronaut wollte ich unbedingt sein, so sehr, dass im Folgejahr, als der Anzug schon Hochwasser hatte, ich ihn unbedingt weiter tragen wollte. Danach wurde ich noch ein guter Indianer, dessen Fransen-Tunika auf Zuwachs geschneidert war. Und den von Opa geschnitzten Hasel-Flitzebogen mit Holunder-Pfeilen sollte ich in geschlossenen Räumen nicht nutzen. Mit den vier Monturen aus der Heimschneiderei meiner Mutter kam ich gut durch Kindergarten und Grundschule. Und danach war wohl alles so humanistisch, dass Karneval nicht mehr Schulsache war. Osnabrück war und ist – trotz des "Ossensamstags" – keine echte Hochburg der närrischen Tage.


Inzwischen hat auch Larissa eine neue Bärenmontur aus dem Paket gezuppelt. Stolz stellt sie sich neben die silberne Nelleke in die liegengelassene Weihnachtsdeko, damit ein Foto gemacht werden kann. "Das sind aber zweierlei Himmel," mault die forsche Himmelsstürmerin: "Da wo ich hinsause, gibt es keine engeligen Flügelflieger!" Das haben sogar schon die Russen rausgeforscht. "Na und, dann flattere ich halt nur in den Wolken und bin viel schneller an den Schlickersachen auf dem Rosenmontags-Büffett. Aber das ist ja eh nichts für dich mit der Fensterscheibe vor der Schnauze." Ups, da hat Nelleke wohl einen Fehler gemacht ...


Kommentare:

kleine-creative-Welt hat gesagt…

Der Astronautenanzug ist irre - bei der derzeitigen Witterung auch noch gesunderhaltend - schick ist er auch noch - na ja und zum Essen kann man das Visier bestimmt runterklappen -
obwohl... das bezaubernde Spitzenkleid gefällt mir noch besser - einfach schnucklig -

liebe Grüße - Ruth

Anonym hat gesagt…

Großes Schmunzeln über die sternenerntende Nelleke und ihr tolles Outfit und auch wieder über eure Texte und Kommentare ... mein Bruder und ich sind mal einen Fasching lang als Pinguine rumgelaufen, selbstgenäht von Mama ... superschön, aber endspeinlich, wenn man lieber einen auf Wilder Westen und echte Abenteuer machen will. Zum Ossensamstag: Hier ist Fasching auch eher Nebensache, aber Schlickerkram zum Rosenmontags-Büffett, das klingt nach Karneval und Kamellen und Spaß im Bärengarten ... da sind wir schon gespannt aufs Weiterlesen ! Liebe Grüße von der Münchner Bärenbande :-)

SchneiderHein hat gesagt…

@ Ruth
Stimmt, so ein Anzug hätte Wolfgang vielleicht sogar vor den bösen Vieren bewahrt ;-) Aber so hatte das 'Büroverbot' ja auch Vorteile …

Zum Runterklappen ist da nix. Aber vielleicht besorgen wir ihr ja zum Rosenmontag noch Nahrung in Tuben. Aber ob sie so lange noch in der Deko ausharrt!???

Ja, und von Larissas Outfit war ich auch ganz begeistert. Das wird echt schwierig, was sie zum 'Sommernachtstraum' dann irgendwann trägt. Und als Weihnachtsengel könnte sie so auch prima mitspielen. Denn die Geschichte fiel zu Weihnachten ja aus. Aber nach dem Fest ist schließlich vor dem Fest :-)

@ Manu
Der Anzug ist wirklich toll. Und ich bin froh, dass ich den Wolfgang geschenkt hatte. Aber eigentlich war ich bei Ebay auf der Suche nach Elfenkostümen für meinen 'Sommernachtstraum'. Nur gradlinig kommen wir ja nur selten ans Ziel. Doch dieser Umweg über die Weihnachtsdeko hatte ja auch was ;-)

Oh ja, das kann ich mir gut vorstellen! Mama total begeistert wie süß die Kinder zusammen daherwatscheln und im Kostüm 2 Kinder, die am Liebsten im Erdboden versinken …
So erging es mir im Kindergarten als 'Herzmädchen'. Fast alles nur Prinzessinnen, und ich gehörte zum Fußvolk. Das war so ein einschneidendes Erlebnis, dass ich danach Dornröschen und dann Froschkönigin war. Aber das poste ich hoffentlich demnächst mal, warum ich unsere Bären so gern in Kostüme packe.
Ansonsten habe ich mit Karneval auch überhaupt nix mehr am Hut. Meine Kindergeburtstage und Faschingsfeiern bis zur 6. Klasse in der Schule reichten mir. Außerdem gab es ja auch noch 3x Ballettauftritte im Weihnachtsmärchen mit Kostümen. Und nun müssen diese Erinnerungen halt' unsere Bären ausleben …
Aber ob da in diesem Jahr tatsächlich noch mehr zum Karneval passiert, mag ich nicht versprechen. Denn eigentlich hatte ich mir von Wolfgang in nächster Zeit etwas anderes gewünscht, was auch 1 oder 2 Tage im Haus erfordert, aber nur mit der besseren Lagerhaltung unserer Bärenausstattung zu tun hat.