Mittwoch, 1. Mai 2013

Fahrt in den Mai



Das ist endlich mal eine Abfahrt. Joris musste nur vor die Tür gehen, um die richtige Rennstrecke zu finden. Der Garten liegt fast auf der Spitze eines Hügels, den die Siedlung überzieht. Also führen von dort alle Straßen bergab!

Da hat die Ratte sich einfach den roten Bollerwagen gegriffen, um Asphalt zu fressen. Und Naseweis, der kleine Mausefahrschüler, ist gleich mit aus der Tür stürmt. Mitten auf der Straße hat Joris die kleine Maus in die rote Wanne gesetzt, dem Wagen einen ordentlichen Stoß gegeben und ist dann hinterher gestürmt, um sich in den rollenden Renner zu schwingen.

Schon sausen die beiden die abschüssige Straße herab. Bis zur ersten Querstraße sind sie noch ziemlich gemächlich dahin gezuckelt. Doch mit zunehmender Neigung der Fahrbahn haben sie erst langsam, dann immer schneller Fahrt aufgenommen und jetzt muss sich der kleine Mitfahrer schon gut festhalten.

 Wooaahhhh! Sie sind sicher gerade die schnellsten Nager der Stadt ...

Und die unvernünftigsten! Shirley und Altklug sind den beiden Jungs hinterher gestürmt, kaum dass die Tür ins Schloss gefallen war. Völlig außer Atem können sie nur noch aufgeregt dem rasenden roten Renner "Stoooppppp!"hinterher schreien und mit den Armen fuchteln. Der Rattenexpress ist inzwischen viel zu schnell geworden, um ihn noch einholen zu können.

Als der kleine Mäuserich sich umschaut, sieht er die rufenden und winkenden Mädchen ...

 ... und winkt freudig den jubelnden Fans zurück!

"Was sollen wir tun?" Die kleine Maus ist ratlos. "Morgen bauen wir die Räder ab," schnauft Shirley. "Jetzt können wir uns höchstens die Augen zuhalten, wenn wir das Elend nicht sehen wollen."

 Da kommt plötzlich ein riesiges Ungetüm aus der nächsten Querstraße geschossen, biegt ein und saust schon auf den fixen Nagerrenner zu!

Joris kann gerade noch ausweichen und reißt den roten Renner im scharfen Bogen, um das gefrässige Gummiungeheuer, das sich ihnen rasend schnell nähert.

Dann ist zum Glück schon das wild rotierende Hinterrad in Sicht und die rote Blechfuhre ist glücklich am Straßenmonster vorbei.

Die Ratte bringt den Bollerwagen so schnell es geht, zum Stehen. Puh, das war knapp. Dieses Riesenauto ist ja wohl aus dem Nichts gekommen! Und dafür haben die beiden doch meisterhaft reagiert. Das sollen ihnen andere Teufelsfahrer erst einmal nachmachen.

"Joris, du alter Flachlandroller, da hast du jetzt wirklich einen Schutzengel verheizt!" Shirley ist wirklich sauer, als die beiden Mädchen endlich ankommen. Sie sind eigentlich überglücklich, dass es nur ein Beinah-Zusammenstoß geworden ist. Aber so weit es doch gar nicht kommen müssen, wenn die Jungens nicht so übermütig wären. Und wer, wie die beiden Ratten aus den Niederlanden kommt, hat doch keine Ahnung vom Hügelfahren. Und das sagt die große Rättin ihrem Joris auch.

Da geht Shirley jetzt doch zu weit. Der Ratterich ist (wie einige andere Niederländer) schnell verschnupft, wenn an seiner Bergerfahrung gezweifelt wird. Als wenn er als kleiner Stöpsel nur Grachtendeiche runtergerutscht wäre. Es gibt richtig hohe Sanddünen an der Nordseeküste, die sind mehrere Meter hoch. Und bei Arnheim gibt es fast ein Mittelgebirge. Außerdem ist jeder gute Holländer ein Alpinist im Geiste. Im Wintersport trifft man doch immer einen von ihnen. Also, dass Joris keine Ahnung von Hügel, Bergen und Hochgebirgsmassiven hätte, das kann doch niemand ernsthaft behaupten ... "Pst," mischt sich da Naseweis ein: "Ich weiß, wo die Schutzengel im Haus liegen. Ich besorge uns Nachschub."

Doch für heute ist Schluss. Energisch zeigt Altklug auf den Heimweg. Noch einmal will sie nicht riskieren, dass so ein riesiges Automobil eine kleine, rote Fuhre übersieht. Die saust so tief über den Asphalt, dass wahrscheinlich noch nicht einmal ein rotes Blinklicht ausreichen würde, um nicht überrollt zu werden.

Nach Hause geht es wieder bergauf im zügigen Rattenschritt. Die Jungen müssen sich noch einige Vorhaltungen machen lassen. Ab morgen werden wohl mehr Schutzengel gesucht. Und Schraubenschlüssel für das Freistellen von Rädern.


Fotos: W.Hein

Shirley und Joris sind Ratten von Tonni Bears und Altklug und Naseweis Mäuse von Bell Bears Design. Und alle vier kommen aus dem Land hinter dem Deich, den Niederlanden, die sicher viel hügeliger sind, als wir verwöhnten Mittelgebirgler es glauben.


Kommentare:

Björn Schröbel hat gesagt…

Oha - das war aber knapp :o

Da haben die "Vorwitzigen" auch eine Schelte verdient, na hoffentlich lassen sie sich es eine Lehre sein ;)

Klasse!

Lieben Gruß
Björn :)

Anonym hat gesagt…

Puh was für eine rasante Abfahrt. "Mordsgefährlich so auf der großen Straße", meint Ebba besorgt mit mahnendem Blick auf unsere Eselchen Mini. Das saust nämlich gerade schon los und sucht nach dem Mini-Bobby-Car. "Mal sehen, ob das bei uns auch geht", piepst es.
Na, da hat die Bärenmama aber auch noch ein Wörtchen mitzureden!

;-)
LG
von den Kuschelbären

Calendula hat gesagt…

Ohohoh! Beinahe schief gegangen! So ein Bollerwagen kriegt ganz schön Tempo drauf! ;-)
Vieleicht sollten mal alle ein offizielles Seifenkistenrennen starten und dafür die Straße sperren. :-)
LG Calendula

Anonym hat gesagt…

Wie immer ... großes Schmunzeln ;-) und besser geht es nicht! Euch allen weiter gute Maifahrten und Abenteuer, LG von den Münchner Bären :-)

Bente hat gesagt…

Ganz großes Bärenkino - wie immer.

Viel Arbeit mit super Ergebnis - ihr seid genial :-)

Liebe Grüße!