Sonntag, 24. März 2013

Jammersäzzschon



Die 'Plagegeister' lassen die Gitarren noch einmal richtig aufheulen. Dann flirren die Pfoten über die Saiten und es gewittert im Garten, bis es in ein langgezogenes Jaulen übergeht. Wenn es weiter so gut läuft, können sie morgen anfangen die ersten Stücke zu üben.

 Gerome müht sich redlich, im Sturm der Töne nicht unterzugehen. Er hat Bruno extra seine blaue Gitarre abgeschwatzt, um bei der Bärenband einsteigen zu können. Aber das ist ja nur eine 'Wanderklampfe' ohne jede Elektrik. Und die geht fast die ganze Zeit im immer wieder neu aufbrandeten Turbogeschrammel der anderen E-Gitarren unter. 

 Eine kleine weiße Maus weiß doch längst, dass nicht die Größe des Instruments entscheidend ist, sondern der Wumms im Verstärkerturm. Den Regler nach rechts aufreißen und schon reicht die Wucht auch für das Spucken großer Töne. Sie hat schließlich darauf bestanden, dass es heute "die Plagegeister und Verstärkung" heißt.

Woauuuuuuu! Larissa gniedelt noch ein paar satte Vieltöne hinterher, als die kleinste Rockröhre zum großen Solo ansetzt. Eine großer weiter Schwung mit dem ganzen Mausearm und schon drückt das nächste Klangbrett aus den fetten Boxentürmen in den Rücken der Musikusse. Nelleke schrebbelt schnell noch ein paar dreckige Riffs und Klippen dazwischen. 

Marie wartet auf ihren Einsatz mit der fetzigen Blockflöte. Die Gitarren waren schon alle verteilt und das Schlagzeug-Brett hat nur zwei Mickertasten. Das haut zwar schon ganz nette Schmuddelgeräusche raus, aber die Bärin will mehr. Deshalb hat sie allein die Abteilung Blasmusik übernommen. Bei der nächsten Lücke im Tongewitter wird sie reinstoßen ...

Auf eine Lichtung im Klangwald wartet aber auch ein Langhals bis jetzt vergeblich. Denn die Bärenmädchen haben inzwischen entdeckt, wenn sie an den Drehknöpfen eifrig drehen und die Hebel ziehen, können sie die Töne fast unendlich lang ziehen und noch schnell ein paar neue darauf türmen. Durch die eiskalte Luft klumpen die Krachwolken vielleicht sogar noch besser zusammen. Gerome hat sich für das Gartenkonzert extra dick eingepackt, aber die Kälte kriecht schon länger empfindlich alle Glieder hoch.

"Was meinste? Dürfen wir wieder rein?" Auch die anderen Plagegeister bibbern längst im frostigen Garten. Die Sonne kommt heute nicht gegen die eisigen Temperaturen an. Aber Anna hat sie vor die Tür geschickt, wenn sie so lauthals üben wollen. Das mit 'vor der Tür' haben die Plagegeister ganz wörtlich genommen und sich ganz dicht davor gestellt, falls die großen Bären es sich noch mal überlegen wollen. 

 "Dürfen wie rein?" Anna bleibt hart: Nur wenn sie die Instrumente ausstellen und leise spielen ...

"Pöhh! Flüsterrock ist doch keine Musik. Dann bleiben wir eben draußen." Eine echte Rockerbraut lässt sich doch nicht für ein paar bollernde Heizkörper weichklopfen. Für das wahre wilde Musikantenleben müssen sie halt Opfer bringen. Dann spielen sie ihre heißen Gruufs weiter mit klammen Pfoten und Eisbeinen. Nur Frostköttel Gerome nutzt die Gelegenheit und stürmt ins Haus. Seine Wanderklampfe ist sowieso nur ein schwachmatischer Leisetöner.


Fotos: W.Hein

Die Besetzung der Plagegeister besteht aus drei Rica-Bärinnen und einem Bär aus dem Fleckerwald. Die Verstärkung kommt zart von der Giraffe der Hampton Bears und lautstark von der kleinen Deb Canham Maus. Und eine Kathleen Wallace Bärin schickt die eifrige Nachwuchshoffnung der melodiefernen Rockmusik vor die Tür, weil im Haus die Ohrenwatte nicht reicht. Nicht nur dieses Jahr ist der 23. März eher frostig. Vor ein paar Jahren gab es schon eisige Ostern im Schnee an diesem Tag.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Uiiii! Gerade eben beim Frühstück meinte Zottel zu Cappuchino und Pelle "Wir könnten doch heute mal wieder musizizieren, weil zum rausgehen ist es eh zu kalt".
"Au jaaaaa", haben die beiden gekräht und sind gleich losgesaust um die Blockflöte, die Gitarre und die Quetschkommode herbeizuholen.
Dann haben wir Lagerfeuer gespielt und alle saßen ums Lagerfeuer rum und wir haben gesungen und musiziert.
Und nun sehen wir, daß auch Ihr ein sehr musikalisches Wochenende habt :-)
Emily, Röschen und Ginger finden ja die kleine Gitarre Eurer Maus soooooo niedlich.
"Daß es auch ECHTE Gitarren in Mausegröße gibt, hätten wir nicht gedacht", staunen sie, denn sie wissen, daß kleine Mäuse in solchen Sachen oft das Nachsehen haben und sich mit viiiiel zu großen Sachen abmühen müssen.

Wir hoffen, Ihr habt keine Frostbeulen an den Händen und Füßen bekommen und jemand hat Euch wenigstens hinterher einen schönen heißen Kakao zum Aufwärmen gekocht :-)

Viele Grüße
von den Kuschelbären

kleine-creative-Welt hat gesagt…

ach ist das herrlich - ich schick euch gleich meinen Sohn mit seiner Gitarre vorbei - das passt ja -

es ist der Wahnsinn, was es alles gibt an tollen Sachen für die wunderschöne Bären-/Tierwelt - ich muss immer wieder staunen - jedes Detail ist einfach toll - die Aufnahmen sind wie immer so gelungen - es macht Spaß, sie anzusehen -

ich wünsche dir/euch einen entspannten Sonntag -

liebe Grüße - Ruth

Calendula hat gesagt…

Super fetzige Geschichte! Einfach klasse in Szene gesetzt!
:-D
Liebe Grüße
Calendula

Bente hat gesagt…

So eine schöne Geschichte - und diese tollen Typen und Freaks :-)

Danke für die Fleißarbei und viele Grüße in den Sonntag!

Nicola Hinz hat gesagt…

Haha, Frostköttel (so, jetzt habe ich das auch richtig geschrieben) oder nicht - ich bin nach wie vor eine Gerome-Groupie! : )Ist der süß!
LG
Nicola

Anonym hat gesagt…

Yeah, das erste Open-Air-Festival dieses Jahr, Rock am Steg ;-) und das bei dieser S..... kälte ! Da helfen echt nur Schals und Mützen und die Saiten jaulen und die Fuzzboxen dröhnen lassen, damit die Pfoten nicht abfrieren. Aber mit so coolen Frontfrauen wie der kleinen weißen Maus und der rockenden Nelleke kann da nix schiefgehen ... und mit der Winter-Kälte im Hals ;-( ... da bleibt wenigstens die Stimme rau und rockig ; -) LG, die Bären aus München

SCHNUFFi WUFFi hat gesagt…

Braucht ihr in Eurer Bänd vielleicht auch noch einen Ukulululelele-Spieler....?!?! :o)

heinwerken hat gesagt…

@ Kuschelbären,

Lagerfeuer wäre da nicht schlecht gewesen, aber die kleine weiße Maus hätte liebe echte Pyrotechnik. Große spuckende Flammenfontänen und Rauchsäolen, die von bunten Lichter angestrahlt werden. Gerome hätte sicher eine brennende Hiphop-Tonne gereicht, aber leider spielen die Plagegeister irgendetwas zwischen erdigen Schweinerock und gelsenkirchner Surfpunk ...


@ Ruth,

entspannte Sonntage gibt es leider nicht mit lärmenden Pelznasenmuckerinnen ... es sei denn man hat viel Ohrenwatte ... da hilft bei wilden Jungbären auch kein Hinweis auf steigende Strompreise.


@ Calendula,

Jawoll, 'fetzig', das finden die Plagegeister gut. Und lärmend, laut, röhrend, dreckig, erdbebend und donnernd und ... katastrophal ... erschütternd. Nelleke sammelt schon tolle Worte für das erste Presseheft.


@ Bente,

Danke 'Freaks' ist auch gebongt. Aber 'Fleißarbeit' klingt nicht so gut. Das tolle Rockerleben sol doch Spass machen, oder?


@ Nicola Hinz,

Gerome fragt ob er die Gruopies auch behalten kann, wer er in der warmen Stube bleibt und erst einmal nicht mitspielen will?


@ Bären in München,

Nelleke und die weiße MAus wollen sofort so eine flauschige Fusselbox haben. Und männliche Guppies, wenn die Fröstel-Giraffe schon vom ins Haus-Verpieseln welche bekommt. Außerdem will die weiße Maus wissen, ob so ein Zirkuszelt nicht etwas klein ist, wenn maus auf große Weltrurn-neh gehen will. Auf jeden Fall kann man so ein Zelt mit Pilzen einheizen und das ist besser als diese offene Luft-Veranstaltung.


@ Schnuffi-Wuffi,

wenn sich der Ukulelen-Spieler damit abfindet, dass er von den Krachsolo der Strom-Gitarre einer kleinen weißen Maus genauso übertönt wird wie die Schwachmaten-Klampfe von Gerome, dann soll er mal vorspielen .... WRIIIOOOORRUUHUUUUJÄÄÄHH!!!!!

(((Wolfgang und Silke)))
DIIIÖÖÖÖÖNGLSCHREPPELWIJÖÖÖHHHÖHH!

Anonym hat gesagt…

Hallo, Gitarrenmaus und Rockerbraut, Super-Idee, Zirkuszelt von Krone ist viel besser für Fusselboxen und Welttur-nee , da lässt sich echt gut abtanzen und einheizen : -) Dscho Kocka und Dschimmie Kliff im Zirkus, weltbeste Dschämmsäschns ... da fehlt jetzt nur noch ihr !!!
Viele LG an Rockers und Dinos, an Haus und Garten, an Silke und Wolfgang !! Manu und die Münchner Bären :-)

heinwerken hat gesagt…

@ Manu und die Münchener Bären,

da müssen Nelleke und die kleine Maus noch eifrig für die Welt-Turn-Neh planen. Heizt man ein Zelt mit Schampignongs oder Fifferlingen? Dann muss man eine Riesenleinwand haben, damit jeder die Maus sehen kann. Die Konzertpraktikanten als Rohdies müssen wohl in die Muckibude, damit sie den großen Bühnenaufbau auch schaffen. Marie will jetzt eine richtige Trommelbude, am liebsten überbärengroß mit großem Gong und dicken Kesselpauken. Gerome macht nur mit, wenn es endlich Stromgitarren für alle gibt. Das Sputnik übt das professionelle Vernichten von Weingummitüten und Nussbeuteln aus der Minibar. Selbst diese neuen Flachbildfernseher sind zu schwer, um sie einfach umherwerfen zu können. Nur Larissa fragt, ob man nicht ein paar Lieder ... das heißt jetzt Ssonks ... braucht, wenn man auftreten will. Es bleibt also spannend, wann endlich ein Turn-Neh-Bus starten kann.

Liebe Grüße von Wolfgang (und Silke)

Anonym hat gesagt…

Hallo, ihr Helden!
Heizen ist mit allen maschruums möglich, Hauptsache nachhaltig und ökologisch ;-)
Technische Probleme lassen sich alle easy lösen, solang kein Auftritt in Berlin auf´m neuen Flughafen geplant ist ;-)
Marie, Gerome und das Sputnik, da suchen wir bei ih- bäh ...
und Larissa: Als Sonk - Prodjusser sind wir eher nicht so gut, sorhi !
Wir brummen gern, aber immer so falsch ;-)
Zu den news über Regenbekleidung und Wasserwerfer und Teichen im Garten ... wie immer großartig und schmunzelig !!!
LG an euch alle, Manu und die Münchner Bären