Sonntag, 8. Juni 2014

Schnuckiputz

Bevor hier weitergelesen wird, ein kleiner Hinweis. Nach längerer Pause sind hier einige Posts nachgeholt. Es lohnt sich also, etwas in die Tiefe zu gehen.

Huschdihusch angelt sich die Bärenpfote das nächste Lakritzkonfekt. Der Bärenjunge räubert sich durch die Schlickerschale auf dem schwarzen Lacktisch.

Doch bevor Conroy die Süßholzleckerei auch noch wegschnabulieren kann, verliert er das Gleichgewicht und dabei das Lakritz. Plötzlich ist ein schnaufendes 'Etwas' hinter dem Leckermaul aufgetaucht und über dieses schnaufende 'Etwas' stolpert nun der Bär.

"Futt, futt, futt, schlurp!" Schon ist das lose Konfekt im schwarzen Schnaufsauger verschwunden. Sofort saust der Kleingierschlund weiter, schnüffelt rechts und links, "futt, futt, futt," schnauft und rattert eifrig dabei, "futt, futt, futt," die roten Tentakelaugen blitzen und blinken, "futt, futt, futt," immer auf der Suche nach weiterem Fremdzeug und Flusenkram auf dem Boden.

"Gummifrösche und Schichtlakritz sind doch kein Flusenkram!" Conroy ist entrüstet! "Das Saugvieh hat meinen Schlickerkram weggefressen!" Alisa versucht den Bärenjungen zu beschwichtigen. Das sei nur ein Zufall, ein Versehen, denn kleine Staubsauger seien keine Schlickerräuber.

"Dann sollten sie auch nicht räubern!" muffelt der Kleine. Schnell verdrückt er noch einen Leckerschmecker, bevor das gefrässige Monster wieder schneller ist. "Dasch ischt ain Schtaubschauga?" Oh ja, sogar ein Staubsaug-Roboter, der alles ganz automatisch von allein absaugt. Alisa hat ihn hier ausgesetzt, um das Parkett von all' den umherfliegenden Katzenhaaren zu befreien. Graue Katze liegen bei der Hitze zwar fast immer auf der faulen Haut, aber irgendwie ist noch genug Zeit zum Putzen und dann segeln die grauen Fussel durch den Raum.

Für die eckigen Ecken und schwierigen Winkel haben die Bärenmädchen sogar noch einen richtigen Roboter besorgt. Einer, der mit unbestechlichen Elektroaugen in den letzten dunklen Staubfänger schaut und dann mit unermüdlichen Stahlarmen den Besen schwingt.

Doch wie sagt bär es jetzt dem Blechhelfer. Keiner der beiden Petzelinen kann doch robotisch. "Sag was," schubst Alisa ihre Freundin an. "Was denn?" flüstert Maylin zurück. "Na, putz-frei oder feg-los!" Die weiße Bärin stupst zurück: "Und wo soll er denn sauber machen?" Aber dann fasst sie sich ein Herz: "Feg hinter dem Sauger her!" Das scheint zu funktionieren, denn ächzend wendet sich der silberne Technikknecht dem gerade wieder vorbeischnaufenden Bodenschlürfer "futt, futt, futt," zu.

Der Roboter fixiert den fröhlich schnaufenden und summenden Sauger und senkt die Antennen. Das ist doch keine Aufgabe, hinter einem Saugautomaten hinterher zu wedeln. Der wuselt doch nur geistlos durch den Raum, dagegen hat er doch schon ein richtiges Programm!

Aber Roboter müssen dienen, auch wenn kleine Bärenmädchen offensichtlich keine Ahnung von Technik haben. Also schwingt er auch das Kehrblech.

Dabei könnte er mit einer Rohrzange auch tropfenden Wasserhähnen zu Leibe rücken. Oder anderes gerade rücken. Ein Haushaltsrobot kann viel mehr als nur Putzen, das verstehen die beiden Fusselinen jetzt hoffentlich.

"Hey, ich bin kein Schmutzfleck!" Alisa schubst den kleinen Staubsauger zurück, der sofort wieder nachdrängelt. So hat sich die kleine Bärin die automatische Sauberkeit nicht vorgestellt. Vielleicht hat Conroy ja recht, dass der kleine Saubermann noch lernen muss, dass nicht alles, was auf dem Boden liegt, steht und geht, da auch überflüssig ist.

Maylin kann das Glucksen kaum unterdrücken, als der Staubsauger "futt, futt, futt," Alisa immer weiter folgt. "Du kannst ihm ja zeigen, wo er noch saugen soll." Aber dann hätten sie doch keine drei Automaten besorgen müssen. Das kommt doch von automatisch, damit man selber nichts machen muss. "Also schleich dich!" "Futt, futt, futt ..."

So lange der Staubsauger noch durch den Raum wuselt, macht das Eckenfegen noch keinen Sinn. Bis jetzt wirbelt der schwarze Selbstsauger selber noch Staub auf. Da kann der unstete Haushaltsrobot schnell etwas Platz schaffen. Zum Beispiel auf dem schwarzen Lacktisch. Bevor noch jemand "futt, futt, futt," das Geschirr vom Tisch fegt.

Heute ist Conroy mit dem linken Fuß aufgestanden. Das ist kein Wunder, weil Conroy zwei linke Füße hat. Wenn der linke Schuh ein Glücksschuh ist, den er in den nächsten Tagen zum Fußballspielen braucht, dann ist es doch gut, wenn man doppelt Glück hat. Doch heute ist das mit dem Glück so eine Sache, denn der kleine silberne Roboter räumt gerade den Tisch ab. Dabei gibt es sogar noch Konfekt!

Die Blechhaushaltshilfe lässt aber nicht mit sich reden. Sie bleibt so stur bei ihrem Programm, da kann sich das auf Diät gesetzte Schleckermaul die Schnauze fusselig reden. Nicht das kleinste Piep, Widdewiddewidde oder ein Flöt-Tüt als Antwort. Sie rattert davon und ein kleiner Bär muss sich erst einmal setzen.

Das sind doch keine Haushaltshelfer, wenn sie nicht helfen, sondern immer nur Probleme machen. Sie fressen einem das Lakritz vor der Nase weg, stehen immer im Weg und dann lassen sie auch noch kleine Bären verhungern.

Da haben die Mädchen einen Fehler gemacht, das sie diese Roboter ins Haus gelassen haben. Wenn bär nicht aufpasst, rennt einem die Technik einfach auf und davon.

"Hey, hallo Conroy, wo willst du hin?!?"


Fotos: W.Hein

Die drei kleinen Bären kommen als Rica-Bären aus Detmold. Ulrike und Claude Charles haben Alisa, Maylin und Conroy die lieben Flausenköpfe gegeben. Wir sehen jetzt, was daraus entsteht. Die kleinen Haushaltshelfer kommen als Steampunks von Anna Freimane (Pushok1983) aus Lettland. Dort hat sie eine ganze Reihe skuriler Lederfiguren geschaffen, Roboter, Spinnen, Luftschiffe und futuristische Fahrzeuge und einige findet man immer mal wieder bei Ebay. Wenn man nach weiteren "Steampunks" sucht findet man zwar noch einige schräge Figuren, aber solche Geschöpfe wie von Pushok1983 haben wir bisher noch nie gesehen. Jetzt müssen sie noch lernen, nicht zu übereifrig den Haushalt von kleinen Bären zu schmeißen.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schön, wieder neue schmunzelige Fotos und Texte bei euch : -) ! So eine Blechhaushaltshilfe mit Glupschaugen scheint uns verlockend,bloß blöd, dass sie auch die Lakritzereien wegräumt ! LG von Manu und den Münchner Bären

Anonym hat gesagt…

Nun haben wir im vorigen Post gelesen, warum es so lange still hier bei Euch war. Wir haben immer mal wieder vorbei geschaut und uns gefragt, wie es Euch wohl gehen mag. Nun wissen wir, warum Euch nicht zum Knipsen und Schreiben zu Mute war und es tut uns sehr leid, was passiert ist...

Dennoch, unsere Bärenmama sagt immer, wir sind ihre beste Medizin, wenn es ihr mal nicht so gut geht, dann braucht sie uns nur anzuschauen oder uns bei unseren lustigen Erlebnissen zuzugucken und schwups - schon muß sie schmunzeln.

Die beiden süßen Geschichten über Eure neuen (tollen!) Haushaltshelfer und die der Mäuse mit dem Zupfgras haben uns soooo gut gefallen. Ebba hat gleich unseren Henry http://www.amazon.de/Paladone-Desktop-Henry-Vacuum-Cleaner/dp/B001GNTLGY/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1402728529&sr=8-3&keywords=henry+staubsauger herbei geholt, der inzwischen die treue Haushaltsseele der Kuschelbären geworden ist. Und unsere drei Mäusedämchen haben besonders gespannt die schöne Geschichte mit der Klappkarte genossen.

Wir freuen uns, daß Ihr wieder "da" seid und grüßen EUch ganz herzlich

Die Kuschelbären