Sonntag, 20. Januar 2013

Von führenden Flugbären empfohlen



Das ist doch zum in die Luft gehen. Also muss sich der alte Seebär wieder in den Pilotensitz schwingen. Denn er ist inzwischen der gefragte Fachbär für rote Flughobel. Und nachdem ein großes, mächtig sperriges Samstag-Paket von den Bären ausgepackt und sorgfältig zusammengesetzt worden ist, sieht das wie ein neues Flieggedöns aus. Das Sputnik ist schon ganz neidisch auf den riesigen, chromblinkenden Propeller. Jetzt steht der alte Zausel auf der Rollbahn, bereit für den Jungfernflug. "So'n Tinnef", brummt der Luftmatrose, "das wird doch wohl eher ein Altpetzgefliege".

"Jungfer bittet an Bord kommen zu dürfen", kräht da eine kleine Bärin. Nelleke ist sofort in die Lederjacke geschlüpft, als sie gesehen hat, dass der alte Seebär mit dem Flieger aus dem Hangar gerollt ist. Die ist vielleicht etwas groß geraten, aber dafür garantiert winddicht. Und mit der riesigen Pilotenbrille auf der Nase sieht doch jeder, was für eine kuhle Beipilotin die mutige Mützenbärin ist.

Nelleke ist froh, dass sie die erste Mitfliegerin an der Startbahn ist. Drinnen im Haus poltert noch ein kleines 'Navi' hektisch durch die Schränke. Denn das Rentier-Rundumbärkostüm passt nun nicht mehr zu einem Ganzjahres-Pfadfinder. Doch bis die Allwetter-Navi-Verpackungs-Frage endlich richtig geklärt ist, ist die flinke Zweit-Flugzeugfliegerin hoffentlich längst in der Luft.

So rollt der Flieger die verschneite Rollbahn rauf und wieder runter. Nur Abheben ist bei der Witterung nicht möglich. Auch wenn der Seebär immer wieder gegenlenkt, das Heck schlingert und bricht dabei unvermittelt aus ... Wenn jetzt nicht noch ein weiteres Paket mit einem Schneepflug auftaucht, bleibt der Flieger bis auf weiteres ein roter Rutscher.

Die kleine Beipilotin hält sich derweil fest, so gut es bei einer solchen Schlingersause geht. Nelleke hofft nur, dass bei dem ganzen Scharwenzeln des Flughobels nicht ihre Profi-Sonnenbrille für furchtlose Himmelsstürmer verrutscht ...

Fotos: W.Hein


Das ist wirklich nur ein Testflug. Denn der rote Flieger kommt, wenn er wieder auf Hochglanz gewienert ist, als längst überfälliges Geschenk in echte Kinderhände. Dazu fehlt noch die Pilotenkappe, aber die ist auch schon bestellt. Dann geht alles mit einer dicken Schleife umwunden außer Haus. Dass der alte Seebär von Ulrike Amadori hier schon mal vorab startet, hat schon seinen guten Grund. Denn ohne seinen Raketenschlitten gäbe es nicht diesen lenkbaren Metallflieger. Ruprechts Weihnachtsflug wurde auf dem Blog von unseren Nachbarn entdeckt und so haben wir erfahren, dass es einen noch ungedeckten Bedarf für rote Kinderrutscher gibt. Nelleke, die Rica-Bärin, wird sich also ein anderes Fliegobjekt suchen müssen, um eine unerschrockene Co-Pilotin zu werden.


Kommentare:

Brigitte hat gesagt…

Was für ein Fluggerät! Das hat sicher schon Seltenheitswert. Wobei ich zu der flotten Bärendame eher einen dieser Hubschrauber vermutet hätte, die ja nun überall fliegen. Mehr Stil hat natürlich das Fluggedönse!

Schönen Sonntag von der Eisregenfront, Brigitte

Anonym hat gesagt…

Dass sich der alte Seebär inzwischen gerne in die Luft begibt und immer wieder neue Flugmaschinen testet, ist ja schon abenteuerlich genug, aber die kleine Nelleke als Co-Pilotin mit cooler Lederjacke und ebenso cooler Pilotenbrille ... zum Abheben ;-)) Noch einen schönen Sonntagabend! LG Manu

Cobia hat gesagt…

Der alte Seebär gefällt mir! Meine allerersten Bären, die ich genäht habe, waren nämlich Amadori Bären!
Liebe Grüße an den kleinen Flieger!
Vielen Dank für den Aufkleber-Kalender!
Liebe Grüße
Petra

SchneiderHein hat gesagt…

@ Brigitte
Nö, das scheinbar alte Fluggerät ist noch ganz normal als goki Rutscher für Kleinkinder im Handel erhältlich.
Nur die Rakete, die unsere Nachbarn im Anfang so durch den Gartenzaun und dann im Internet auf dem Blog faszinierte, die hätten wir nur noch in Japan bestellen können. Weltweit ist sie sonst aus dem Handel verschwunden.
Aber dieser Blechflieger macht einen wesentlich solideren Eindruck als das Plastikteil mit quäkendem Soundmodul.

Och nö, bitte nicht noch mehr Krempel wie Hubschrauber usw! Gestern zogen schon wieder kleine Saurier ein - als so eine Art 'Unterbepflanzung' der großen Pflanzenfresser. Ich vermute meine Fensterbankdeko im Treppenhaus kann ich zukünftig in den Sommermonaten vergessen. Da sind sich Linus & Wolfgang inzwischen wohl einig ;-)

@ Manu
Tja, Nelleke würde gern eine Runde bei besserem Wetter mitfliegen, aber das Teil muss jetzt dringend zum Kind! Und von der Weihnachtsstory mit der Rakete vom letzten Wochenende durfte Nelleke ja nichts wissen ...

@ Petra
Ja, Frau Amadori hat wirklich schöne Schnitte! Gerade gestern hatte ich mir mal auf der Seite der Bärenhöhle Bastelpackungen & Schnitte angesehen.
Aber nach unserem ersten Versuch einen schmalen Tietz-Bär zu nähen, der dann Pummel-Tietz hieß, da wir zu viel Nahtzugabe vernähten und zu fest gestopft hatten (Teamwork von Wolfgang, meiner Mutter und mir), trauen wir uns nicht mehr ans Bärenmachen.
Außerdem möchten unsere kleinen Helden ja auch viel zu gern ins www. Und wenn wir uns jetzt auch noch mit der Bärenmacherei beschäftigen würden, gäbe es wohl kaum noch Geschichten ...
Der Seebär ist aber kein kleiner Flieger er kommt wohl so auf etwas über 50cm Körpergröße und gehört damit schon zu unseren größeren Bären.

Guilitta hat gesagt…

Meine Güte, wie stilecht alles ist. Die kleine Bärin in Lederjacke und großer Fliegerbrille erinnert mich an alte Fliegerfilme. Hoffe nur das sie nicht einsam abstürzt, wie die Filme meist zeigen! Ganz klasse eure Posts!

Gruß Guilitta

SchneiderHein hat gesagt…

@ Guilitta
Das Fliegdings wandert in Nachbars Garten. Da kann Nelleke sich nicht mehr in Gefahr bringen! Und mit dem Raketenteil darf sie nicht mitfliegen, denn sonst geht die Weihnachtsgeschichte kaputt ...