Sonntag, 2. Februar 2014

Es hat sich ausgefrackt



So wird das nichts! Diese Frackträger lassen ihren Kumpel nicht allein. Der Magen des großen Papierpinguins knurrt schon gefährlich, aber er schafft es nicht mit seiner Beute mal einen Moment ungestört zu sein.

Missmutig stapft der brummige Falschvogel von dannen – ohne Mitnahme-Snack. Das nächste Mal sucht er sich lieber Zwergpinguine und fängt erst einmal mit einem Häppchenbuffet an.

Diese knisternde Papierverkleidung braucht er nicht mehr. Wenn er keine tapsigen Dummvögel mehr täuschen muss, kann er doch lieber zu seiner natürlichen Schneetarnung zurückkehren. Vielleicht kommen ein paar unvorsichtige Schneehühner des Weges. Oder es gibt noch perfekt gekühltes Sushi im Teich ...

Etwas später findet der allergrößte Vogelkundler endlich sein schon lange vermissten Pinguinanzug. Wieso liegt der mitten im weißen Nirgendwo im Schnee?

Und warum ist der plötzlich so mitgenommen? Überall schon eingerissen, mit Löchern und Fetzen im Rücken, geknicktem Schnabel und ausgefransten Kanten an den Stummelflügeln?

Die weltbeste Dinoforschung hat wohl weiter Winterpause. Der Samtosaurus wartet immer noch vergeblich auf den größten Dinoexperten westlich des Äquators. Marit-Sofie würde auch gern wieder ins Haus zurück. Sie hat ihre Handschuhpuppen blöderweise auf der Heizung liegen lassen.

Nun, dafür tapst jetzt der größte Laufvogelexperte mit dem wiedergefunden Pinguintäuscher zur Frackhorde. Schon beim ersten Besuch im Garten hat er sich unter die großen Vögel gemengt und konnte unerkannt mitlaufen und pinguinisch daherschnattern.

Doch heute ist es ganz anders. Die großen Vögel sind überhaupt nicht abgelenkt, sondern zingeln den Bär in seiner Papiermontur ein. Sie schnattern auch nicht unbeschwert oder geckern sich verschmitzt zu. Stattdessen zischt es gefährlich hinterm Ohr und die spitzen Schnäbel kommen immer näher.

Es wird immer enger um den kleinen Forscher. Immer enger und pieksiger.

Da dreht sich Linus um und beginnt schreiend davon zu rennen ...

Doch die wütenden Vögel folgen ihm. Er wusste gar nicht, dass die so schnell hüpfen und watscheln können. Der kleine Bär will nur noch fort.  

Zurück bleibt eine zerknitterte Papierhülle mit Schnabel und Stummelflügeln. Die aufgeregten Pinguine kreisen sie ein, zupfen erst vorsichtig daran, um sie schließlich mit spitzen Schnabelhieben und scharfem Kratzen endgültig zu erlegen.


Fotos: W.Hein

Nun hat die unvergleichliche Frackvogelforschung wohl einen herben Rückschlag erlitten. Nicht nur, dass eine Papiertarnkappe nicht robust genug für Eisbären ist. Das hat Soer Soeren Soerensen von Gisela Hofmann leider eindrucksvoll bewiesen. Aber die Frackhorde von Hansa Toys hat inzwischen grundsätzlich diesen Argwohn geschöpft. Und Linis, der kleine Rica-Bär muss sich nun etwas Neues überlegen, wenn die Frackhorde das nächste Mal zurück kommt. Schließlich warten noch U-Bahn-Karten auf die watschelnden Zugvögel, die bekanntermaßen nicht einfach davon fliegen können. Dafür können Delwyn, der Hampton Bear und Marit-Sofie darauf hoffen, dass, wenn der Boden nicht mehr gefroren ist, die Dinoforschung ihre Ausgrabungen beginnen kann. Delwyn hat schon mal wieder das Megafon ausprobiert: "Weitergehen. Einfach weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen."


Kommentare:

Bernd Badura hat gesagt…

Jaja, die Gefahren für die weltgrößten Pinguinforscher werden schon seit Jahren unterschätzt.

Und der Eisbär muß auch sehr schwer sein, wenn er so tiefe Tatzenabdrücke im Schnee hinterläßt.

Wie immer sehr schön und mit viel Phantasie gemacht.

LG,
Bernd

Bente hat gesagt…

Ich liebe diese Bären-Geschichten und bewundere die Phantasie und die technische Umsetzung in Fotos - mit all den vielen Haupt- und Nebendarstellern in immer passenden Kostümen und Umfeld.
Nun profitiere ich vielleicht, dass ein kleiner Bär vor Hintertux liegt und noch heute auf sein kleines Herrchen wartet - wer weiß ... :-)

Liebe Grüße - Monika mit Bente

Babs Helferich hat gesagt…

wie süß :) :)::)

Viele liebe Grüsse Babs

kleine-creative-Welt hat gesagt…

na ja, der kleine Linus kann ja nicht wissen, dass die Pinguine ganz zu Recht so aufgebracht sind und auch in ihm einen Räuber vermuten -
er hat Glück gehabt, dass er davon gekommen ist -

liebe Grüße - Ruth

heinwerken hat gesagt…

@ Bernd
Nun, jetzt haben weltgrößte Pinguinforscher immerhin eine Ahnung von den Gefahren, die von missvergnügten Frackhorden ausgehen können. Und um sich diese Gefahren im kleinen Fusselhirn so richtig auszumalen, braucht schon eine Menge Phantasie.

@ Monika mit Bente
Ich glaube ja auch, dass es ohne den Zott-Verlusti auf dem Wege nach Hintertux in unserem Garten viel weniger Bären geben würde. So haben wir wahrscheinlich fast alle Glück gehabt. Außer eben dieser Zotti, der heute wohl schon längst nicht mehr auf der nassen Autobahnraststätte wartet. Vielleicht hat er ein gutes neues Zuhause gefunden und begleitet seit jenen Jahren einen Brummifahrer auf seinem Bock durch ganz Europa.

@ Babs,
so lieb ;)))))

@ Ruth,
Oh, ja! Da hat der kleine Bär Glück gehabt, dass er seine zweite Haut so schnell abstreifen konnte. Aber inzwischen hat er schon wieder den Kopf voller Pläne, wie er sich unter die Pinguine mogeln kann. Vielleicht als fahrender Fischhändler oder als über die Betonfläche treibender Eisberg ...

Liebe Grüße Wolfgang